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Donnerstag, 19. Dezember 2013

Für jeden Geschmack etwas dabei: Schenk doch ein Buch!

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Was? Weihnachten ist dieses Jahr schon am 24.? (Foto: picture alliance / dpa)

Was? Weihnachten ist dieses Jahr schon am 24.?

Was? Weihnachten ist dieses Jahr schon am 24.?

Und der Geschenkesack ist trotz aller guten Vorsätze immer noch so gut wie leer? Schöne Bescherung. Aber keine Sorge, wir hätten da ein paar Ideen für Sie. Die Sachen sind in der Regel klein, ...

... eckig und es ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Und Bücher passen eigentlich immer.

Das Gute: Einschlägige Lieferanten haben versprochen, dass sie die Bestellung bis kurz vor Tannenbaum annehmen.

Wie bitte? Die Auswahl fällt Ihnen schwer?

Die Bestseller haben Sie alle schon durch? Macht nichts. Wir verraten Ihnen einfach, welche Bücher uns zuletzt am besten gefallen haben. Und welche Bücher wir selber verschenken - oder auch geschenkt kriegen wollen.

Da ist dann bestimmt auch für Sie eine Geschenkidee dabei! Los geht's: ...

JAN GÄNGERS Großmutter hatte nicht immer recht, doch manchmal schon: "Unbestritten war ihr wiederholt und gerne mit einem gehörigen Schuss Pathos an Nachdruck gewinnender Hinweis 'Du musst die Russen lesen!' eine gute Idee. Deshalb halte ich mich jetzt an ihre Empfehlung und lege Michail Bulgakows 'Der Meister und Margarita' jedem ans Herz, der sich oder einen anderen mit einem großartigen Klassiker beschenken will ...

... und der unter anderem erleben möchte, wie der Leibhaftige das Moskau Stalins heimsucht. In dem Roman findet sich ein einfacher Satz, der Bulgakow in seiner Heimat unsterblich machte: 'Manuskripte brennen nicht.' Zu pathetisch? Nein, ungeheuerlich." (Sammlung Luchterhand, 496 Seiten, 10,00 Euro)

KATJA SEMBRITZKI hat sich das Überraschungsbuch von der Shortlist des Deutschen Buchpreises geschnappt und war begeistert: "Es braucht ein paar Seiten, bis einen 'Die Ordnung der Sterne über Como' packt. Aber Durchhalten lohnt sich! Monika Zeiner erzählt in ihrem Debütroman virtuos von Freundschaft, Liebe und dem schmalen Grat dazwischen, von Verlust und Lebenslust.

Als der Berliner Pianist Tom mit seiner Band auf Italien-Tournee geht, hofft er, in Neapel seine große Liebe Betty wiederzutreffen. Aber die Vergangenheit lässt ihn nicht los. Denn Betty war die Partnerin seines besten Freundes Marc, der vor Jahren tödlich verunglückte.

Auch wenn es sich um eine klassische Dreiecksgeschichte handelt, darf man eine weitere Hauptperson nicht unterschlagen: den Jazz. Und der verbindet nicht nur die drei Freunde, sondern findet sich auch in der Sprache wieder, die mit vielen ungewöhnlichen, überraschenden Bildern spielt." (Blumenbar, 607 Seiten, 19,99 Euro)

Und auch für Krimi-Freunde weiß KATJA SEMBRITZKI etwas: "In Italien stürmt er regelmäßig die Bestsellerlisten - und das zu Recht: Gianrico Carofiglio ist nicht nur ein brillanter Erzähler, sondern lässt auch eine große Portion Insiderwissen aus seiner Tätigkeit als Antimafia-Staatsanwalt in seine Romane einfließen.

Egal, ob seine Krimireihe um den sympathischen und selbstironischen Anwalt Guido Guerrieri, sein Buch 'Die Vergangenheit ist ein gefährliches Land', in dem ein Musterstudent in einen Strudel der Kriminalität gerissen wird, oder das in diesem Jahr auf Deutsch erschienene 'In der Brandung', das von einem verdeckten Ermittler erzählt, dem sein Doppelleben als Mafiajäger und Privatperson um die Ohren fliegt - Carofiglios Geschichten gehen einfach unter die Haut." (alle Bücher bei Goldman erschienen)

Bei diesem Buch hat ANDREA BEU etwas länger gebraucht, bis sie es für sich entdeckte, dann aber hat es sie gepackt: "Nicht mehr ganz neu, aber gewiss nicht veraltet: 'Der Schwarm' von Frank Schätzing hat schon einige Jahre auf dem Buchrücken, aber sein Thema hat nichts an Aktualität verloren - die vom Menschen missbrauchte, gequälte, verschmutzte Natur schlägt zurück und rächt sich, versucht den lästigen Parasiten Menschheit abzuschütteln. Bei jeder Naturkatastrophe, …

… wie zuletzt dem Taifun über Asien, diskutieren die Experten: Sind sie, zumindest zum Teil, hausgemacht? Trägt der Mensch eine Mitschuld am Klimawandel, an der globalen Erwärmung? Wie viele Milliarden Menschen trägt die Erde? Im viele Seiten starken Thriller 'Der Schwarm' häufen sich merkwürdige, unheimliche Begegnungen von Mensch und Tier: Fischer und ihre Boote verschwinden auf rätselhafte Weise; ...

... Wale lassen sich das Beglotzen durch Touristen nicht mehr gefallen und greifen die Schiffe an; Hummer explodieren und der aus ihnen austretende Glibber macht krank und tötet in rasender Geschwindigkeit; gigantische Mengen an Würmern und freigesetztes Methan spielen eine besonders unheilvolle Rolle. Eine Katastrophe folgt der nächsten, die Lage scheint nicht mehr beherrschbar, ausweglos.

Wie der aggressiv gewordenen, angreifenden, tötenden Natur begegnen? Zurückschlagen oder eine versöhnliche Lösung finden, mit der alle Seiten im tatsächlichen Wortsinne leben können? Das ist die Schlüsselfrage im Showdown von 'Der Schwarm'. Ungemein spannend geschrieben und zum großen Teil so realitätsnah, dass man einerseits Angst hat, weiterzulesen und andererseits nicht aufhören kann. Was kann man Besseres über ein Buch sagen?" (Fischer, 987 Seiten, 9,95 Euro)

Doch auch freundlichere Blicke auf die Welt hat ANDREA BEU parat: "Beim Bildband zum gewaltigsten Gebirgszug der Erde des Fotografen und Asien-Kenners Jaroslav Poncar zeigt schon das eindrucksvolle Cover, was einen erwartet: eindrucksvolle Aufnahmen einer unvergleichlichen Landschaft und der Menschen darin mit ihrer reichen Kultur, ihrer farbenfrohen Kleidung, der großen Bedeutung der Religion im Alltag.

Durch das Format der Panoramafotos (40x30 Zentimeter pro Seite) kommt die Weitläufigkeit und Großartigkeit der Landschaft des Himalaya besonders gut zur Geltung; der Fotograf lenkt den Blick des Betrachters sowohl auf die große Weite, die gigantischen Berge und die Winzigkeit des Menschen darin, ...

... aber auch in die Gesichter, auf die Schönheiten des Moments. Man sieht Menschen beim Beten, bei der Arbeit, bei ihren täglichen Verrichtungen, aber auch ...

... bei Festen und Feierlichkeiten. Begleitet werden die grandiosen Aufnahmen von kurzen erklärenden Texten und Geschichten des Fotografen; wie auch die Bildunterschriften sind sie auf Deutsch und Englisch. Eine große Karte zeigt die Lage des Himalaya, die Länder und wichtigen Orte. Die ungeschönten Bilder, denen jede Hochglanzoptik fehlt und die daher sehr lebensnah wirken, sind größtenteils in den 1970er und 1980er Jahren entstanden und bieten so auch einen Blick zurück in die Geschichte. Ein prachtvoller (und sehr schwerer) Bildband zum Schwelgen und gedanklichen Reisen in die exotische Ferne." (Edition Panorama, 352 Seiten mit 250 Fotografien, 78 Euro)

"Das gilt gleichermaßen (wenn auch mit etwas weniger Gewicht und Seiten) für den 'Afghanistan'-Bildband desselben Fotografen. Poncar bekam im Oktober 2010 den besonderen Auftrag, ein Jahr lang das kulturelle Erbe des Landes auf Bilder zu bannen und zudem einheimische Fotografen auszubilden. Er durfte dazu in die 'sicheren Provinzen' Bamiyan, Balkh, Badachschan und in Teile Herats reisen. In einem Land, das in unserer Wahrnehmung vor allem durch Krieg und Zerstörung geprägt ist, gelangen Poncar Bilder von großer Schönheit ...

... und von Momenten unbeschwerten Alltagslebens. Er zeigt prachtvolle Moscheen und Festungen, archäologische Ausgrabungsstätten, Straßenhändler, Basare und auch ...

... Drachenläufer, die durch das gleichnamige Buch des afghanisch-amerikanischen Schriftstellers Khaled Hosseini (welches 2007 verfilmt wurde) weltberühmt wurden. Zudem ist Afghanistan ...

... reich an landschaftlichen Schönheiten, so wie hier die Band-e-Amir-Seen. Sie wurden 2009 als erster Nationalpark Afghanistans ausgewiesen; das Land erhofft sich dadurch einen Tourismus-Aufschwung. Immerhin war es in den 1960er und 1970er Jahren bereits ein beliebtes Reiseziel von jungen Europäern und US-Amerikanern, darunter viele Hippies. Schließlich gab es hier guten 'Schwarzen Afghanen' zu rauchen und das Land lag auf dem 'Hippie-Trail' von Europa nach Südasien. Diese lockeren Zeiten ...

.... werden wohl nicht zurückkommen und sind von der heutigen Staatsführung auch nicht gewollt; sie setzt vielmehr auf den Reiz archäologischer Stätten und grandioser Landschaften. Zu unsicher ist zudem die Lage in weiten Teilen Afghanistans, zu viel wurde zerstört. Auch das spart Poncar in seinem Bildband nicht aus: Ruinen, Zerstörung, Schmutz. Die begleitenden Texte sind wie immer bei Edition Panorama auf Deutsch und Englisch; ein längerer Beitrag stammt vom Reiseschriftsteller William Dalrymple. Eine Karte und ein Abriss zur Geschichte Afghanistans ergänzen den Fotoband." (Edition Panorama, 192 Seiten mit 80 Fotografien, 58 Euro)

Sie suchen nach Kinder- und Jugendbüchern? Kein Problem, SOLVEIG BACH hat da gleich ein paar Ideen: "Von Marie-Aude Murail müsste man eigentlich alle Bücher verschenken, weil sie ihre Leser ernst nimmt, auch und gerade dann, wenn es jüngere Menschen sind. Deshalb vor allem für Teenagermädchen, aber nicht nur, unbedingt 'Das ganz und gar unbedeutende Leben der Charity Tiddler'.

Dahinter verbirgt sich die Lebensgeschichte der Schriftstellerin Beatrix Potter, genau die von 'Peter Hase', herrlich schräg und unglaublich spannend erzählt. Ein echter Schmöker, eine Biografie, ein Entwicklungsroman und pure Unterhaltung." (Fischer Schatzinsel, 576 Seiten, 16,95 Euro)

"Für Jungs und in ehrender Erinnerung an jede Kinderbande, die jemals zwischen Sylt und Haldenwanger Eck gegründet und mit den absurdesten Regeln versehen wurde: 'Tristan gründet eine Bande'. Die ganze, durchaus vergnügliche Wahrheit über das echte Leben auf dem Schulhof.

Was, wenn man keine Chance hat, in eine von drei bereits bestehenden Banden aufgenommen zu werden? Dann muss man halt selbst eine gründen und das tut Tristan und kauft dem gefürchteten Olivier auf ganz ungewöhnliche Weise den Schneid ab. Super zum Vorlesen, toll zum Selberlesen. Ein witziges Plädoyer dafür, man selbst zu sein." (Fischer, 96 Seiten, 10,99 Euro)

"Wenn der Schnee die Erde bedeckt, ist darunter nichts. Oder doch? In Anne Möllers 'Vom Leben in der Erde' ist jedenfalls richtig was los.

Da wird die Erde unter den eigenen Füßen so spannend wie ein ferner Planet. Toll illustriert und viel zu entdecken." (Meyers Kinderbuch, 18 Seiten, 14,99 Euro)

Aber auch für Erwachsene hat SOLVEIG BACH noch Empfehlungen in petto. Wie wäre es mit einem Buch über Bücher? "Liebeskummer, Arbeitslosigkeit, Langeweile - das Leben hält jede Menge Umstände bereit, die nach Klärung oder gar Therapie verlangen. Da in der Literatur über alles bereits geschrieben wurde, muss nur das richtige Buch her.

'Die Romantherapie' hat die passenden Titel zu den Unbilden des Lebens parat, Wilde gegen Eitelkeitsanfälle, Martel bei scheinbarer Ausweglosigkeit, Fallada für die Hoffnungslosen, Tolstoi bei Zahnschmerzen und Ehebruch. 253 kluge und unterhaltende Empfehlungen in einem Buch. Köstlich." (Insel Verlag, 430 Seiten, 20,00 Euro)

"Schon etwas von der diesjährigen Nobelpreisträgerin für Literatur, Alice Munro, gelesen? Das Nobelpreiskomitee nannte die 82-Jährige die 'Meisterin der zeitgenössischen Kurzgeschichte'.

Munros Leser bekommen ein wenig altmodisch anmutende Geschichten aus dem ländlichen Ontario, wo die Autorin unter schwierigen Bedingungen aufgewachsen ist. Nachrichten aus einer Welt, in der Frauen noch einen Gatten versorgen müssen und Schwierigkeiten haben, glücklich zu sein.

Inzwischen hat die Kanadierin das Schreiben an den Nagel gehängt. Ihr vielleicht letztes Buch 'Liebes Leben' ist gerade bei Fischer auf deutsch erschienen." (S. Fischer, 368 Seiten, 21,99 Euro)

"Das Gegenstück dazu ist der unterhaltende Gesellschaftsroman im Krimigewand. Wer 'Downton Abbey' geschaut hat, muss 'Wiedersehen in Hannesford Court' lesen. Martin Davies schickt seinen Helden Tom Allen über die Weihnachtstage auf den gleichnamigen Landsitz.

Allen kommt zwar selbst weitgehend unbeschadet aus dem Ersten Weltkrieg, aber viele Familienmitglieder und Freunde von einst sind tot. Das Leben in Hannesford Court ist nur noch scheinbar so wie in seinen Erinnerungen. Der Krieg überschattet alles, und was ist mit dem mysteriösen Todesfall des Deutschen Professor Schmidt, der sich einst dort ereignet hat?" (dtv, 336 Seiten, 14,90 Euro)

Auch SAMIRA LAZAROVIC hat einen Tipp für Downton-Fans - besonders für die, die die Serie gerne im Original mit Untertitel schauen und ihr frisch erworbenes Vokabular rund um Butlers und Valets einsetzen wollen: "The Novel in the Viola' erzählt die Geschichte der jungen Elise Landau, die 1938 eine Stelle als Dienstmädchen in Tynford House, einem Anwesen an der Südküste Englands annehmen muss.

Die junge Jüdin kommt aus einer vermögenden, bürgerlichen Wiener Familie und hat zuvor niemals Silber geputzt oder Betten gelüftet. Doch eines weiß der Flüchtling besser als die Bewohner des englischen Landsitzes: Die Zeiten ändern sich und mit ihnen die alten Werte und Traditionen. Ein herrlicher Schmöker für die Zeit zwischen zwei 'Downton-Staffeln'. Auf deutsch unter dem Titel "Als die Liebe zu Elise kam' erschienen." (Rowohlt, 512 Seiten, 19,95 Euro)

"Von England in die Schweiz: Der Stiftsbibliothekar und Prälat der berühmte Bibliothek des Klosters St. Gallen, Jacobus Katz, hat in den Sommerferien seinen Neffen zu Besuch. Um den Boden des Büchersaals zu schützen, soll der Junge Filzpantoffeln an die Besucher austeilen. Dem Zwölfjährigen öffnen sich neue Welten - die Welt der Bücher und die des anderen Geschlechts. Er beginnt zu lesen und bald schon nicht mehr so scheue Blicke unter die Röcke der Besucherinnen zu werfen - sehr zum Unmut der Haushälterin und guten Seele des Prälathauses, dem Fräulein Stark."

Thomas Hürlimanns Novelle 'Fräulein Stark' sorgte 2001 für Aufregung im Feuilleton - Marcel Reich-Ranicki warf dem Schweizer Autoren im 'Literarischen Quartett' vor, ein antisemitisches Zeichensystem zu verwenden. Tatsächlich weht durch die beschriebene Schweiz der 1960er-Jahre ein antisemitischer Geist. Für Fräulein Stark ist es etwa kein Wunder, dass in dem kleinen 'Katz' die verbotene Sexualität erwacht, es ist halt das "Katzenhafte" in ihm. Die verstorbenen Tanten hatten krumme Nasen, überhaupt spielen Nasen eine große Rolle - sie lassen sich nicht überlisten, sie wollen riechen und man kann sie ebensowenig verbergen, wie der Prälat Jacobus seine jüdische Herkunft.

Dem verstorbenen MRR alle Ehre - doch ohne Aufregung gelesen, entdeckt man in dem Buch nichts Antisemitisches, sondern die genaue, atmosphärisch dichte Beschreibung eines Zeitgeistes. Hürlimanns "Fräulein Stark" zieht einen mitten in die katholische Schweiz der 1960er Jahre hinein, die Figuren sind voller Wärme und Humor beschrieben und bleiben lange im Gedächtnis. Als Geschenk macht sich besonders das hübsche Exemplar der Fischer TaschenBibliothek gut." (Fischer TaschenBibliothek, 208 Seiten, 9,00 Euro)

"Wer noch ein edles Bändchen zum Verschenken oder Behalten sucht, für den wäre vielleicht der 2011 von Manesse neu aufgelegte Roman 'Wellen' etwas. Zum Fin de Siècle sorgt die junge Gräfin Doralice für Aufregung an einem kleinen Badeort an der Ostsee. Die junge, schöne Frau ist mit einem mittellosen Maler ihrem adligen, alten Mann davongelaufen und hat sich damit in der Gesellschaft unmöglich gemacht. Das sieht auch die Generalin von Palikow so, die ihre vielköpfige Familie um sich herum in der Sommerfrische versammelt hat. Doch auch sie kann die Fantasien und Träume, die dieses Paar auslöst, nicht kontrollieren. Ebensowenig wie die sich anbahnende Katastrophe."

Alleine die grandiosen Naturbeschreibungen machen 'Wellen' schon zum perfekten Begleiter für jeden Ostseeurlaub. Hinzu kommt noch die detailreiche, ironische Personenzeichnung, von der resoluten Generalin über den verwachsenen Geheimrat Knospelius bis hin zu dem skandalösen Paar, denen der prosaische Alltag im Fischerdorf die Romantik austreibt. Ein Klassiker, der nicht zeitgemäß sein muss, um zu unterhalten." (Manesse, 256 Seiten, 19,95 Euro)

DIANA SIERPINSKI hat sich vom großen Gatsby in die 1920er-Jahre entführen lassen. "Die Geschichte von Jay Gatsby, einem einsamen reichen Geschäftsmann, der seiner längst verlorenen Liebe nachjagt, dürfte den meisten Menschen, ...

... nicht erst seit der Neuverfilmung mit Leonardo di Caprio als Gatsby, hinlänglich bekannt sein. Der Klassiker von F. Scott Fitzgerald wird in dieser brillanten Neuübersetzung von Burghart Klaußner gesprochen - der der Atmosphäre der Roaring Twenties mit seiner Stimme Leben einhaucht. Wunderbar!" (Hörbuch Hamburg, 5 CDs, 14,99)

'Du sollst wissen, dass du mein Herz, meine Hoffnungen in deinen Händen hältst.' Mann an Frau per Brief. 'Eine Handvoll Worte' von Jojo Moyes ist das perfekte Buch für kalte Wintertage, findet DIANA SIERPINSKI. "Es reißt den Leser in ein Gefühlschaos zwischen Trauer, Entsetzen und Glück ... Es gibt so viele Worte, die dieses Buch zwar beschreiben können, aber alle zusammen würden nicht ausreichen, um wirklich auszudrücken, wie eindrucksvoll dieses Buch ist." (Argon Verlag, 12,99 Euro)

CHRISTOPH RIEKE zieht es auch zwischen den Buchdeckeln auf den Fußballplatz: "Dass sich das Weihnachtsfest problemlos mit Fußball verbinden lässt, beweisen alljährlich die Fans des 1. FC Union Berlin. Mit ihrem traditionellen Weihnachtssingen locken sie mittlerweile über 20.000 Menschen in ihr Stehplatzstadion An der Alten Försterei. Dem Traditionsverein aus Köpenick …

… hat der Sportjournalist Matze Koch nun ein knapp 450 Seiten starkes Buch gewidmet, das man getrost als Standardwerk bezeichnen kann. In 'Immer weiter – ganz nach vorn' erzählt er mit viel Liebe zum Detail die Geschichte der 'Eisernen', die sich vom Außenseiter in der DDR-Oberliga zum etablierten Zweitligisten entwickelt haben.

Über die spannend nachskizzierte Vereinshistorie hinaus verdeutlicht Koch den nicht minder spannenden Kulturkampf, den die Unioner erfolgreich gegen die zunehmende Kommerzialisierung und Vereinheitlichung im Profifußball ausfechten. Viele Fotos und - das macht das Buch so besonders - Interviews mit den Helden der Vereinsgeschichte tragen zum perfekten Lesevergnügen bei." (Verlag Die Werkstatt, 448 Seiten, 24,90 Euro)

Aber auch für Nicht-Fußballfans hat CHRISTOPH RIEKE einen Tipp: "Warum nicht mal ein Krimi aus Nordirland? Der blutige Nordirland-Konflikt ist seit 9 Jahren beigelegt, als Gerry Fegan 2007 aus dem Gefängnis freikommt. Er hat für die IRA 12 Menschen getötet. Verblüfft stellt er in Freiheit fest, dass sich seine alten Weggefährten und Auftraggeber mit dem Frieden arrangiert und nun hohe Positionen in der Politik eingenommen haben. Zu allem Überfluss wird er von den Geistern seiner Opfer gepeinigt, die nur eins wollen: Vergeltung.

Sein schlechtes Gewissen und die Hoffnung auf inneren Frieden treiben Fegan schließlich zu einem Rachefeldzug quer durch die alte IRA-Garde. In dem temporeichen Polit-Thriller 'Die Schatten von Belfast' gelingt es Stuart Neville, die politisch-religiösen Konfliktlinien in Nordirland nachzuzeichnen, die bis heute zweifellos Bestand haben. Atemberaubend bis zum Schluss." (Aufbau, 448 Seiten, 9,99 Euro)

Für MARKUS LIPPOLD ist das Buch des Jahres eine Comic-Biografie über den deutschen Künstler Kurt Schwitters. "'Herr Merz' des Norwegers Lars Fiske ist eine Verbeugung vor der Kunst des Mannes aus Hannover, der durch wilde Collagen berühmt wurde.

Aber auch seine 'Ursonate' zeugt von der Nähe zur Dada-Bewegung. Da diese Schwitters jedoch für zu bürgerlich hielt, gründete er seine eigene Kunstrichtung: 'Merz'. Er gab Merzhefte heraus, schrieb Merzgedichte und baute in seiner Wohnung ...

... einen Merzbau, ein große, verwinkelte Skulptur, die ganze Räume einnahm. Sie blieb jedoch unvollendet, weil Schwitters vor den Nationalsozialisten nach Norwegen floh, denn seine Kunst wurde als 'entartet' verurteilt.

Lars Fiske hat sich penibel mit Schwitters beschäftigt. Mit vielen Originalzitaten erzählt er dessen Geschichte und verschränkt dabei gekonnt Leben und Werk. Besonders beeindruckend sind jedoch Fiskes Bilder, die Schwitters' Kunst kongenial wiedergeben.

Fiske wirft etliche Comictraditionen über Bord, die Seitenstrukturen werden konsequent aufgebrochen. Sein Buch ist eine Hommage an Schwitters, zugleich aber ein ganz eigenes Kunstwerk. Das ist ein Tipp - nicht nur für Kunstliebhaber!" (Avant-Verlag, 112 Seiten im großformatigen Hardcover, 29,95 Euro)

"Von einem norwegischen Comic nach Spanien, in ein abgelegenes Bergdorf: In 'Ardalén' erzählt der vielfach preisgekrönte Zeichner Miguelanxo Prado eine melancholische Geschichte über das Leben, Erinnerungen und verpasste Chancen. Sabela sucht in dem Dorf nach Spuren ihres Großvaters, der einst auf der Suche nach Arbeit nach Amerika ging und dort auf einem Handelsschiff anheuerte. Helfen könnte ihr Fidel, der behauptet, den Großvater zu kennen. Doch kann Sabela ihm trauen?

Prado gelingt mit 'Ardalén' eine berührende Geschichte mit vielen magischen Momenten. Etliche Wendungen erhalten die Spannung bis zum Schluss, wozu aber auch die klug gezeichneten Charaktere beitragen - der Leser wird so immer weiter in Fidels Welt hineingezogen.

Die Zeichnungen sind atmosphärisch und phantasievoll, sie lassen die Grenzen zwischen Realität und Magie verschwimmen. Die Kolorierung wechselt zwischen nostalgisch wirkenden, gedeckten Tönen und karibisch-leuchtenden Farben. 'Ardalén' ist ein perfektes Buch für verschneite oder verregnete Tage." (Egmont Graphic Novel, 256 Seiten im Hardcover, 29,99 Euro)

"Aber es soll ja Menschen geben, die glauben, dass Comics nicht nur anspruchsvolle Themen kunstvoll darstellen, sondern auch Kinder unterhalten können. 'Ariol' von Emmanuel Guibert und Marc Boutavant ist für sie genau das Richtige. Liebevoll erzählen sie von dem Titelhelden, einem kleinen blauen Esel, der mit den typischen Alltagsproblemen eines Kindes kämpft.

Ständig muss er sich waschen, er muss sich impfen lassen, Schule und Lehrer nerven und seine heimliche Flamme Petula lässt ihn ein ums andere Mal abblitzen. Zum Glück gibt es aber noch Schweinchen Ramono, seinen besten Freund. Und es gibt Superstar Hengst Heldenhuf, den Ariol anhimmelt und dessen Comic-Hefte er verschlingt. Kein Wunder, dass er im Alltag immer wieder eigene Abenteuer erfindet.

Viele Kinder dürften von Ariols Abenteuern begeistert sein. Schließlich sind dessen Probleme universell. Doch sie sind so witzig erzählt und gezeichnet, dass sie auch so manchen Erwachsenen in ihren Bann ziehen werden. Bisher sind zwei Bände von 'Ariol' erschienen: 'Ein kleiner Esel wie du und ich' sowie 'Hengst Heldenhuf'." (Verlag Reprodukt, 128 bzw. 134 Seiten in Klappenbroschur, je 14 Euro)

"Und noch zwei Comic-Tipps: 'Captain Berlin' von Horrorspezialist Jörg Buttgereit gibt es als Film, Theaterstück, Hörspiel - und nun auch als Comic. Dieser enthält zwei Geschichten: Der Superheld kämpft erst gegen Hitler (diesen Comic gab es bereits als DVD-Beilage) und dann gegen ein mutiertes Wesen aus Fukushima. Das ist Trash pur für Genrefans. Das Heft hat 36 Seiten, kostet 4,90 Euro und ist am gut sortierten Kiosk, im Comicfachhandel oder beim Weissblech Verlag erhältlich."

"Mit einem Pony, einem Elefanten, einem Pilz und einem Hausdämon in einer WG zu leben ist sicher nicht leicht. Sarah macht es trotzdem, aber sie streift ja auch als Nerd-Girl durch die Nächte. Und außerdem: 'Das Leben ist kein Ponyhof'. Das ist der Titel des preisgekrönten Webcomics von Zeichnerin Sarah Burrini. Die manchmal absurden, manchmal ironischen und immer wieder witzigen Geschichten gibt es inzwischen auch als Buch. Der zweite Band heißt 'Willkommen in der Realität'." (Zwerchfell Verlag, 96 Seiten im Hardcover, 15 Euro)

Wunderbare Bildbände gibt es für Groß und Klein, findet SABINE OELMANN. Zum Beispiel diesen hier: "Ingrid Bergmann – das ist für viele die Frau aus 'Casablanca', die Frau, die Humphrey Bogart das Herz gebrochen hat. Dabei hatte die schöne Schwedin so unendlich viel mehr zu bieten.

Eine unglaubliche Filmkarriere, ...

... ein abwechslungsreiches, skandalöses, zufriedenes, heiteres und schmerzhaftes Familien- und Privatleben, und - und das ist wirklich wichtig für einen Bildband - Unmengen an Fotos, an denen man sich kaum sattsehen kann.

Ingrid Bergman ist die natürlichste Schönheit, die man sich vorstellen kann, doch legt sie sich Lidstrich auf und ein wenig Lippenstift, dann wird aus ihr die Drama-Queen, die Verführerin.

Reihenweise sind ihr die Männer verfallen, und ihr Liebesleben war geprägt von großem Glück, aber auch von Skandalen und heftigen Romanzen.

Die vier Kinder der Bergman - Pia Lindström, Isabella, Ingrid und Roberto Rossellini - haben in den privaten Schatztruhen der Familie gestöbert und Fotos von unglaublicher Intimität gefunden, außerdem Texte zu dem wunderbaren Bildband beigesteuert, die einer Leinwandgöttin gerecht werden. Dieser Bildband ist ein Schatz. 'Ingrid Bergman - ein Leben in Bildern' ist erschienen bei Schirmer und Mosel, mit einer Einleitung von Kollegin Liv Ullmann, zusammengestellt u.a. von Tochter Isabella Rossellini. (500 Seiten, 98 Euro)

"Weihnachten bietet sich dafür an, mal wieder das eine oder andere Märchen zu erzählen. Oder zu lesen. In diesem wunderbaren Bildband geht es um ...

... kleine Meerjungfrauen und neue Kleider, ...

... Däumelinchen und Zinnsoldaten, ...

... Mädchen mit Schwefelhölzern und Prinzessinnen auf der Erbse. Das ist nicht nur schön für Kinder. Ein Ausflug in die Fantasie hat ja noch keinem geschadet." (TASCHEN Verlag, 320 Seiten, 29,99 Euro)

"Ein Buch für alle Berliner Nachteulen, Zugezogene, Nostalgiker und immer noch unterwegs Seiende: 'Nachtleben 1974 bis heute' aus dem Metrolit-Verlag aufschlagen bedeutet, dass man sich und seine Freunde automatisch auf den Bildern aus Dschungel, Tresor ...

... oder auch E-Werk sucht, um erleichtert festzustellen, dass man an einem anderen Tag unterwegs war als die Fotografen. Oder man sieht, ... (Bild: Chromapark im E-Werk 1995, von Kay Itting)

... wie Promis früher aussahen und wer sich so alles in Berlin rumtrieb, wie hier Joseph Beuys und der Kurator Christos Joachimides vor der Paris Bar auf einem Bild von Guido Schirmeyer. Großartiges Werk zum Nachschlagen, Schwelgen, Losziehen." (Metrolit, 312 Seiten, 36 Euro)

Für THOMAS BADTKE ist und bleibt Stephen King einer der Größten. "Und große Schriftsteller können alles schreiben: Vom epochalen 1000-Seiten-Wälzer bis hin zur knackigen Kurzgeschichte. 'The Stand', 'Die Arena' - Werke, die der Leser trotz ihrer hohen Seitenzahlen nicht mehr aus den Händen legen kann. Aber er kann sich eben auch kurz fassen, wie 'Ein Gesicht in der Menge' beweist.

Nicht einmal 60 Seiten genügen dem Großmeister, um die Abgründe des alltäglichen Horrors aufzuzeigen: Dean Evers Frau ist gestorben. Der einstmals erfolgreiche Unternehmer genießt das, was von seinem Lebensabend noch übrig geblieben ist, deshalb in Florida. Dort schmecken die Tabletten, die er nehmen muss und der Alkohol, den er dazu trinkt, noch etwas besser. Sein bester Freund ist sein Fernseher, wo er jeden Tag Baseball schaut - bis eines Tages auf den Zuschauerrängen des spärlichen gefüllten Stadions Evers‘ Zahnarzt ihm zuwinkt.

Eine ganz normale Sache, wäre der Quälgeist aus seiner Kindheit nicht schon längst tot. Auch sein alter Unternehmenspartner, den er kurz darauf im Fernsehen sieht, hat das Zeitliche schon längst gesegnet. Der kleine Junge aus Evers‘ Schulzeit ebenso. Und: Na klar, Evers‘ Frau darf da nicht fehlen. Jeder von ihnen hat noch ein Hühnchen mit Evers zu rupfen. Und der selbst, glaubt langsam, verrückt zu werden. 'Ein Gesicht in der Menge': traumhaft, kurz, auf den Punkt - und ein Gemeinschaftswerk von Stephen King und Stewart O’Nan." (Rororo, 64 Seiten, 8,00 Euro)

"Wenn man an Frankfurt am Main denkt, kommen einem zuerst Äppelwoi und grüne Soße oder Deutschlands größer Flughafen und die von den Bankenhochhäusern geprägte Skyline in den Sinn. Aber reicht das aus, um die Mainmetropole zu lieben?

Gut, es gibt noch den hessischen Dialekt, der dort gesprochen wird (wunderschön), eine Altstadt (irgendwie knuffig), die Zeil (für die Frauen), die Berger Straße (für die Männer) und die Frankfurter Eintracht (für alle Fußballfans). Dazu kann Frankfurt mit jeder Menge grünem Umland aufwarten, Kultur und Museen satt und - zumindest im Vergleich zu Berlin - mit einem halbwegs funktionierenden öffentlichen Nahverkehr. Mir reicht das jetzt, um Frankfurt am Main zu lieben. Unter uns, mir reicht sogar die Frankfurter Eintracht dazu.

Aber wer noch unschlüssig ist, greift zum herrlich-witzigen Buch: '111 Gründe Frankfurt zu lieben - Eine Liebeserklärung an die großartigste Stadt der Welt' von Jens Prewo - und ich wette, es dauert nur wenige Seiten, und auch Sie sind ein Fan dieser Stadt!" (Schwarzkopf & Schwarzkopf, 240 Seiten, 9,95 Euro)

"Als n-tv.de-DVD-Beauftragter schaut man eine Menge Filme an. Ab und an sind großartige Streifen dabei, das Erfolgsrezept ist in der Regel gleich: Sie basieren auf literarischen Vorlagen (wie beispielsweise 'Sibirische Erziehung'). Nun kann man sich entscheiden, es dabei zu belassen, oder nach dem Schauen des Stoffes, ihn auch noch zu lesen. Oft ist es dann so, dass die literarische Vorlage den Film um Längen schlägt.

Manchmal aber sind Buch und Film wie aus einem Guss. Bei 'The Walking Dead' ist genau das der Fall. Die TV-Serie mit den nicht totzukriegenden Untoten und der mal kleiner und mal größer werdenden Gruppe Überlebender mitsamt ihren Alltagsprobleme läuft in den USA bereits in der 4. Runde. In Deutschland erschien im November die 3. Staffel auf DVD. Die Einschaltquoten sind top, die Verkaufszahlen ebenso.

Aber die TV-Serie hätte es nie ohne die Comics von Robert Kirkman gegeben. Ihm gebührt der ganze Dank - und dem Zeichner Tony Moore. Auch wer, wie ich, nach dem Lustigen Taschenbuch nichts gezeichnetes mehr in die Hand genommen hat, ist spätestens nach den ersten paar Seiten vom Zombie-Virus infiziert. Und das beste: Es gibt mittlerweile 18 Bände bei CrossCult, das 19. erscheint im Januar, das 20. im August. Das verspricht also noch eine Menge TV-, DVD- und Comic-Spaß! Herrlich." ( Band 1, 144 Seiten, 16 Euro)

Ein Buch muss sich nicht nur gut lesen, sondern auch gut aussehen, findet ANNA MEINECKE - besonders wenn es unter dem Weihnachtsbaum liegen soll. Deswegen stöbert sie am liebsten bei der Büchergilde. "Als eines der schönsten Bücher des Jahres 2013 hat die Stiftung Buchkunst die Neuauflage von Katherine Mansfields 'In einer deutschen Pension' ausgezeichnet - Kurzgeschichten der einzigen Frau, die Virginia Woolf je um ihren Stil beneidet hat.

1909 ist die Neuseeländerin frisch von ihrem Mann getrennt und schwanger. Zwischen fröhlichen Witwen und verunsicherten Ehefrauen skizziert sie gesellschaftliche Spannungen und prüft Stereotypen der englischen und deutschen Mentalität. Joe Villion hat die Texte bebildert. Farblich poppig mit viel schwarz und pink hat sie dafür eine zauberhaft surreale Bildsprache samt Jugendstilelementen entwickelt." (Büchergilde Gutenberg, 280 Seiten, 24,95 Euro)

Surreal geht es bisweilen auch im Kreuzberg der Gegenwart zu, weiß JULIAN VETTEN. "Rollende Straßenpianisten findet man sonst ja eher selten in deutschen Städten, ...

... was wohl auch einer der Gründe für Klaus Bittermanns Liebeserklärung an den Berliner Bezirk war. In 'Möbel zu Hause, aber kein Geld für Alkohol' verarbeitet der Journalist die flüchtigen Eindrücke, die er beim Flanieren auf Kreuzbergs Straßen erhascht.

Bittermann gelingt das Kunststück, sowohl die Invasion der 'Backfischtouristen' als auch ...

... den verzweifelten (und wohl aussichtslosen) Kampf der Anwohner gegen die drohende Gentrifizierung bis hin zu ...

... einem 1. Mai, der auch nicht mehr das ist, was er mal war, in maximal zwei Seiten lange Kurzgeschichten zu packen. Immer witzig, immer auf den Punkt - ohne dabei in platte Klischees abzurutschen." (Suhrkamp, 191 Seiten, 14,00 Euro)

Sie haben sich das eine oder andere Buch auf dem Wunsch- oder Einkaufszettel notiert? Wunderbar, dann kann Weihnachten ja kommen. Frohes Fest!

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