Kino

Knallharte Action für richtige Männer Stallone, Statham, Li: "The Expendables“

Was passiert, wenn Sylvester Stallone, Jason Statham, Jet Li, Dolph Lundgren, Mickey Rourke, Bruce Willis und Arnold Schwarzenegger aufeinandertreffen? Es fliegen mehr Sachen durch die Luft, als Worte gewechselt werden.

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"The boys are back in town": Actionstars en masse in "The Expendables". (Bild: Splendid)

Hach, was waren das für geile Kinozeiten. Damals in den 1980ern und frühen 1990ern. Action pur und unverfälscht: Damals, als ein gewisser Bruce Willis alias John McClane einen mit Terroristen verseuchten Wolkenkratzer im Schweiße seines Angesichts in Schutt und Asche legt. Damals, als ein österreichischer Ex-Bodybuilder namens Arnold Schwarzenegger als "Terminator“ die Zukunft der Menschheit zu Gunsten der Maschinen verändern will. Damals, als sich Sylvester Stallone als muskelbepackter, wortkarger John Rambo erst durch ein Hinterwäldlerstädtchen und dann gleich durch Afghanistan schießt und metzelt. Ja, schön wars irgendwie: Laut. Schmutzig. Blutig. Und irgendwie ehrlich halt.

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Ein Blick sagt mehr als tausend Worte: Sylvester Stallone alias John Rambo.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Und heute? Heute machen die Computer die ganze Arbeit, wenn es um einen Actionfilm geht. Aber es gibt natürlich Ausnahmen von der Regel. In "The Expendables“ hat der Cast das Sagen. Die Mimen stehen im Mittelpunkt: genauer ihre Muskeln, Sehnen, ihr ehrlicher Schweiß. Die Namen der Schauspieler beweisen das: Sylvester Stallone ist ebenso mit von der Partie wie Jason Statham ("The Transporter“, "Crank“), Jet Li ("Hero“), Dolph Lundgren ("Universal Soldier“), Bruce Willis ("Stirb Langsam“), Arnold Schwarzenegger ("Predator“, "Terminator“), Mickey Rourke ("The Wrestler“) oder Terry Crews ("Street Kings“). Ganz nebenbei sind auch der Ultimate Fighter Randy Couture und der WWE-Star Steve Austin und Ultra-Bösewicht Eric Roberts ("The Butcher“, "The Dark Knight“) mit von der Partie. 

Master of Desaster

Zu verdanken hat der geneigte Actionfan diesen historisch einzigartigen Actioncast Sly Stallone. Er schrieb das Drehbuch, spielt die Hauptrolle und führt Regie. Stallone, alias Barney Ross, gibt den Takt der Explosionen vor. Und davon gibt es jede Menge: Ross ist Anführer und Stratege der "Expendables“, der härtesten Söldner-Gruppe der Welt, gespickt mit jeder Menge Spezialisten. Lee Christmas (Statham) ist ein Ex-SAS-Mitglied und Messerexperte, Yin Yang (Li) ein Nahkampfspezialist. Hale Caesar (Crews) kann gut mit Feuerwaffen, Toll Road (Couture) mit Sprengstoff und Gunner Jensen (Lundgren) mit dem Scharfschützengewehr. Allesamt also Meister ihres Fachs.

Für eine Millionensumme bekommen die "Expendables“ den Auftrag, sich in ein südamerikanisches Land einzuschleusen, den kleinen Inselstaat Vilena, um den machthungrigen, korrupten Diktator zu eliminieren. Keine große Herausforderung für den Söldnertrupp. Allerdings spielt ihr Auftraggeber Church (Willis) ein doppeltes Spiel. Die eigentlichen Jäger werden zu Gejagten und eine Frau platzt natürlich auch noch ins Geschehen.

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Auch Jason Statham mischt bei "The Expendables" mit.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Handlung ist damit zwar schnell erzählt, die Umsetzung lässt aber das Herz jedes Actionfans Purzelbäume schlagen: Minutenlange Feuergefechte drücken den Zuschauer in den Fernsehsessel, der selbst zu beben scheint, wenn die zahlreichen Explosionen im Film Autos, Hubschrauber, ja ein ganzes Chateau in Schutt und Asche legen. Wilde Verfolgungsjagden lassen das Adrenalin auf Hochtouren durch den Körper schießen und die zahlreichen Prügeleien sorgen ebenso für Spaß wie das eine oder andere zynische Wortgefecht in der Söldnergruppe: Der Witz kommt also, wie bei einem Actionreißer der guten alten Zeit, nicht zu kurz.

The Big Three

Eines der Highlights ist sicherlich das Aufeinandertreffen von Willis, Stallone und Schwarzenegger, den großen Drei des "alten“ Actionkinos. Das gab es davor nie und wird es, wenn man den Protagonisten Glauben schenkt, auch nie wieder in einem Film zu sehen geben. Allein diese Szene, die rund zweieinhalb Minuten dauert, lohnt den Kaufpreis der DVD oder Blue-ray. Die drei Actionhelden spielen mit ihren Erfolgen, nehmen sich genüsslich selber auf die Schippe und zeigen, dass richtige Actionhelden auch über sich selbst lachen können.

Schwarzenegger, der im Film den Anführer einer konkurrierenden Söldnergruppe mimt, lehnt den Auftrag, den Inselstaat von dem Diktator zu befreien, ab: Er habe keine Zeit und "den Job würde nur ein Idiot annehmen“. Einer, "der solche Dschungelabenteuer liebt“. Als Willis daraufhin fragt, was Schwarzeneggers Problem sei, kontert Stallone: "Er will Präsident werden.“ Ob er es schafft?

The boys are back in town

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Stallone, Willis und Rourke: Der Cast von "The Expendables" kann sich sehen lassen.

(Foto: REUTERS)

Geschafft haben die Stars auf alle Fälle die Dreharbeiten. Die waren nicht einfach, erfährt der Zuschauer aus dem umfangreichen Bonus-Material der DVD. Stallone musste während des Drehs genäht werden, nachdem die letzte Klappe gefallen war, wurde er sogar operiert. Blaue Flecken, Verstauchungen und Schürfwunden gehörten zur Tagesordnung von Stallone, Statham, Li und Co.

Am Ende hat sich die ganze Mühe aber ausgezahlt, plaudert Stallone aus dem Nähkästchen. Er verrät, wie das große Finale des Films zustande kam, wie er überhaupt zum Actionhelden wurde  und was einen "wahren Actionhero“ auszeichnet. Und natürlich lässt er auch durchblicken, dass sich die Zeiten des Actionkinos drastisch geändert haben. Ein 90-Minuten-Schmankerl für alle Stallone-Anhänger.

Für den Actionfan bleibt indes nur zu hoffen, dass "The Expendables“ eine Fortsetzung bekommt. Die Abspannmusik mit Thin Lizzys "The boys are back in town“ passt da schon einmal.

Quelle: n-tv.de

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