Panorama

Neuer Höchststand in den USA So viele Corona-Patienten in Kliniken wie nie

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Immer mehr US-Bürger werden aufgrund einer Corona-Infektion ins Krankenhaus eingeliefert.

(Foto: REUTERS)

Im Frühjahr gehen Bilder von überlasteten US-Krankenhäusern und Leichenkühlwagen auf Klinik-Parkplätzen um die Welt. Nach einer Entspannung der Lage im Sommer müssen inzwischen wieder deutlich mehr Menschen wegen einer Corona-Infektion stationär behandelt werden - doch es fehlt an Personal.

In den USA hat die Zahl der Covid-19-Patienten in Krankenhäusern nach Medienberichten mit mehr als 60.000 einen Höchststand erreicht. Insgesamt wurden am Dienstag landesweit 61.964 Menschen mit dem Virus in Kliniken behandelt, meldeten mehrere US-Medien unter Berufung auf Daten des Covid Tracking Project. Damit habe sich dieser Wert seit September etwa verdoppelt und übertreffe nun auch den zu Beginn der Pandemie erreichten Höchststand von Mitte April (59.940). Ein zweiter Höhepunkt im Sommer hatte diesen Rekord demnach nur knapp verfehlt.

Während die Zahl der Patienten weiter steige, fehle es an medizinischem Personal, um mehr Krankenhausbetten bereitstellen zu können, schrieb die "New York Times". Auf Intensivstationen werden dem Covid Tracking Project zufolge derzeit knapp 12.000 Menschen behandelt. Dieser Wert war im April mit rund 15.000 höher. Das Covid Tracking Project wurde im Frühjahr beim Magazin "The Atlantic" gestartet und sammelt und veröffentlicht Daten zur Corona-Pandemie in den USA.

In den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern hatte die Zahl der Coronavirus-Infektionen seit Beginn der Pandemie zu Wochenbeginn die Marke von zehn Millionen überstiegen. Die Zahl der neuen Fälle erreichte zuletzt einen Höchstwert. Binnen 24 Stunden wurden mehr als 130.000 neue Ansteckungsfälle gezählt, wie die"New York Times" berechnet hat. Der bisherige Höchststand hatte bei rund 127.000 Fällen gelegen und war am vergangenen Samstag erfasst worden. Am Dienstag wurden 745 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert. Die Gesamtzahl der Toten im Land stieg damit auf 240.184.

Computermodell zeigt Ansteckungsorte auf

Derweil stellten US-Wissenschaftler fest, dass ein Großteil der Infektionen aller Wahrscheinlichkeit nach an sogenannten "Superspreader"-Orten wie Restaurants, Fitnessstudios und Cafés passiere. Die Forscher der Universität Stanford in Kalifornien zeigten dies im Fachjournal "Nature" anhand eines Computermodells auf und nutzten dafür unter anderem demografische Daten, epidemiologische Schätzungen und anonyme Handydaten. Das Modell analysiert, wo Menschen den Tag über hingehen, wie lange sie jeweils bleiben und wie viele andere Menschen am selben Ort sind - und fand überall dort die meisten Infektionen, wo sich mehrere Menschen in geschlossenen Räumen über längere Zeit aufhalten.

Zwischen März und Mai habe das Modell, das auch den ethnischen und finanziellen Hintergrund der Menschen berücksichtigt, das Verhalten von rund 98 Millionen Menschen in zehn amerikanischen Metropolregionen - darunter New York, Los Angeles, Chicago und Washington - untersucht, hieß es von dem Forscherteam um den Computerwissenschaftler Jure Leskovec.

*Datenschutz

Die Aufenthalte an rund 553.000 Orten - darunter Restaurants, Fitnessstudios, Tierhandlungen, Baumärkte und religiöse Einrichtungen - wurden untersucht. Zudem wurde das Modell nach und nach auch mit dem nachgewiesenen Infektionsgeschehen der jeweiligen Städte nachgebessert. Das Computermodell könne künftig Behörden beim Kampf gegen eine weitere Verbreitung des Virus unterstützen, so die Forscher.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa