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Sonntag, 11. Februar 2018

Die Bundesliga in Wort und Witz: "Ich hab ihn reingelogen"

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RB Leipzig - FC Augsburg 2:0 (1:0) (Foto: imago/Eibner)

RB Leipzig - FC Augsburg 2:0 (1:0)

RB Leipzig - FC Augsburg 2:0 (1:0)

Platz zwei hinter Fußball-Rekordmeister FC Bayern München erobert - es läuft für RB Leipzig. Und es gibt sogar noch eine wichtige Erkenntnis vom Freitagspiel gegen Augsburg: "Ich sage immer, der Junge kann unheimlich viel. Nur nicht Tore schießen." (RB Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl muss nach dem Tor von Manndecker Dayot Upamecano wohl künftig umdenken.)

Der freut sich übrigens ebenfalls mächtig über seinen Treffer: "Das Tor widme ich natürlich meiner Mama. Die hat mir heute vor dem Spiel gesagt, dass ich treffen werde."

Augsburgs Trainer Manuel Baum macht's kurz: "Wir hatten uns viel vorgenommen wie bei jedem anderen Spiel auch. Wir haben aber den ein oder anderen Fehler zu viel gemacht. Leipzig hat es sehr gut gemacht, deshalb ist der Sieg am Ende völlig verdient." Lektion gelernt, danke fürs Floskelbingo.

Bayer 04 Leverkusen - Hertha BSC 0:2 (0:1)

Nach dem Pokalerfolg von Bayer Leverkusen am Dienstag ist am Karnevalssamstag alles fürs nächste Fußballfest angerichtet, doch Hertha BSC nutzt die Patzer der Werkself eiskalt aus. "Wir haben die Hertha zu den Toren eingeladen", spricht Sven Bender Klartext.

Der Berliner Valentino Lazaro wird dann auch regelrecht übermütig: "Das nächste Auswärtsspiel ist bei den Bayern. Schauen wir mal, was da geht."

Leverkusens Trainer Heiko Herrlich verzweifelt derweil an den nicht existenten Torchancen: "Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass wir heute noch eine Stunde hätten spielen können und kein Tor gemacht hätten". Klingt deprimierend, war aber auch deprimierend anzusehen.

Rudi Völler lässt sich den Humor trotzdem nicht nehmen. "Nicht so gut wie meine 1990 im WM-Finale." (Bayer Leverkusens Sportchef im Sportstudio des ZDF auf die Frage, wie er die Schwalbe von Trainer Heiko Herrlich im Pokal-Spiel in Mönchengladbach fand. Der Bayer-Coach hatte sich nach einer leichten Berührung am Spielfeldrand fallen lassen.)

Herthas Trainer Pal Dardai hatte einen Plan - und der war nicht nur gut, sondern auch gut umgesetzt: "Wir wollten frech sein. Wir haben ausgenutzt, dass der Gegner unter der Woche 120 Minuten gespielt hat. Die Jungs haben von Anfang an Gier und große taktische Disziplin gezeigt. Der indirekte Freistoß hätte den Gegner noch aufbauen können. Insgesamt haben wir verdient gewonnen."

Borussia Dortmund - Hamburger SV 2:0 (0:0)

Wer war noch gleich Pierre-Emerick Aubameyang? Der BVB hat einen Neuen, der heißt Michy Batshuayi, schießt ebenfalls schöne Tore und kann auch Flugeinlage, ...

... auch wenn Trainer Peter Stöger nicht ganz fassen kann was er da sieht: "Nachdem ich nie weiter als bis zur Rolle gekommen bin, kann ich Ihnen jetzt hier nicht beurteilen, wer das besser gemacht hat. Für mich ist beides ein Wahnsinn. Es ist nicht zu erklären, dass das bei einem Kicker überhaupt funktioniert", wundert sich der Österreicher.

Ob Marco Reus innerlich Purzelbäume geschlagen hat, ist nicht bekannt - klar dafür: "Es war schon ein geiles Gefühl", so Reus in der ARD-Sportschau. Kein Wunder, der Nationalspieler hat ja auch 259 Tage auf den großen Auftritt vor der Südkurve gewartet.

Die Einstellung des dauerkriselnden HSV stimmt, die Punkte nicht. Aber: "Wenn wir so mutig weitermachen, werden die Ergebnisse kommen." (Trainer Bernd Hollerbach gibt sich trotz düsterer Klassenerhaltsaussichten kämpferisch.)

Eintracht Frankfurt - 1. FC Köln 4:2 (1:0)

Mit dem Sieg gegen Köln katapultiert sich die Eintracht auf die Champions-League-Ränge - doch Trainer Nico Kovac warnt vor verfrühter Euphorie: "Das Team hat noch viel Potenzial. Durch die Niederlage in Augsburg wurden wir durchgeschüttelt. Es war vielleicht gar nicht schlecht, mal einen auf die Mütze zu bekommen."

Zwei Tore nach Standards - das wurde doch mit Sicherheit fleißig geübt, oder Nico Kovac? Nö: "Wir haben in dieser Woche keinen einzigen Standard trainiert." Alles richtig gemacht also.

Apropos Potenzial: Das ist beim Effzeh zwar mitunter zu erkennen, nicht aber im Spiel am Karnevalssamstag. Nach Feierei ist dem Tabellenschlusslicht nicht zumute - mitgemacht wird aber trotzdem.

"Bei uns wird auf dem Umzug keine Karnevalsstimmung aufkommen." (Kölns Abwehrspieler Dominique Heintz zur Teilnahme der Mannschaft am Rosenmontagszug)

Hannover 96 - SC Freiburg 2:1 (1:0)

Eigentlich ein traumhafter Abend für Hannover 96, doch wieder einmal gibt's Ärger um die Fans und deren (früher) fehlende Unterstützung. Was war passiert? Die Mannschaft verweigert den Gang in die Fankurve - und das, obwohl die Ultras ihren Stimmungsboykott beendet hatten.

Anweisung von ganz oben? Nix da: "Wir haben keine E-Jugend auf dem Platz stehen, die Spieler sind alt genug und mündig", kommentiert 96-Manager Horst Heldt.

Bei Waldemar Anton liegt die E-Jugend nun schon ein Weilchen zurück - vielleicht zeigt der U21-Nationalspieler deswegen ungeahnte Qualitäten: "Jetzt macht er auch noch Tore - langsam wird es beängstigend", staunt Heldt.

Freiburgs Trainer Christian Streich packt derweil nach der Niederlage einen Klassiker der Fußball-Floskeln aus: "Wir hatten zu viele einfache Ballverluste und Stockfehler und haben die Chance zum 1:0 nicht genutzt. In der zweiten Hälfte haben wir fußballerisch besser gespielt, aber am Ende reicht es nicht." Stimmt.

TSG 1899 Hoffenheim - 1. FSV Mainz 05 4:2 (1:1)

1899 Hoffenheim beschert seinem Trainer Julian Nagelsmann zum zweijährigen Dienstjubiläum in der Bundesliga den ersten Sieg 2018. Darauf einen Stammtisch-Spruch: "Es gilt der alte Stammtisch-Spruch: Wie man trainiert, so spielt man." Danke, Julian Nagelsmann.

Da macht's auch nix, dass der Coach sich an diesem Nachmittag doch noch geschlagen geben muss: "Er hat gesagt, wir machen eine Wette, dass es kein Abseits war. Die hat er gewonnen." (Nagelsmann über Schiedsrichter Benjamin Cortus, der bei einer Abseitsstellung von Andrej Kramaric richtig lag.)

Schlimm ist die Lage dagegen in Mainz: Ausgerechnet zur Fastnacht gehen die Fans auf Liebesentzug: Früher spotteten nur die gegnerischen Anhänger ("Ihr seid nur ein Karnevalsverein") über den Klub, jetzt verhöhnt schon das eigene Publikum die kriselnde Mannschaft von Trainer Sandro Schwarz.

Prognose: Es wird brenzlig. "Ich will nicht schon wieder eine Brandrede halten, aber mit der Stimmungslage, die wir haben, wird es nicht funktionieren", sagt Schwarz, der mit Blick auf die peinlichen Vorkommnisse ein böses Erwachen im Abstiegskampf befürchtet. Und womöglich mittelfristig um seinen Job bangen muss.

FC Bayern München - Schalke 04 2:1 (2:1)

Arjen Robben hat nix gemacht, ...

... Thomas Müller schon, und zwar das Siegtor zum 2:1. Und wie! "Unser Trainer wird sagen: 'Ich habe ihn reingelogen'. Ich habe versucht, ihn heiß vors Tor zu bringen. Da war die Hüfte in einem leicht ungesunden Zustand. Dann ist er direkt ins kurze Eck. Klar, ist es möglich aus der Position."

Die Personalfrage Robben-Ribéry bleibt weiter ungeklärt, aber wie sieht's denn mit Max Meyer aus? "Die Meldung kommt aus Spanien. Das kommt mir spanisch vor. Wenn was dran wäre, wüsstet ihr als erstes Bescheid. Er ist ein super Spieler, keine Frage. Aber wenn man sich unser Mittelfeld anschaut, haben wir eine Riesenbesetzung." (Sportdirekor Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic reagiert leicht belustigt auf die Frage nach einem möglichen Wechsel des Schalkers Meyer.)

Statt Jupp Heynckes sitzt gegen Schalke Ersatztrainer Peter Herrmann auf der Bank - dass der 72-jährige Heynckes mit einem grippalen Infekt das Bett hütet, findet Salihamidzic verschmerzbar: "Helene Fischer hat 15 Konzerte abgesagt, unser Trainer nur ein Spiel."

S04-Keeper Ralf Fährmann patzt ausgerechnet vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw - gibt's nun eine Torwartdiskussion? "Die gibt es nicht. Er hat uns schon so viele Punkte geholt. Er kommt klar damit. Das ist in der Kabine kein Thema", beschwichtigt Manager Christian Heidel. (jgu)

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