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Sonntag, 13. November 2005

Eine Chronik: Der Erste Weltkrieg

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Unter dem seit 1888 regierenden Kaiser Wilhelm II. hegt das Deutsche Reich weltpolitische Ambitionen.

Unter dem seit 1888 regierenden Kaiser Wilhelm II. hegt das Deutsche Reich weltpolitische Ambitionen.

Unter dem seit 1888 regierenden Kaiser Wilhelm II. hegt das Deutsche Reich weltpolitische Ambitionen.

Die ausgleichende Außenpolitik des 1890 vom Kaiser entlassenen Reichskanzlers Otto Fürst von Bismarck gehört der Vergangenheit an.

Deutschland kämpft um die Neuaufteilung der Welt. Da nutzen auch die verwandtschaftlichen Beziehungen Wilhelms zum britischen König Georg V. (Bild) nichts mehr.

Zwei Machtblöcke stehen sich gegenüber: die Entente cordiale (Großbritannien, Frankreich, Russland) und der Dreibund (Deutschland, Österreich-Ungarn, Italien - bis 1915).

Seit 1905 existiert bereits der Plan von General Alfred Graf von Schlieffen (1833-1913).

Nach dem Schlieffen-Plan soll während der für die russische Mobilmachung erforderlichen Zeit Frankreich niedergeworfen werden.

Die danach frei werdenden Truppen sollen dann von der West- an die Ostfront verlegt werden.

Auslöser für den Ersten Weltkrieg sind die tödlichen Schüsse des serbischen Nationalisten Gavrilo Princip am 28. Juni 1914 in Sarajevo auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand.

Der 19-jährige Attentäter wird überwältigt. Österreich-Ungarn nimmt mit deutscher Unterstützung Kurs auf einen Krieg gegen Serbien.

Österreichs greiser Kaiser Franz Josef I. - er stirbt am 21. November 1916 - steht der maroden Donaumonarchie mit zahlreichen Völkerschaften vor.

Die österreichischen Streitkräfte sind auf die deutsche Unterstützung angewiesen.

Nach der Kriegserklärung gegen Serbien treten die Bündnisse in Kraft. In Europa beginnt am 28. Juli 1914 der Erste Weltkrieg. Er sollte 8,5 Millionen Gefallene und über 21 Millionen Verwundete kosten.

Theobald von Bethmann-Hollweg ist bei Kriegsausbruch deutscher Reichskanzler.

Ein 70-jähriger Freiwilliger in Leipzig. Die meisten europäischen Länder werden von einer Woge nationaler Euphorie erfasst.

Deutsche Soldaten marschieren von Berlin aus direkt an die Front. Viele von ihnen kommen nicht zurück.

Auch die Sozialdemokraten - hier der spätere Reichspräsident Friedrich Ebert - stimmen im Reichstag für die Kriegskredite. Sie verpflichten sich zum so genannten "Burgfrieden".

Nur der Abgeordnete Karl Liebknecht lehnt die Bewilligung der Kredite ab. Gemeinsam mit ...

... Rosa Luxemburg betreibt er die Abspaltung von der SPD. Sie gründen die USPD. Später sind beide Mitbegründer der KPD.

Deutsche Truppen auf dem Vormarsch im Westen.

Die ersten Wochen sind für das deutsche Heer erfolgreich. Rasch dringen die Einheiten über Belgien nach Nordfrankreich vor.

Allerdings greifen die russischen Truppen im Osten eher als erwartet an.

Unter dem Befehlshaber General Paul von Hindenburg - in der Weimarer Republik Reichspräsident - gelingt es in der Schlacht bei Tannenberg, die Russen vernichtend zu schlagen.

Hindenburgs Stabschef war General Erich Ludendorff. 1923 wird er zusammen mit Hitler einen Putsch gegen die erste deutsche Demokratie versuchen.

Dennoch scheitert der Schlieffen-Plan. Im Westen beginnt der jahrelange Stellungskrieg. Generalstabschef Helmuth von Moltke ...

... wird im Herbst 1914 durch General Erich von Falkenhayn abgelöst. Von Falkenhayn muss im August 1916 von Hindenburg weichen.

Eine neue, brutale Form der Kriegführung: Deutsche Einheiten greifen am 22. April 1915 bei Ypern eine britische Stellung mit Giftgas an.

Rund 10.000 britische Soldaten werden Opfer des Angriffs mit Chloringas.

Der Gaskrieg erfordert Schutzmaßnahmen. Eine deutsche Gasmaske mit Behälter aus der Zeit des Ersten Weltkrieges.

Auch im Ersten Weltkrieg werden hinter der Front Verbrechen verübt. Von Österreichern aufgehängte russische Spione.

Weiterer Rückschlag für den Kaiser: Der deutschen Flotte gelingt es nicht, die britische Vorherrschaft auf See zu brechen.

Am 22. Februar 1915 befiehlt die deutsche Marineleitung den uneingeschränkten U-Boot-Krieg. Die Briten verhängen eine Seeblockade gegen Deutschland.

Von Februar bis Dezember 1916 tobt die Schlacht um die ostfranzösische Stadt Verdun. Französische Soldaten beim Angriff.

Allein bei Verdun sterben insgesamt rund 700.000 Soldaten.

Deutscher Flammenwerfertrupp bei Verdun

Gefallene werden auf einen Wagen gestapelt und danach in Massengräbern beigesetzt.

Verdun nach der Schlacht

In Deutschland wird die Versorgung mit Lebensmitteln immer schwieriger. Eine Frau bricht 1916 vor einem Geschäft in Frankfurt/Main vor Hunger zusammen.

An der Ostfront scheitert im Juli 1917 die russische Brussilow-Offensive. Hier erbeutetes russisches Kriegsmaterial.

Deutscher Transport-Nachschub durch eine Furt in Galizien

Derweil versinkt Russland im politischen Chaos. Während der Februarrevolution 1917 wird Zar Nikolaus II. gestürzt.

Die Regierung führt nun Ministerpräsident Alexander Kerenski.

Mit der Oktoberrevolution 1917 ergreifen die kommunistischen Bolschewiki von Wladimir Iljitsch Lenin die Macht.

Das schwache Sowjetrussland ist nicht mehr in der Lage, Krieg zu führen. Am 3. März 1918 schließt es mit Deutschland den Friedensvertrag von Brest-Litowsk.

Russland (hier sein Verhandlungsführer Leo Trotzki, 2. v.l.) verliert große Teile seines Territoriums und ein Drittel seiner Bevölkerung.

Zerstörtes Schloss Conde bei Soissons in Frankreich

In dem von den Deutschen gestürmten versumpften Kampfgelände von Armentieres

1918 bricht die deutsche Frühjahrsoffensive im Westen zusammen. Die materielle und personelle Überlegenheit der Entente ist zu groß.

Zudem sind am 6. April 1917 die USA an der Seite der Entente in den Krieg eingetreten. Präsident Woodrow Wilson: "Die Welt muss sicher gemacht werden für die Demokratie."

Ein von deutschen Truppen erbeuteter britischer Tank

Kampfflugzeuge über dem Schlachtfeld

Für diese deutschen Soldaten ist der Krieg vorbei. Sie gehen in die Gefangenschaft.

In Deutschland sind inzwischen politische Unruhen ausgebrochen. Anfang November 1918 meutern Matrosen im Hafen von Kiel.

Bald ist der Krieg aus. 11. November 1918 in einem Bahnwaggon im Wald von Compiègne: Der deutsche Reichstagsabgeordnete Matthias Erzberger vor der Unterzeichnung des Waffenstillstands.

In Deutschland werden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet.

9. November 1918: Der SPD-Politiker Philipp Scheidemann ruft vom Reichstag die "deutsche Republik" aus, ...

... Karl Liebknecht verkündet zwei Stunden später die "freie sozialistische Republik" vom Balkon des Berliner Schlosses.

Die Novemberrevolution tobt: Kaiser Wilhelm II. geht ins Exil ins Haus Doorn in den Niederlanden. Dort stirbt er am 4. Juni 1941.

Die extremen Rechten, die alten Deutschnationalen und die neuen Nationalsozialisten, nutzen die "Dolchstoß-Legende" zur Agitation gegen die Vertreter und Anhänger der Weimarer Republik.

Die Präsidenten der USA und Frankreichs, Wilson und Poincare, feiern im Dezember 1918 in Paris den Sieg.

Am 28. Juni 1919: Unterzeichnung des Friedensvertrages im Schloss von Versailles. Deutschland verliert ein Achtel seines Gebietes und alle Kolonien. Zum soll es 100 Mrd. Reichsmark an Reparationen zahlen.

Die Sieger (v.l.n.r.): Die Regierungschefs Lloyd George (Großbritannien), Orlando (Italien), Clemenceau (Frankreich) und US-Präsident Wilson.

"Im Ersten Weltkrieg sind die Wurzeln des Nationalsozialismus zu suchen", urteilt der Bielefelder Historiker Hans-Ulrich Wehler.

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