Panorama

Protestwelle in Arkansas Pharmariese klagt gegen Massenhinrichtung

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Die geplante Massenhinrichtung hatte eine Protestwelle ausgelöst.

(Foto: AP)

Ab Ostermontag will der US-Bundesstaat Arkansas sieben Menschen binnen elf Tagen hinrichten. Auch ein Medikament einer Fresenius-Tochter soll zum tödlichen Giftcocktail gehören. Doch dafür ist es dem Unternehmen zufolge nie gedacht gewesen.

Eine US-Tochterfirma des deutschen Medizinkonzerns Fresenius geht gegen eine im US-Bundesstaat Arkansas geplante Serie von Hinrichtungen vor. Zusammen mit dem Unternehmen West-Ward Pharmaceuticals schloss sich Fresenius Kabi USA einer Klage vor einem Bezirksgericht in Arkansas an, wie ein Firmensprecher mitteilte. Zuvor hatten US-Medien darüber berichtet. Ziel ist es demnach, dass Arkansas Medikamente der Firmen nicht bei den geplanten Hinrichtungen verwenden darf.

Der Bundesstaat beabsichtige, das Medikament Kaliumchlorid bei den geplanten Hinrichtungen zu verwenden - als Teil eines Giftcocktails. Aus Sicht von Fresenius Kabi aber hat die zuständige Behörde in Arkansas das Mittel aus "nicht autorisierten Quellen" erworben. Fresenius Kabi widerspreche einer möglichen Verwendung des Mittels bei den Hinrichtungen in aller Form. Das Medikament sei zur Versorgung von Patienten entwickelt worden und nicht dazu, als Teil tödlicher Giftinjektionen eingesetzt zu werden. Fresenius habe auch einen Brief an Gouverneur Asa Hutchinson geschrieben, bisher aber keine Antwort bekommen.

Haltbarkeitsdatum läuft ab

Arkansas will ab Ostermontag binnen elf Tagen sieben Häftlinge hinrichten lassen. Der Grund dafür ist, dass Ende des Monats das Haltbarkeitsdatum für noch vorhandene Dosen des Beruhigungsmittels Midazolam ausläuft, das ebenfalls Teil des Giftcocktails ist.

Die geplante Hinrichtungswelle hatte massive Proteste ausgelöst. Bis zuletzt werden juristische Auseinandersetzungen vor Gericht erwartet, auch, da nicht nur die Massenrichtung, sondern auch Midazolam in den USA höchst umstritten ist. Das Medikament soll die Todeskandidaten bewusstlos machen, bevor ihnen der tödliche Teil der Injektion verabreicht wird. In den letzten Jahren gab es aber in Alabama und Oklahoma Fälle, in denen die Todeskandidaten ihre Hinrichtung bei scheinbar bei vollem Bewusstsein miterleben und laut Augenzeugen  "furchtbare Schmerzen" ertragen mussten. Mehrere Todeskandidaten hatten daraufhin ebenfalls Klagen eingereicht.

In der EU gilt für Pharmaunternehmen ein Exportverbot für Produkte, die für Hinrichtungen verwendet werden könnten.

Quelle: ntv.de, chr/dpa