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Oktober-Musik Futter für Ihren CD-Player

Es wird Zeit, Ihren CD- oder MP3-Player mal wieder mit frischem Stoff zu versorgen. n-tv.de hat die wichtigsten aktuellen Veröffentlichungen unter die Lupe genommen - von Shakiras neuem Werk "Sale El Sol" über die Hipsters von "Deine Jugend" bis hin zum Soloalbum "Margins" des Maximo-Park-Frontmanns Paul Smith.

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Shakira

Shakira: Sale El Sol

Alle haben es gesungen, und fast alle haben es getanzt: "Waka Waka", der Hit des Sommers, für immer verbunden mit der Fußballweltmeisterschaft und "unseren Jungs", die erst verspätet losfliegen konnten, weil Shakira auch noch in ihre Maschine sollte. Sie haben gerne gewartet, und wir müssen nun nicht mehr warten, denn das neue Album ist da: "Sale El Sol" (Die Sonne geht auf) mit spanischen und englischen Songs liegt seit dem 15. Oktober in den deutschen Plattenläden. Im Dezember ist der Traum gestandener Männer, die beim Gedanken an die feurige Kolumbianierin zu staunenden Schuljungs werden, auf Deutschland-Tour. Und wenn sie Dinge sagt wie: " Ich will, dass die Sonne für alle scheint, so wie für mich", dann wird auch dem letzten Bedenkenträger warm ums Herz. 

Die Frau, die am liebsten  Rock'n'Roll, The Cure, Nirvana und Metallica, aber auch Electro Pop, die britische Band EMF und alte Salsa- und Merengue-Melodie liebt, schwärmt ausnahmsweise mal über ihre eigenen Lieder: "'Antes De La Seis' kann ich immer wieder anhören, und er wird einfach nicht langweilig. Und normalerweise höre ich meine Musik nicht", gibt die 33-Jährige zu. Wie erklärt sie sich eigentlich, dass Frauen sie genauso bewundern wie Männer - wenn auch vielleicht aus anderen Gründen? "Ich finde, Sinnlichkeit gehört zu einer Frau. Und für mich bedeutet stark sein, alle Aspekte zu leben, sei es den Intellekt, die Sexualität oder die feminine Seite. Frauen waren lange Zeit Objekt der Begierde. Dabei ist das Begehren auch ein Teil von uns, wir haben Träume und Ziele. Vor allem chauvinistische Gesellschaften haben lange versucht, das zu untergraben. Ich will nicht wie eine Feministin klingen - aber wenn ich mich so reden höre, glaube ich, ich bin eine",  sagt die Frau, bei deren Auftauchen vor 10 Jahren ein neuer, besonders heller Stern am Rock- und Pop-Himmel aufging. 

Neben "WakaWaka" enthält "Sale el Sol" auch die brandneue Single "Loca", die in Zusammenarbeit mit dem britischen Rapper Dizzee Rascal entstanden war und Shakiras wundervolle Version des Stücks  "Islands".  "Das neue Album hat für mich zwei Strömungen: "Eine handelt von viel Liebe, Liebeserfahrungen und Gefühlen. Die andere Seite ist ausgelassen und fröhlich." Für jeden also etwas, Männer und Frauen! (soe) Schulnote: 2

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Deine Jugend

Deine Jugend: Wir sind Deine Jugend

"Verschwende Deine Jugend" sang einst die "Deutsch-Amerikanische Freundschaft" (DAF) und traf damit den Nerv ihrer Generation - irgendwo zwischen Punk und dem aufkommenden New Wave. Mittlerweile ist dies beinahe auf den Tag genau sage und schreibe 30 Jahre her und der Nachwuchs lechzt freilich stets nach neuen Identifaktionsgaben dieser Art. Im Zuge des nach wie vor boomenden 80er-Revivals ist es daher mit Sicherheit kein Zufall, dass sich in diesen Tagen ein Musikprojekt den Namen "Deine Jugend" verpasst. Und um das Kraut fett zu machen, wird die Band aus Mannheim dann gleich auch noch als Aushängeschild der "German New Wasted Generation" durchgefeierter, aber stets hipper Partygänger vermarktet.

Das Konzept ist klar - und könnte aufgehen. Die Sängerin Laura Carbone betreibt in ihrer Freizeit einen Modeblog und kommt dementsprechend stylish rüber. Vor allem deshalb dürfte sie von den musikalischen Köpfen hinter dem Projekt, Soundbastler T. Bonassis und Produzent Don Havanna, gecastet worden sein. Und damit wirklich nichts schief geht, holte man sich für die "optische Verpackung" (Zitat Plattenfirma) beim Artwork und den ersten beiden Videos "Deine Maske" und "Mama geht jetzt steil" gleich auch noch massive Unterstützung an Bord – etwa von Fashionfotografin Katja Hentschel oder der "famefabrik" (nomen est omen), die auch schon erfolgreich Sidos "Hey Du" auf Bewegtbild bannte.

Musikalisch schwimmt das Debütalbum "Wir sind Deine Jugend" der Mannheimer, das am 22. Oktober erschienen ist, im Kielwasser von Bands wie Spillsbury, Deichkind oder Mia. in ihrer Anfangsphase. Viel Elektro hier, 90er-Beats da und ein ganzer Haufen 80er-Attitüde überall. Aus Trios "Ich lieb Dich nicht, Du liebst mich nicht" wird bei "Deine Jugend" mal eben "Ich geh jetzt steil - Du gehst jetzt steil". Alles also nicht unbedingt der Stein der Weisen, deswegen jedoch noch lange nicht schlecht. Im Großen und Ganzen ist das Album durchaus groovy und liefert nicht nur mit "Mama geht jetzt steil" der Zielgruppe zweifellos den einen oder anderen veritablen Tanzflächenfüller. Für den Kick für den Augenblick reicht das. Längerfristig wird die Gruppe mit Schüttel-Reimen wie "Bekomm die ganzen wirren Stimmen aus meinem Kopf nicht raus - Mensch, ich flipp gleich aus" aber wohl tatsächlich nur seine Jugend erreichen. Und die wird bekanntlich sekündlich älter und sich, wenn die Mannheimer nicht fix mit ihr wachsen, möglicherweise schon bald Deichkind zuwenden. (vpr) Schulnote: 3+

"Wir sind Deine Jugend" von "Deine Jugend" im n-tv Shop bestellen

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Lizz Wright

Lizz Wright: Fellowship

Man möchte meinen, dass man "Amazing Grace" schon so oft gehört hat, dass einen nichts mehr überraschen kann - aber dann haben Sie noch nicht die Interpretation der 30-jährigen Lizz Wright gehört. Auf ihrem neuen Album "Fellowship" präsentiert sie Songs, die uns wunderbar vertraut vorkommen und doch aufhorchen lassen: "Das ist, wo ich herkomme, meine tiefsten, mächtigsten Wurzeln". Die Tochter eines Predigers zeigt, dass der Gospel nichts an Aktualität eingebüßt hat, im Gegenteil. Wenn es kalt draußen wird, kriegt man vielleicht Lust, sich mit anderen in einer Kirche zu treffen und aus vollstem Halse "Presence Of The Lord" oder "In From The Storm" mit zu schmettern.

Absolut hörenswert, auch wenn es kein Gospel ist: "Feed The Light". Lizz Wright könnte allerdings auch das Telefonbuch singen - von dieser Stimme mit dieser Ausdruckskraft muss man einfach begeistert sein. Wie hat ein Fan es so schön ausgedrückt: "Balsam für die Seele." Sehen Sie mal aus dem Fenster, das brauchen Sie jetzt auch. (soe) Schulnote: 2+

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Brian Ferry

(Foto: dpa)

Bryan Ferry: Olympia

Bryan Ferry zieht es auf den Olymp. Mit ihm dort: Kate Moss, zumindest auf dem Cover. Ab 22.10. in den Läden dürfte das Spät-Werk "Olympia" des Ästheten Ferry all jene begeistern, die sich in Clubs, auf Ibiza und in teuren Klamotten wohl fühlen.  Ferry hat sich eine ganze Weile Zeit gelassen, aber es ist ein Album mit "meinen eigenen Songs". Aufgenommen wurde es in seinem gleichnamigen Studio im gleichnamigen Stadtteil Londons. Seine Kollegen von Roxy Music (die Band trennte sich 1983) sind auch wieder dabei und eines ist klar: Wenn eine Band einen Wiedererkennungswert hat, dann sind es Bryan Ferry mit seiner fragenden, leisen, coolen Stimme und Roxy Music. "Für mich war es fast eine Art Therapie, den alten Kram mit denen zu spielen", gibt er zu. 

Produzent war sein Sohn Isaac, der auch mit Kate Moss befreundet ist, wie sein Vater: "Als ich hörte, dass sie meine Musik mag, habe ich sie einfach gefragt, ob sie mein Cover zieren will. Sie ist glamourös, ein Profi und bewegt sich zwischen der Mode und der Musik so sicher wie keine andere." Alles passt: Die Musik, die Verpackung, der Mann selbst. Und ihm ist nie langweilig: "Die Welt der Musik ist groß, da gibt es noch vieles zu entdecken", so der 63-Jährige. Also doch kein Alterswerk. (soe) Schulnote: 2-

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Paul Smith

Paul Smith: Margins

Irgendwie scheint es ja gerade hip zu sein, dass die Sänger jüngerer angesagter Alternative-Bands ein Soloalbum veröffentlichen. Kele von Bloc Party hat es getan, ebenso Brandon Flowers von den Killers und nun auch Maximo-Park-Frontmann Paul Smith. Während man sich jedoch etwa bei Brandon Flowers durchaus fragen kann, weshalb er sein kaum anders als die Killers klingendes Album lieber im Alleingang einspielte, warnte man uns im Falle Paul Smith sogar vor: Achtung, "Margins" hat mit Maximo Park wenig gemeinsam. Und: Für dieses Album muss man sich Zeit nehmen.

Gesagt, getan – und so lehnen wir uns zurück und verwenden 45 Minuten ausschließlich darauf, uns akustisch auf Paul Smith einzulassen. Das heißt, wir versuchen es. Denn beim ersten Anlauf schlafen wir ein. Beim zweiten Mal klappt es aber – und tatsächlich: Smith kommt bei seinem Solowerk deutlich ruhiger und zurückgenommener daher als mit seiner Band. An manchen Stellen klingt "Margins" fast wie ein Album aus der Kategorie "Singer / Songwriter", äußerst sparsam instrumentiert, gelegentlich lediglich mit Gitarre oder ein paar Synthesizer-Klängen. Nur ab und an, wie etwa beim Opener "North Atlantic Drift", fühlt man sich dann doch an Maximo Park erinnert.

"Ich bin nach wie vor bei Maximo Park. Ich hatte einfach nur ein paar Songs, die nicht zu der Band passen", versichert Paul Smith. Eingefleischte Fans können also beruhigt sein. Und wenn sie sich ebenfalls einfach mal zurücklehnen und die Augen schließen, werden sie sich mit "Margins" sicher auch irgendwie anfreunden können – selbst wenn mancher Song wie zum Beispiel "This Heat" auch nach mehrmaligem Hören noch immer ein wenig sperrig klingt. Dass Musik einem das Einschlafen ermöglicht, ist schließlich nicht unbedingt negativ. Und wenn man wach bleibt, dann könnte "Margins" auf jeden Fall der passende Soundtrack zu manchem Winterabend bei einer Tasse Tee im Kerzenschein sein. (vpr) Schulnote: 3+

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Quelle: ntv.de