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"Black Panther" ist der neueste Film aus dem Hause Marvel.
"Black Panther" ist der neueste Film aus dem Hause Marvel.(Foto: Marvel Studios)
Dienstag, 13. Februar 2018

Sci-Fi-Spektakel "Black Panther": Zeit für schwarze Helden

Er ist Superheld und König zugleich. Doch das ist noch nicht das Alleinstellungsmerkmal von Black Panther. Fast alle seine Weltretter-Kollegen sind weiß. Der neuste Marvel-Film präsentiert eine völlig neue Zukunftsvision.

Die Zeiten ändern sich - auch in Hollywood. Im vergangenen Jahr eroberte mit "Wonder Woman" die erste weibliche Superheldin die Leinwände, und bereits früher geriet die mangelnde Anerkennung von Afroamerikanern in der Filmindustrie in den Fokus. Schon vor der Oscar-Verleihung 2016 bündelte sich unter dem Hashtag #OscarsSoWhite bei Twitter die Empörung darüber, dass kein einziger schwarzer Darsteller nominiert worden war. In diesem Jahr gibt es immerhin vier Nominierungen, zwei in der Kategorie Bester Hauptdarsteller und zwei für die Beste Nebendarstellerin. Noch bevor die Trophäen Anfang März verliehen werden, kommt jetzt mit "Black Panther" der erste Superheldenfilm mit fast ausschließlich schwarzen Personen vor und hinter der Kamera in die Kinos.

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Inspiriert von der 1966 zum ersten Mal erschienenen Comicreihe spielt dieser durchaus vielschichtige, auch politisch relevante Actionfilm aus dem Marvel-Kosmos in dem technologisch hoch entwickelten afrikanischen Staat Wakanda. In diesem Sci-Fi-Spektakel rauschen Hochgeschwindigkeitszüge durch eine glamouröse Megacity inmitten von spektakulärer Natur. Trotzdem ist das weitgehend isolierte Wakanda, das dank eines seltenen Rohstoffs zu seinem Wohlstand gekommen ist, keine heile Welt.

Duelle auf Leben und Tod

Nach dem gewaltsamen Tod seines Vaters kehrt der Königssohn T'Challa (Chadwick Boseman) in seine Heimat zu seiner Mutter Ramonda (Angela Bassett) zurück. Von Anfang an muss T'Challa, der sich bei Bedarf in den Superhelden Black Panther verwandeln kann, um seine Herrschaft kämpfen, eifersüchtig beäugt von Rivalen wie dem Stammesfürsten W'Kabi, gespielt vom Oscar-nominierten Daniel Kaluuya ("Get Out"). Unter der Oberaufsicht des Magiers Zuri (Forest Whitaker) muss der eigentlich friedliebende König Duelle auf Leben und Tod bestehen.

Erik Killmonger (Michael B. Jordan) und Königssohn T'Challa (Chadwick Boseman) sind zwei ganz unterschiedliche Anführertypen und als solche Konkurrenten.
Erik Killmonger (Michael B. Jordan) und Königssohn T'Challa (Chadwick Boseman) sind zwei ganz unterschiedliche Anführertypen und als solche Konkurrenten.(Foto: Marvel Studios)

Unterstützt wird T'Challa von seiner smarten jüngeren Schwester Suri (Letitia Wright), die wie der Tüftler Q aus den Bondfilmen immer die neuesten technischen Gadgets auf Lager hat. Da kommt dann auch ein wenig Humor ins Spiel, der in diesem ambitionierten Sci-Fi-Abenteuer in der Regie von Ryan Coogler ansonsten etwas spärlich aufblitzt. Eher unfreiwillig komisch wirkt der weiße, bizarr tätowierte Waffenhändler Ulysses Klaue (Andy Serkis).

Diverstität als Marketingtrick?

Die Comic-Verfilmung weitet sich, unterlegt vom Soundtrack des Hip-Hop-Stars Kendrick Lamar, zum Familiendrama mit Shakespearschen Dimensionen. T'Challas Gegenspieler, der skrupellose Erik Killmonger (Michael B. Jordan), will den Tod seines Vaters rächen, den er T'Challas verstorbenem Vater anlastet. Der in den USA aufgewachsene Killmonger entpuppt sich als eine Art Rächer, der auf Rassismus und weiße Gewalt mit Gegengewalt antwortet. Dagegen steht König T'Challa mit deutlichen Anspielungen auf Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela als Versöhner und Überwinder der Antagonismen.

Zum Ende hin geriert sich der Film, der bisweilen unter der Last seiner Ansprüche etwas formelhaft wirkt, dann sehr staatstragend: T'Challa verkündet bei einer Versammlung der Vereinten Nationen die Öffnung seines Landes zum Wohle der ganzen Menschheit. Man kann nun darüber streiten, ob dieser "Black Panther" ein Indiz für einen grundlegenden Wandel zu mehr Diversität in Hollywood ist oder nur ein cleverer Marketingtrick, um nach einer schier endlosen Reihe von weißen Superhelden den Zuschauern etwas Neues zu bieten. Wie auch immer, die starke Vision einer friedlichen High-Tech-Nation ist allemal sehenswert.

"Black Panther" startet am 15. Februar in den deutschen Kinos.

Quelle: n-tv.de