Unterhaltung

"Nanga Parbat"-Premiere Viel Beifall für Vilsmaier

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Die Brüder kämpfen mit dem Tod.

(Foto: AP)

Der Film "Nanga Parbat" von Joseph Vilsmaier feiert in München seine Premiere. Der Streifen über die Brüder Reinhold und Günther Messner beschreibt die Expedition zu dem Himalaya-Gipfel im Jahr 1970.

Spannend - auch wenn jeder eigentlich weiß, wie der Film ausgeht - aber so war das bei "Titanic" ja auch. Der Film "Nanga Parbat" von Joseph Vilsmaier hat in München seine Premiere gefeiert. Der Streifen über die Brüder Reinhold und Günther Messner beschreibt die Expedition zu dem Himalaya-Gipfel im Jahr 1970.

Die beiden Bergsteiger erreichten am 27. Juni als erste über die extrem schwierige Rupalwand den 8125 Meter hohen Gipfel, doch nur Reinhold kehrte lebend zurück. Messner hatte die Dreharbeiten als Berater begleitet und das Film-Team an die Originalschauplätze geführt. Die Zuschauer reagierten mit viel Beifall.

Alle waren gekommen: Vilsmaier, Messner und die Schauspieler: Die Hauptdarsteller Florian Stetter und Andreas Tobias sowie Markus Krojer und Lorenzo Walcher, die Reinhold und Günther als Buben spielen, Karl Markovics (Expeditionsleiter Karl Maria Herrligkoffer) und die Kletterer, die in schwierigen Szenen als Double auftraten - unter ihnen Messners Sohn Simon. Unter den Premierengästen waren auch Bully Herbig, Uschi Glas und der frühere Bundesfinanzminister Theo Waigel.

Verzerrte Darstellung?

Der Film nach dem Drehbuch von Reinhard Kloos und mit Musik des Oscar-Preisträgers Gustavo Santaollala hat schon vor seinem Kinostart am Donnerstag (14. Januar) für Kritik von früheren Kameraden Messners gesorgt. Sie bemängeln eine verzerrte Darstellung.

Die Schauspieler Andreas Tobias (l) und Florian Stetter mit Reinhold Messner bei der Premiere.

Sensationelle Bilder aus den Dolomiten und vom Himalaya, teils gedreht bei gewagten Hubschrauberflügen bis auf über 7000 Metern Höhe, bieten atemberaubende Blickwinkel. Die Aufnahmen aus Pakistan lassen Hitze, Lärm und buntes Chaos auf den Straßen hautnah spürbar werden. Naturgewalten brechen herein, Lawinen donnern zu Tal, vor Erschöpfung fantasierend kämpfen die Brüder um ihr Leben - an Spannung fehlt es nicht. Die Schilderung der Expedition bleibt jedoch eindimensional: Da ist Reinhold mit seinem Bruder, unerschrocken und gewillt, dem nicht gerade fähigen und national verblendeten Expeditionsleiter die Stirn zu bieten - und die anderen Kameraden, die diesem die Stange halten und am Ende mit ihm ungerührt ihren Gipfelsieg feiern, während Reinhold und Günther auf der anderen Seite des Berges mit dem Tod ringen.

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Vilsmaier und Messner polarisieren.

(Foto: dpa)

Die Herrligkoffer-Stiftung und noch lebende Teilnehmer der Expedition wollen an diesem Freitag (15. Januar) bei einer Pressekonferenz ihre Sicht der Geschehnisse von damals darstellen. "Messner und Vilsmaier polarisieren", sagt dazu Vilsmaier ("Schlafes Bruder", "Herbstmilch", "Comedian Harmonists"), der just am Freitag von Ministerpräsident Horst Seehofer den Ehrenpreis bei den Bayerischen Filmpreisen erhält.

"Joseph und ich haben versucht, eine Geschichte zu erzählen, die so passiert ist", betont Messner. "Ich bräuchte den Film persönlich nicht", sagt er weiter. Aber für seine Familie - seine Brüder und die Kinder - sei es wichtig, zum Tod Günthers jetzt auch Bilder zu haben.

Der Film erhebt indes nicht den Anspruch einer Dokumentation: Messner und Vilsmaier haben stets betont, dass es ein Spielfilm ist, wenngleich auf Tatsachen beruhend.

Quelle: ntv.de, soe/dpa