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Verleumdung im Fall Maddie Ermittler gewinnt Prozess gegen McCanns

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In seinem Buch wirft Amaral den Eltern der vermissten Maddie vor, die Leiche ihrer Tochter versteckt zu haben.

(Foto: ASSOCIATED PRESS AP)

Neun Jahre nach ihrem Verschwinden fehlt von Maddie weiterhin jede Spur. Derweil fechten ihre Eltern und der ehemalige Chefermittler Gonçalo Amaral vor Gericht einen erbitterten Streit aus. Das jüngste Urteil kann Amaral nun als Sieg verbuchen.

Der frühere portugiesische Chefermittler im Fall der verschwundenen Maddie McCann, Gonçalo Amaral, hat einen Berufungsprozess wegen Verleumdung gegen die Eltern des Kindes gewonnen. Die McCanns müssten Einschränkungen ihres Rechts auf Privatsphäre hinnehmen, weil sie eine internationale Medienkampagne zum Auffinden ihrer Tochter gestartet hätten, urteilte das Gericht in Lissabon. Wie die Anwältin der Eltern, Isabel Duarte, mitteilte, ziehen Kate und Gerry McCann nun in Erwägung, gegen das Urteil vor dem Obersten Gerichtshof Portugals Berufung einzulegen.

Im April 2015 war Amaral in erster Instanz unter anderem zur Zahlung von 500.000 Euro Schadenersatz an die Eltern verurteilt worden, weil er ihnen in einem Buch vorgeworfen hatte, die Leiche ihrer Tochter versteckt zu haben. In seinem 2008 erschienenen Buch "Die Wahrheit über die Lüge" mutmaßt er, das Kind sei bei einem Unfall ums Leben gekommen und die Eltern hätten dies geheim gehalten.

Madeleine McCann war im Mai 2007 kurz vor ihrem vierten Geburtstag aus der Ferienwohnung der Familie im Süden Portugals verschwunden, während ihre Eltern in einem Restaurant in der Nähe zu Abend aßen. Die Polizei vermutet eine Entführung, schließt aber auch andere Möglichkeiten nicht aus.

Amaral leitete die Ermittlungen in Portugal, die nach 14 Monaten zunächst eingestellt und fünf Jahre später wieder aufgenommen wurden. Die britische Polizei eröffnete im Juli 2013 eigene Ermittlungen.

Quelle: n-tv.de, hla/AFP

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