Kino

Grand Budapest Hotel Supersüßer Erwachsenenkitsch

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Liebe zwischen Zuckerguss, Pappschachteln und kriegerischen Fronten.

(Foto: dpa)

Mit Ralph Fiennes, F. Murray Abraham, Mathieu Amalric, Adrien Brody, Willem Dafoe, Jeff Goldblum, Jude Law, Bill Murray, Edward Norton, Saoirse Ronan, Jason Schwartzman, Tilda Swinton, Léa Seydoux, Tom Wilkinson, Owen Wilson - und Tony Revolori. Mit dem haben wir gesprochen.

Wenn Sie was Süßes wollen ohne Kalorien, dann sehen Sie sich "The Grand Budapest Hotel" an. Das wird ein Kinoabend, der Sie oft zum Schmunzeln bringen wird, ein bisschen zum Nachdenken und wenn man rauskommt aus dem Kino, dann möchte man sofort Käsekuchen! Wes Anderson, der Mann fürs Ungewöhnliche, hat ein kleines Meisterwerk abgeliefert, das bereits auf der Berlinale gefeiert wurde - allein schon wegen seines Star-Aufgebots - und nun endlich in die Kinos kommt. Er erzählt die Geschichte von Gustave H. (Ralph Fiennes), dem legendären Concierge eines berühmten europäischen Hotels, und seinem Hotelpagen und Protegé Zero Moustafa (Tony Revolori). Zur Zeit zwischen den beiden Weltkriegen, als Europa sich im dramatischen Umbruch befindet, schweißen die Turbulenzen und Abenteuer rund um den Diebstahl eines wertvollen Renaissance-Gemäldes und der Streit um ein großes Familienvermögen die beiden ungleichen Männer unweigerlich zusammen. Mit dem Newcomer Tony Revolori haben wir während der Berlinale gesprochen - echt süß!

n-tv.de: Und, Tony, wie ist es, ein großer Star zu sein zwischen all den anderen Stars auf dem roten Teppich?

Tony Revolori: (lacht) Wow, das ist der Hammer! Ich kann es gar nicht in Worte fassen. Aber es gelingt mir ja noch immer, an einigen Stellen einfach so durchzuflutschen.

Weil dich noch niemand so richtig erkennt ohne die Pagen-Uniform aus dem Film?

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Ein Kessel Buntes: Wes Anderson hat tief in den Tuschkasten gegriffen.

(Foto: dpa)

Ja, genau! Aber ich habe das ganze sowieso noch nicht richtig verarbeitet, glaube ich. Wenn ich neben meinen Kollegen herlaufe, dann ist das irgendwie irreal für mich. Ich liebe Berlin, und ich war schon vorher hier, aber dieses Mal ist es ganz besonders fantastisch für mich. Wie ein Film! (lacht)

Aber nächstes Jahr, da werden die jungen Mädchen deinetwegen am Teppich stehen und deinen Namen rufen ...

(lacht) Das wäre großartig! Oh, das wäre fantastisch!

Was denkst du, wenn du jetzt von einem Hotel in das nächste ziehst und die Lobby-Boys siehst?

Und die Lobby-Girls nicht zu vergessen! Ich finde das großartig, wenn ich die sehe. Die erkennen mich ja nicht und wissen nicht, dass ich einer von ihnen bin. (lacht) Aber ich denke, dass ich genau weiß, was sie gerade fühlen! Und ich fühle mich gleich zu Hause. Und ich will mit allen Fotos zu machen.

Wie ist Wes Anderson denn auf dich gekommen?

Ganz normal. Durch ein Casting. Er wollte eigentlich einen Typen aus dem Mittleren Osten ...

... das bist du aber nicht ...

... nein, ich seh' nur so aus (lacht). Hat ja geklappt! Ich bin da mit meinem Bruder hingegangen, der hat auch vorgesprochen, aber ich hab' dann eine Einladung nach Paris bekommen. 17 Stunden war ich da, mein persönliches "Midnight in Paris", und dann flog ich wieder heim. Wir hatten viel gesprochen, und letztendlich hab 'ich die Rolle dann bekommen. Zum Glück!

Und dein Bruder? Ist das kein Problem zwischen euch?

Nein, wir sind das gewöhnt, wir waren schon oft bei gemeinsamen Castings, und mal bekam er die Rolle, mal ich. Wir haben da eine ganz natürliche Rivalität, würde ich sagen.

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Unglaublich sympathischer junger Mann: Tony Revolori.

(Foto: imago/UPI Photo)

Er ist nur ein bisschen älter als du ...

... ja, und wir sehen uns sehr ähnlich, und der jüngere auch noch.

Oh Gott, deine arme Mutter, keine Tochter?

Nein, ich habe meinen Vater angefleht, dass ich noch eine Schwester möchte, aber er wollte das Risiko nicht eingehen. Was kann man da machen?

Nichts!

Genau, nichts! (lacht). Vielleicht bekomme ich ja Töchter.

Lass dir noch Zeit!

Auf jeden Fall! (lacht)

Was war denn dein bestes Erlebnis während des Drehs mit all den Stars? Was das schon so lustig wie der ganze Film?

Ja, man erwartet das irgendwie, aber beim Drehen kriegt man das manchmal gar nicht so mit, wie komisch es wirklich gerade ist. Zwischendurch aber, wenn so lustige Männer wie Bill Murray ihre Scherze machen, weiß man, dass am Ende nur was ganz Fantastisches dabei entstehen kann. Aber das Beste war: Der ganze Tag war immer großartig. Aufstehen, zum Make-Up gehen, Schnurrbart anmalen lassen (lacht), dann musste ich mich in meine echt knappe Uniform zwängen, hui, und dann geht's los. Allein der Drehort war ein Traum, ein altes Kaufhaus in Görlitz. Und die Stadt ist auch so großartig. Und die Leute da! Einige haben auch mitgespielt! Und mit den Kollegen war es unfassbar, irgendwie ganz normal und doch wie ständig in einem Traum. Wenn ich abends wieder zu Hause war oder besser im Hotel, dann haben wir zusammengegessen, wie eine Großfamilie.

Du, Ralph Fiennes als Monsieur Gustave und Saoirse Ronan habt eine recht ungewöhnliche ... ich nenn es mal Dreier-Konstellation.

Oh ja! Allerdings (lacht).

Ihr zwei seid zwar das Paar, aber Monsieur flattert die ganze Zeit um euch herum ...

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Ein wunderbares Gespann. Ralph Fiennes und Tony Revolori.

(Foto: AP)

Ja, aber das war irgendwie okay! Obwohl er mit ihr geflirtet hat. Aber ich liebe ihn ja auch, es ist irgendwie natürlich und brüderlich oder familiär, dass da Gefühle zwischen allen herrschen. Schwer zu erklären, aber ich glaube, man sieht das, man fühlt das. Und es war toll, mit beiden zu spielen. Saoirse und ich sind ähnlich alt, wir haben uns super verstanden, und Ralph war so großzügig und hilfreich, es war einfach eine fantastische Erfahrung.

Es herrschte also die richtige Chemie zwischen euch?

Ja, unbedingt. Ralph ist so ein großer Schauspieler, und ich war echt nervös, bevor ich ihn traf. Und zu sehen, wie er am Set mit seiner Rolle verschmolz, hat mich erstens unglaublich viel gelehrt und zweitens nicht mehr nervös gemacht, denn er war ja nicht mehr der große Ralph Fiennes, sondern Monsieur Gustave mit dieser sehr speziellen Art, sich auszudrücken. Es war fantastisch.

Monsieur Gustave hat mit allen älteren Damen in seinem Hotel geschlafen, was für eine herrliche Idee. Ohne dass es so richtig schlimm anrüchig wirkte.

Ja, denn sie haben einfach den besseren Geschmack (lacht).

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Kaum zu erkennen: Tilda Swinton.

(Foto: AP)

Herrliche Szene. Du bist, seit du zwei Jahre alt bist, im Filmgeschäft.

Ja, meine Eltern haben mich schon früh für die Werbefilme casten lassen, und dann Serien. Ich kann mir deswegen eigentlich auch nichts anderes vorstellen, als Schauspieler zu sein.

Du bist jetzt 17 - keine anderen Ideen? Studieren zum Beispiel?

Wenn, dann nur Schauspiel, alles andere wäre Zeitverschwendung (lacht), denn ich habe gefunden, was ich bis zum Ende meines Lebens machen möchte.

Du hast noch ein anderes Talent - die Musik. Wann kann man dich denn hören?

(lacht) Ach, das dauert noch, da muss ich noch dran arbeiten. Aber irgendwann komm ich auch mit Musik nach Berlin!

Und wie klingt die?

(überlegt kurz) Nach "Mumford &Sons trifft Coldplay" (lacht). Ja, das haut hin.

Wann sehen wir dich nach "The Grand Budapest Hotel" wieder im Kino?

In "Umrica", einem indischen Film.

Mit wem würdest du demnächst am liebsten arbeiten?

Mit dem Regisseur, der "A Place Beyond The Pines" und "Blue Valentine" gedreht hat ...

... Derek Cianfrance. Und mit welcher Schauspielerin?

Mit Jennifer Lawrence!

Das hab' ich mir gedacht! Die ist aber auch so cool! So witzig. Und so jung!

Und ich würde wirklich gern mit Oscar Isaac arbeiten. Das wäre ein Traum. 

Mit Tony Revolori sprach Sabine Oelmann

"The Grand Budapest Hotel" startet am 6.März in den deutschen Kinos.

Quelle: n-tv.de

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