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Samstag, 03. März 2018

Ausnahmezustand in Südafrika: Kapstadt geht das Wasser aus

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Die Bilder aus Südafrika zeigen, wie sehr Land und Leute unter der Dürre, die seit einigen Wochen andauert, leiden. (Foto: picture alliance / Halden Krog/d)

Die Bilder aus Südafrika zeigen, wie sehr Land und Leute unter der Dürre, die seit einigen Wochen andauert, leiden.

Die Bilder aus Südafrika zeigen, wie sehr Land und Leute unter der Dürre, die seit einigen Wochen andauert, leiden.

Es ist die schlimmste Trockenheit seit 100 Jahren in dieser Region.

Vorratsbecken und Stauseen führen nur noch einen Bruchteil der Wasservorräte.

Auch der Theewaterskloof-Damm, der die Hauptwasserversorgung für Kapstadt stellt, ...

... muss kaum noch Wasser zurückhalten.

Klar ist, dass die Wasserreste bis zum nächsten Regen (wann auch immer der kommt) zur Versorgung der Stadt nicht ausreichen werden.

"Wenn der Wasserspiegel auf unter 13 Prozent sinkt, drehen wir die Wasserhähne zu", sagt Kapstadts Bürgermeisterin Patricia de Lille.

Für Kapstadt ist wegen des Wassermangels schon seit einigen Wochen der Ausnahmezustand ausgerufen.

Rund 4,5 Millionen Einwohner sind von der anhaltenden Trockenheit betroffen.

In den nächsten Monaten, so die Vorgabe der Behörden, dürfen die Bewohner nur noch 50 Liter Trinkwasser pro Kopf am Tag verbrauchen.

Zum Vergleich: Ein Einwohner Deutschlands verbraucht am Tag zum Trinken, Kochen, Spülen, Waschen und so weiter rund 120 Liter Trinkwasser.

"Wir können die Menschen nicht mehr bitten, kein Wasser mehr zu verschwenden. Wir müssen sie zwingen", erklärte die Stadtverwaltung ihre drastischen Maßnahmen.

Pools und Schwimmbecken sind schon seit einiger Zeit leer.

Gärten, Felder, Beete und selbst das Cricket-Feld dürfen nicht mehr bewässert werden.

Wer gegen die wassersparenden Vorgaben verstößt, muss mit hohen Bußgeldern rechnen.

Die Ursachen für die katastrophalen Zustände werden vom South African Weather Service in den besonders geringen Niederschlägen der letzten drei Jahre gesehen.

Die Dürren werden von Forschern der Universität Kapstadt als Zeichen des Klimawandels eingeordnet.

Verstärkt würden die Effekte zusätzlich durch das Klimaphänomen El Niño, das der Region Hitze und extreme Trockenheit beschert.

Muss die öffentliche Wasserversorgung tatsächlich eingestellt werden, dann sind alle Einwohner der Stadt dazu gezwungen, ...

... ihr Wasser unter Bewachung von Militär und Polizei an 200 Verteilungspunkten abzuholen.

Gleichzeitig würden die Rationen auf 25 Liter pro Kopf und Tag herabgesetzt.

Das ist das von der Weltgesundheitsorganisation empfohlene Minimum zur Aufrechterhaltung von Gesundheit und Hygiene.

Die Dürre am Westkap macht nicht nur das Leben komplizierter, sie bedroht auch 50.000 Arbeitsplätze.

Alle Bereiche, die direkt auf Wasser angewiesen sind, sind besonders gefährdet. Viele Autowaschanlagen und Gärtnereien sind bereits pleitegegangen.

Und auch die Landwirtschaft in der Umgebung muss herbe Verluste hinnehmen.

Einbußen in Millionenhöhe durch Ernteausfälle werden erwartet.

Experten gehen davon aus, dass die Obsternte um 20 Prozent, die Zwiebelernte um 50 Prozent und die Weinlese um 5 Prozent zurückgehen werden.

Auch die Touristenzahlen werden wohl wegen der anhaltenden Trockenheit und der Wassersparmaßnahmen abnehmen.

Nur die Hersteller von Wasserbehältern und Kanistern profitieren von der Dürre. Die Vorratsbehälter sind ausverkauft.

Patricia de Lille von der Democratic Alliance, die angab, selbst nicht mehr täglich zu duschen, hat nicht nur mit Wassermangel zu tun. Sie muss sich auch gegen die Opposition durchsetzen.

Diese will nämlich nichts von einer "Stunde null" wissen.

Die Partei Afrikanischer Nationalkongress vertritt die Meinung, "Stunde null" sei eine Erfindung der Demokratischen Allianz, um den Leuten Angst zu machen.

Angesichts der aktuellen Bilder ist diese Argumentation allerdings nicht nachvollziehbar.

Trotz aller Einschränkungen zeigen die strengen Wassersparmaßnahmen der Behörden Wirkung.

Die "Stunde null", also das Abschalten der Wasserversorgung in der Stadt, konnte in diesem Jahr schon mehrfach nach hinten verschoben werden.

Sie ist nun für den 9. Juli 2018 berechnet worden.

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