Panorama

Giftgas-Drohungen US-Kampfjets bewachen Air-France-Flug

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US-Kampfjets vom Typ F-15 (hier eine Archivaufnahme bei einer Luftbetankung) begleiteten den Air France Flug 22 auf ihrem Weg von Paris nach New York.

(Foto: picture alliance / dpa)

Alarm über dem Atlantik: Ein anonymer Anrufer droht mit Terrorangriffen auf mehrere Flüge in die USA. In einem Fall steigen Abfangjäger auf und eskortieren einen französischen Airbus 330-200 bis zur Landung in New York.

Große Aufregung am Flughafen John F. Kennedy in New York: Nach anonymen Drohungen gegen mehrere Passagierflugzeuge haben US-Kampfflieger eine aus Frankreich kommende Air-France-Maschine zum internationalen Flughafen in New York eskortiert. Zwei F-15-Jets seien wegen einer Bombendrohung losgeschickt worden, teilte die Polizei mit. Die Passagiere bekamen von der Aktion glücklicherweise nichts mit, da sich die Kampfjets während des einstündigen Begleitflugs hinter der Maschine aufhielten. Bei einer anschließenden Durchsuchung des Airbus 330-200 wurde nichts Verdächtiges entdeckt, auch die Drohungen gegen andere Flugzeuge erwiesen sich als falsch.

Die Drohungen betrafen bis zu zehn Flugzeuge in den USA, darunter eins von Saudi Arabian Airlines. Die meisten Drohungen hatten demnach "die selbe Quelle". Allerdings habe sich keine der Drohungen als glaubwürdig herausgestellt.

Der US-Fernsehsender NBC berichtete unter Berufung auf die Bundespolizei FBI, ein Mann habe bei mehreren Polizeiwachen in den USA angerufen und mitgeteilt, an Bord mehrerer Flugzeuge befänden sich Chemiewaffen. Da die Anrufe allesamt Flugverbindungen am "Memorial Day" betrafen, stand eine symbolische Tat im Zusammenhang mit dem öffentlichen Gedenken an die Kriegstoten der Vereinigten Staaten zu befürchten.

Nach Drohung kein Kontakt zur Crew

Die Warnung gegen die Air-France-Maschine ging laut FBI am frühen Montagmorgen (Ortszeit) bei einer Polizeiwache im Bezirk Garrett im US-Bundesstaat Maryland ein. Das FBI und ein Terror-Abwehrzentrum in Maryland seien sofort eingeschaltet worden.

Als "Vorsichtsnahme" habe das für die USA und Kanada zuständige Nordamerikanische Luft- und Weltraum-Verteidigungskommando (Norad) zwei US-Kampfjets losgeschickt, um den Air-France-Flug AF22 zum New Yorker John-F.-Kennedy-Flughafen zu eskortieren, teilte das FBI mit. Nach Angaben eines Air-France-Sprechers in Paris begleiteten die Kampfflieger die Passagiermaschine etwa eine Stunde lang bis zur Landung. Vor seiner Durchsuchung sei der Flieger in einem gesonderten Bereich des New Yorker Flughafens abgestellt worden.

Das um 08.32 Uhr MESZ in Paris gestartete Air-France-Flugzeug sei problemlos in New York gelandet und dort durchsucht worden, erklärte das FBI. Dabei seien weder eine Bombe noch andere gefährliche Gegenstände entdeckt worden. Aus mit den Vorgängen vertrauten Kreisen hieß es dazu, die Kampfjets seien losgeschickt worden, weil unmittelbar nach der Bombendrohung zu der Besatzung der Air-France-Maschine kein Kontakt habe hergestellt werden können.

Alles nur ein "Scherz"?

Der US-Sender ABC News berichtete, auch gegen zwei Maschinen auf dem Weg zum Flughafen Newark im Bundesstaat New Jersey seien Drohungen ausgesprochen worden. Dabei handelte es sich demnach um eine Maschine von Delta Airlines aus London und einen in Madrid gestarteten Flug von United Airlines. Auch eine Maschine von American Airlines, die im englischen Birmingham gestartet sei, sei Gegenstand einer Drohung gewesen. Diese habe sich aber schnell als falsch erwiesen, so dass das Flugzeug planmäßig gelandet sei.

Die Zeitung "Boston Herald" zitierte einen Sprecher des internationalen Flughafens in Boston, wonach eine Drohung gegen einen Flug aus Paris sich als "Scherz" herausgestellt habe.

Unklar blieb zunächst, ob die Sicherheitsbehörden die Anrufe zurückverfolgen konnten. Falls der oder die Täter gefasst werden, dürfte zumindest eine Anklage wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Flugverkehr die Folge sein.

Quelle: ntv.de, dsi/AFP/dpa