Musik

Von null auf Coachella Alice Merton nimmt ein Blatt vor den Mund

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"Mint" heißt Alice Mertons Debüt-Album, das einen auf den Pop-Geschmack bringen könnte.

Paper Plane Records

Mit dem Song "No Roots" wird Alice Merton zum Turbostar. Und das, obwohl sie musikalisch entschleunigt. Zwei Jahre lässt sie sich Zeit, um nun ihr Debütalbum "Mint" zu veröffentlichen und auch international anzugreifen.

Von so einer Bilderbuch-Karriere träumen viele Künstler. Gleich mit ihrer ersten Single "No Roots" landet die in Deutschland geborene, in Kanada aufgewachsene und aktuell in Berlin mehr oder weniger verwurzelte Alice Merton einen ultimativen Ohrwurm. Der Song landet nicht nur hierzulande in den Charts, auch in den USA und Großbritannien gelingt ihr damit ein Achtungserfolg.

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Doch Merton hat noch mehr auf dem Kasten, wie sie mit weiteren Singles wie "Hit The Ground Running", "Lash Out" oder "Why So Serious" unter Beweis stellt. So mausert sie sich rasch vom Geheimtipp zur gefeierten Pop-Newcomerin. Die Hallen, in denen sie auftritt, werden immer größer. Auf Festivals ist sie ein gern gesehener Gast. Ihre Tour führt sie zum Beispiel auch nach Polen, Belgien und Großbritannien. Ja, im April ist sie sogar für das legendäre Coachella-Festival in den USA gebucht - neben Stars wie Ariana Grande, Childish Gambino oder Diplo.

Ohrwurm-Potenzial

Mit der Veröffentlichung ihres ersten Albums lässt sich die 25-Jährige dagegen jede Menge Zeit. Erst jetzt, mehr als zwei Jahre nach Erscheinen von "No Roots", liegt es vor. "Mint" heißt es - und das Cover sieht aus, als wolle Merton dem Sprichwort ein Schnippchen schlagen und ein Blatt vor den Mund nehmen. Doch wer sich die elf Songs anhört, weiß, dass das Artwork nicht so gemeint sein kann.

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Ein bisschen mutet "Mint" geradezu wie ein "Greatest Hits"-Album an. Schließlich befinden sich auf ihm nicht nur die bereits erwähnten Singles (außer "Hit The Ground Running"), sondern mit "Funny Business" und "Learn To Live" noch zwei weitere Songs, die ebenfalls bereits vorab zu hören waren.

Das Ohrwurm-Potenzial ist dabei weiter hoch, egal ob es um die eher schmissigen Nummern wie "Homesick" und "I Don't Hold A Grudge" geht oder um etwas gemächlichere Songs wie "Speak Your Mind" oder "Honeymoon Heartbreak". Musikalisch mäandert Merton irgendwo zwischen Marina & The Diamonds, Florence + The Machine und Lorde und hat dabei doch ihren eigenen Stil gefunden.

Album in Eigenregie

Mint
EUR 10,99
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Dass Merton klingt, wie sie klingt, ist toll. Dass sie damit auch noch Erfolg hat, ist es erst recht. Denn beides ist absolut hausgemacht. Als Absolventin der Mannheimer Popakademie nahm Merton ihr musikalisches Schicksal selbst in die Hand und gründete mit ihrem Manager ihr eigenes Label. "Wir haben überhaupt nichts gegen die Majorlabels und würden sehr gerne mit ihnen arbeiten. Aber wenn es um die Musik geht, müssen sie respektieren und akzeptieren, dass darüber der Künstler und Produzent entscheiden", sagte die Sängerin vor knapp zwei Jahren im Interview mit n-tv.de.

Auch "Mint" hat Merton in Eigenregie verlegt, wenngleich inzwischen eine große Plattenfirma als Vertriebspartner agiert. Anders wäre die Popstar-Realität, in der sie mittlerweile angekommen ist, wohl auch kaum noch zu managen. Und wenn Merton weiter derart musikalische Perlen in Reihe produziert, dürfte das Ende der Fahnenstange für sie auch noch nicht erreicht sein. Beim Coachella tritt sie in diesem Jahr noch unter "ferner liefen" auf. Das haben andere vor ihr auch schon getan, ehe sie zu den großen Festival-Headlinern avancierten.

Quelle: n-tv.de

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