Panorama

Weltweite Razzien mit Festnahmen Ermittler knacken kriminellen Krypto-Chat

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In Hessen startete das LKA die Zugriffe unter dem Namen "Viribus".

(Foto: picture alliance / Fotostand)

Seit dem Fall um Enchrochat, dem "Whatsapp für Gangster", ermitteln Behörden weltweit auch in verschlüsselten Netzwerken. Mit einer global koordinierten Aktion soll nun berüchtigten Kriminellen das Handwerk gelegt werden.

Weltweit gehen Geheimdienste und Sondereinsatzkommandos gerade gemeinsam gegen das organisierte Verbrechen vor. In mehreren Ländern, darunter auch Deutschland, begannen zeitgleich Razzien, nachdem Ermittler einen verschlüsselten Krypto-Chat geknackt und über längere Zeit ausgewertet haben. Das berichten "Spiegel" und "Bild"-Zeitung. Demnach gehe es bei den Vergehen um Drogen-, Waffen- und Menschenhandel.

Auf einer Pressekonferenz am 8. Juni will die Polizeibehörde Europol Details zum Vorgehen mitteilen. Europol nennt den Ablauf, an dem 16 Nationen beteiligt sind, eine der "aufwendigsten" Aktionen gegen das organisierte Verbrechen, mit dem Ziel einige der weltweit berüchtigtsten Kriminellen zu fassen.

Laut "Bild"-Zeitung hatte das FBI im Vorlauf der Razzien verschlüsselte Handys geknackt und die Chatverläufe der Kriminellen ausgelesen, um ihnen so auf die Spur zu kommen. In einem ähnlichen Fall war es vor einem Jahr europäischen Ermittlern bereits gelungen den Anbieter Enchrochat zu knacken - eine Art "Whatsapp für Gangster".

Bei den aktuellen Razzien wurden in Hessen und im Raum Essen 100 Durchsuchungen durchgeführt, berichtet die Zeitung. Das LKA Hessen habe bei der Aktion unter dem Namen "BAO Viribus" unter anderem einen Mann in Frankfurt festgenommen, der Drogen im großen Stil produziert und sich in dem Krypto-Chat über die Herstellung ausgetauscht haben soll.

Beim Einsatz im Essener Stadtteil Holsterhausen trugen die Beamten Medienberichten zufolge Gasmasken, mutmaßlich, weil in dem Gebäude synthetische Drogen hergestellt wurden. Das LKA wurde bei den Zugriffen auch vom Zoll unterstützt. Weltweit sollen bei den Razzien Zehntausende Beamte im Einsatz gewesen sein.

Quelle: ntv.de, mba

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