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Wieder was gelernt Was uns neue Schulden bringen

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(Foto: imago/Christian Ohde)

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Deutschland schlittert in die Rezession. Viele Ökonomen fordern: Wir müssen mehr Geld in unsere Wirtschaft investieren. Die Bundesregierung soll neue Schulden machen, auch wenn das in Deutschland verpönt ist. Für Staaten kann es sich aber sogar lohnen, auf Pump zu leben.

Warum? Das erfahren Sie in dieser Ausgabe von "Wieder was gelernt".

Mit massiven Investitionen hat die Bundesregierung vor zehn Jahren auf die Finanzkrise reagiert. Die Wirtschaft kam so wieder ins Rollen, es folgten Boom-Jahre in Deutschland. 2014 haben wir dann begonnen, Schulden abzubauen. Seitdem sind Deutschlands Staatseinnahmen Jahr für Jahr höher als die Ausgaben.

Aber die Zeiten ändern sich: Das Brexit-Theater sowie der Handelsstreit zwischen den USA und China sorgen für Chaos auf dem Weltmarkt. Die Folgen bekommen auch wir langsam zu spüren. Im zweiten Quartal dieses Jahres ist die deutsche Wirtschaftsleistung um 0,1 Prozent geschrumpft. Ökonomen erwarten, dass sich der Trend fortsetzt und Deutschland erstmals seit zehn Jahren wieder in eine Rezession rutscht.

Das ist ein guter Zeitpunkt, um die Politik der schwarzen Null in Frage zu stellen. Industrieverbände fordern von der Bundesregierung eine Unternehmenssteuerreform und den kompletten Soli-Abbau. Umweltpolitiker wollen Milliarden in Klimatechnologien investieren. Stefanie Middendorf ist Historikerin und leitet am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam das Forschungsnetzwerk "Schulden machen". Sie hält die Debatte um Investitionen für wichtig.

"Es ist immer Sache der politischen Aushandlung, aber es kann sich für einen Staat lohnen, Schulden zu machen. Die Frage ist, ob ein Staat nicht noch von ganz anderen Parametern abhängig ist als nur von der ökonomischen Rechnung des sozialen Ausgleichs, von Einnahmen und Ausgaben oder vom Verhältnis zwischen Schuldenstand und Bruttoinlandsprodukt. Fragen der Nachhaltigkeit und der Bewahrung von Ressourcen können dafür sprechen, dass sich ein Staat wieder mehr verschulden kann."

Wie unsere Sparmentalität historisch begründet werden kann und was gute und schlechte Schulden sind, hören Sie bei "Wieder was gelernt".

Wieder was gelernt

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Quelle: n-tv.de, ksc

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