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Aus AHA wird AHAA Alle sollen #Wellenbrecher werden

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Mit den Ansteckungszahlen wächst auch die Angst vor einer zweiten Welle.

Eine zweite Corona-Welle in Deutschland lässt sich nur verhindern, wenn sich die Menschen wieder besser an die empfohlenen Schutzmaßnahmen halten. Da sind sich die Experten einig. Eine Gruppe von Online-Aktivisten versucht nun, die Corona-Müden aufzurütteln.

Angesichts der ansteigenden Infektionszahlen mit dem Coronavirus wachsen die Ängste vor einer zweiten Krankheitswelle. Um dem entgegenzuwirken, ruft eine Gruppe von Online-Aktivisten dazu auf, die empfohlenen Hygiene-Maßnahmen wieder besser einzuhalten. Das Ziel ihrer Kampagne ist, dass alle #Wellenbrecher sein können, also den Ausbruch einer zweiten Welle verhindern können.

Die Idee geht auf den Münchner Medienpädagogen Ulrich Tausend und die Politikwissenschaftler Theresa Hannig und Nils Simon zurück. Tausend erzählt in einem Begleitvideo, dass es für ihn sehr frustrierend war, zu sehen, "dass wir als Gesellschaft im Kampf gegen Corona so viele Möglichkeiten haben, die fast nichts kosten". Trotzdem gebe es Widerstand oder auch einfach nur Ignoranz gegenüber der sogenannten AHA-Regel.

Damit wird kurz zusammengefasst, was man gegen die Ausbreitung des Coronavirus tun kann: A steht für Abstand halten, H für Hygieneregeln beachten, beispielsweise in die Armbeuge niesen oder auf das Händeschütteln verzichten. Das zweite A steht für das Tragen einer Alltagsmaske. Die Gruppe wirbt besonders dafür, zusätzlich die Corona-Warn-App zu installieren.

"Jeder kann etwas tun"

In einem knapp dreiminütigen Video erklären Unterstützer aus Kunst, Kultur, Politik, Gesellschaft und Medien, was sie gegen die Ausbreitung der Infektionen tun und warum. Zu den Gesichtern im Video gehören unter anderem die SPD-Vorsitzende Saskia Esken, der Grünen-Politiker Anton Hofreiter, der frühere Innenminister Thomas de Maizière, der Autor und Musiker Tommy Krappweis und der Inklusionsaktivist Raul Krauthausen.

*Datenschutz

In ihrem Video erzählen die Macher, wie sie sich an Politikerinnen, Influencer und Prominente gewandt hatten. "Am Ende kommt es aber nicht darauf an, ist jemand besonders prominent oder reich oder bekannt. Sondern es kommt auf jeden Einzelnen an. Auf dich, auf mich, auf uns alle, um die nächste Welle aufzuhalten", sagt der Berliner Politikwissenschaftler Simon. Keiner habe Bock auf die nächste Corona-Welle.

Am Donnerstag hatte der Berliner Virologe Christian Drosten auf einem Kommunikationskongress in Berlin gewarnt, dass sich die Lage auch in Deutschland wieder zuspitzen könne. Deutschland sei nicht viel anders als die europäischen Nachbarländer, in denen Ansteckungszahlen derzeit steigen. "Darum müssen wir da sehr vorsichtig sein und sehr genau beobachten, wie es jetzt weitergeht."

Weniger Stress, weniger Tote

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"Wenn die Infektionszahlen generell niedriger sind, dann haben wir als Gesellschaft viel weniger Stress und es sterben weniger Leute", sagt auch Medienpädagoge Tausend. Beides könne man erreichen, "wenn sich die 90 Prozent, die sowieso sagen, die Maßnahmen sind okay, auch halbwegs daran halten".

Die Gruppe weist darauf hin, dass in Deutschland bereits 18 Millionen Menschen die Corona-Warn-App heruntergeladen haben. Es gebe jedoch 50 Millionen Handys, auf denen die App installiert werden könne. Schon jetzt sei es normal, in die Armbeuge zu niesen, das könne auch für die Benutzung der App gelten. Deshalb sei man für die AHAA-Regel, die die App mit einschließe. So ließen sich Ansteckungscluster schneller erkennen und die Ausbreitung der Infektionen begrenzen. Denn es sei nicht nur im eigenen Sinne und fürsorglich für seine Mitmenschen, sondern "cool", die App zu haben.

Quelle: ntv.de, sba