Panorama

Auslieferung im Tagesverlauf? Iraker Ali B. gesteht Mord an Susanna

Einem Medienbericht zufolge soll der Iraker Ali B. den Mord an Susanna in Wiesbaden gestanden haben. Der 20-Jährige sei von den kurdischen Sicherheitsbehörden vernommen worden. Zuvor hatten diese ihn auf Ersuchen der Bundespolizei im Nordirak festgenommen.

Der Verdächtige im Mordfall Susanna hat die Tat nach Angaben der Polizei im Nordirak gestanden. "Als wir ihn verhörten, hat der junge Mann aus Kurdistan gestanden, die junge Deutsche getötet zu haben", sagte der Polizeichef der nordwestirakischen Stadt Dohuk, Tarik Ahmad, der Nachrichtenagentur AFP.

Ali B. habe ausgesagt, dass er mit Susanna befreundet war und in Streit geraten sei. "Er sagte, er habe das junge Mädchen getötet, als es gedroht habe, die Polizei zu rufen", sagte Ahmad. Bei einer späteren Pressekonferenz sagte der Polizeichef, der 20-Jährige habe ausgesagt, das Mädchen erwürgt zu haben.

Unterdessen berichten mehrere Medien, dass der Tatverdächtige noch am heutigen Tag auf dem Frankfurter Flughafen landen soll. Er werde in Gewahrsam der Bundespolizei aus dem Irak nach Frankfurt am Main gebracht, so die Zeitungen. Die Bundespolizeidirektion am Frankfurter Flughafen bestätigte die Berichte auf Anfrage nicht. Es sei dazu nichts bekannt, hieß es.

Der Iraker hatte die Leiche Susannas in einem Erdloch in Wiesbaden verscharrt und war anschließend mit seiner Familie legal über den Düsseldorfer Flughafen aus Deutschland zurück in sein Heimatland gereist. Dort wurde er in der Nacht zu Freitag durch kurdische Sicherheitsbehörden auf Bitten der Bundespolizei festgenommen.

Forderungen nach raschen Verfahren

Im Dezember 2016 war sein Asylantrag abgelehnt worden, wogegen er geklagt hatte. Gegen ihn laufen mehrere Verfahren, unter anderem wegen Raubüberfalls. Ob er Susanna, wie vorgeworfen, auch vergewaltigt hat, ist noch nicht abschließend geklärt.

In der Unionsfraktion werden unterdessen nach dem mutmaßlich von dem abgelehnten Asylbewerber begangenen Mord Forderungen nach rascheren Asylklageverfahren laut. "Es darf nicht sein, dass ein abgelehnter Asylbewerber sein Aufenthaltsrecht allein durch eine Klage um deutlich mehr als ein Jahr verlängern kann", sagte der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Mathias Middelberg, der "Rheinischen Post". Neben der personellen Ausstattung der Verwaltungsgerichte komme es nun drauf an, "wo wir das Asylprozessrecht verändern müssen", sagte der CDU-Politiker.

Quelle: n-tv.de, fzö/rts/AFP/dpa

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