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Jauchs Zwei-Millionen-Special Zocker begießt Gewinn mit Tränen

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Max Becker kamen nach seinem Gewinn die Tränen.

Mit vier Jokern nur vier Fragen von zwei Millionen Euro entfernt - derart nah war selten jemand dem Mega-Gewinn bei "Wer wird Millionär?". Am Ende verdrückt der Kuschelpulli-Kandidat einige Tränen. Döp döp döp dödödöpdöpdöp.

Wo "Zocker" drauf steht, war dieses Mal auch wirklich "Zocker" drin. Im selbigen Spezial von "Wer wird Millionär?" wird bekanntermaßen gleich um zwei Millionen Euro gespielt. Gewonnen hat das bislang noch nie jemand, so dass Nadja Sidikjar mit genau 1.538.450 Euro seit November 2015 den Rekord hält. Dann wurde es am Freitagabend aber plötzlich richtig spannend. Max Becker aus Köln, seines Zeichens leicht grummeliger Hotelangestellter, legte einen Durchmarsch hin und war plötzlich mit noch allen vier Jokern nur vier Fragen vom Hauptgewinn entfernt. Das gelang dem Norwegerpulli-Träger auch dank mutigem Zocken und Scooter-Textsicherheit.

"Läuft viel zu glatt": Günther Jauch schwante schnell Böses. Becker hakte die Runden im Schweinsgalopp ab. Bei der 4.000-Euro-Frage wusste er schon vor den möglichen Antworten, dass das deutsche Liedgut die unsterbliche Textzeile "Döp döp döp dödödöpdöpdöp" nur Scooter verdanken kann. Bei der Frage für 32.000 Euro bewies der Kandidat – nach eigener Einschätzung Klugscheißer und nicht Besserwisser – überraschende Zocker-Qualitäten. "In welchem Zusammenhang kann man über Sinn oder Unsinn der sogenannten führenden Null geteilter Meinung sein? A) Defensivtaktik im Fußball, B) Tanzkurs, C) Datums- & Uhrzeitangaben, D) Partei- & Fraktionsvorsitz". Becker überlegte, gab sich einen Ruck und tippte auf C. "Ohne Joker?", vergewisserte sich Jauch und loggte schließlich ein. "Soll ich Ihnen mal was sagen?", meinte der RTL-Moderator. "Ist richtig", zeigte sich Becker zuversichtlich. War es und wurde vom Publikum mit tosendem Applaus belohnt.

Können Sie das buchstabieren?

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Für Jonas Ohlmeier lief es nicht ganz so rund wie für Becker.

Anschließend wurde gefragt, ob der Haarschnitt "Pixie-Cut" die Trägerin wie eine Elfe, Prinzessin, Meerjungfrau oder Hexe aussehen lassen soll. "Pixie heißt auf jeden Fall 'Elfe'", meinte Becker und guckte fast etwas verblüfft ob der für ihn so simplen Aufgabe. "Nächste Frage", meinte Jauch resigniert. So kam es, dass Becker bei der 125.000-Euro-Frage noch alle vier Joker zur Verfügung hatte. Ein Glück. Denn mal Hand aufs Herz: Haben Sie schon mal von Karmenu Vella oder Dimitris Avrampopoulos gehört? Wie steht es mit Vytenis Andriukaitis, Tibor Navracsics oder Miguel Arias Cañete? Eben. Sind diese Herren Bond-Bösewichte, EU-Kommissare, FIFA-Schiedsrichter oder Kurienkardinäle? Darüber ließ Becker das Publikum abstimmen. "Ob Sie sich damit einen Gefallen getan haben?", zweifelte Jauch. Tatsächlich votierten 40 Prozent für die EU, aber auch 33 Prozent für die Kirchenvertreter. "Das war dumm", meinte auch Becker. Er schob den Zusatzjoker hinterher.

Lediglich Herr Pelzer aus Aachen – Beckers Heimatstadt – erhob sich. Der Zuschauer in der letzten Reihe wusste nicht nur, dass der in der Frage ebenfalls aufgezählte Pierre Moscovici EU-Kommissar ist, sondern auch, dass der mal französischer Finanzminister war. "Alles kleine Karlspreis-Träger", lobte Jauch, denn die Antwort war korrekt und Becker pustete kräftig durch. Bei der anschließenden Frage ging es um 250.000 Euro und darum, ob Faultier, Malariamücke, Hausratte oder Braunbär den wissenschaftlichen Namen "Anopheles" tragen. Beckers Telefonjoker war zum Glück Mediziner und wusste, dass die Mücke korrekt ist.

Kneifen als Erfolgsrezept

Bei der Frage für 750.000 Euro blutete dann Beckers Zockerherz ein wenig. Dank 50/50-Joker hatte er bei der Frage nach einem Land, das flächenmäßig ziemlich genau halb so groß ist wie Russland die Wahl zwischen Australien und Brasilien. Der Vollbartträger haderte und brummte und wollte so gern Australien nehmen. Allein, es fehlte der letzte Funken Mut. "Das ist viel Geld, Herr Jauch", gab Becker zu bedenken. Schließlich wäre er auf 1000 Euro hinab gestürzt. "Jetzt kommen die Banalitäten", kommentierte der Moderator. Mit blutendem Herzen gab Becker schließlich auf und war um eine Viertelmillion Euro reicher. Das ging an ihm nicht spurlos vorüber. Erst wurden dem 33-Jährigen die Augen feucht, unter dem anhaltenden tosenden Applaus kullerten doch einige Tränen. Und die Kirsche auf der Sahne: Australien wäre falsch gewesen. Becker feierte mit Siegerfaust und bekam beim abschließenden Händeschütteln von Jauch ein anerkennendes "Toll" mit auf den Weg.

Weniger rund lief es für den zweiten Kandidaten Jonas Ohlmeier. Der 28-jährige Lehramtsstudent hatte mit seinen schweren Fragen etwas Pech und stieg mit 32.000 Euro aus. Gescheitert war er an der Frage, wobei besonders atmungsaktive "Spacer" derzeit zunehmend beliebt werden: Joggingschuhe, BHs, Winterjacken oder Windeln. Gleich zwei Damen lagen als Zusatzjoker daneben. Am Ende fragte Jauch noch mal das ganze Publikum, ob nicht doch irgendwer gewusst hätte, dass BH die richtige Antwort war. Doch, eine Zuschauerin wusste es – die Freundin von Kandidat Max Becker. "Ich hab einen an", erklärte sie. Leider durfte sie sich wegen der Beziehung zu einem Kandidaten nicht melden.

Quelle: n-tv.de

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