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Medienkonsum vor Regeneration Was Deutschland in der Freizeit macht

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Was passiert nach Feierabend? Finanziert von British American Tobacco untersucht die Stiftung für Zukunftsfragen das Freizeitverhalten der Deutschen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wie gehen die Deutschen mit ihrer Freizeit um? Die Mehrheit der Bundesbürger nutzt einer aktuellen Studie zufolge die verfügbaren Mußestunden zum Blick in die Medien. Das Fernsehen bleibt unangefochten an der Spitze. Soziale Aktivitäten treten in den Hintergrund.

In Deutschland sitzt die Masse der Bevölkerung am Abend und am Wochenende weiterhin vor allem vor dem Fernseher. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest die aktuelle Ausgabe des "Freizeit-Monitors", mit dem Wissenschaftler im Auftrag der Stiftung für Zukunftsfragen seit 1986 regelmäßig das Freizeitverhalten der Deutschen untersuchen.

Rund 94 Prozent der Studienteilnehmer gaben in der Befragung durch die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) an, dass sie mindestens einmal pro Woche Programme der öffentlich-rechtlichen und privaten Sendeanstalten verfolgen. Befragt wurden dazu im Juli 2019 in Deutschland rund 2200 repräsentativ ausgewählte Menschen im Alter von über 14 Jahren.

Wie in den Vorjahren erwies sich die Mediennutzung als dominierender Faktor der Freizeitgestaltung: Hinter dem Fernsehschauen folgen in der Rangfolge der beliebtesten Aktivitäten das Radiohören und das Telefonieren auf Platz 2 und 3. Musikhören zählt demnach für 83 Prozent der Deutschen zu den regelmäßigen Beschäftigungen. 81 Prozent der Befragten surfen mindestens einmal pro Woche im Internet.

*Datenschutz

Die Nutzung des eigenen Smartphones ist mittlerweile ebenfalls für eine Mehrheit der Bevölkerung selbstverständlich: 73 Prozent telefonieren regelmäßig von unterwegs. Eine Mehrheit von 57 Prozent nutzt die mobilen Endgeräte für mehr als nur reine Sprachverbindungen.

"Die Beliebtheit von Anwendungen wie Chatten, Spielen oder Surfen per Smartphone hat sich allein in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt", fasst der wissenschaftlichen Leiter der Stiftung, Ulrich Reinhardt, einen der großen Trends zusammen. Die Bürger verbringen ihre Freizeit immer häufiger online. Seiner Einschätzung nach ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die digitalen Medien die Spitzenplätze erreichen.

Für echte Erholung und direkte soziale Kontakte bleibt dagegen immer weniger Zeit. Die Mehrheit der Bevölkerung übt der Studie zufolge derzeit nur noch drei gesellschaftlich orientierte Aktivitäten regelmäßig aus, wobei weniger Bürger Zeit mit dem Partner verbringen oder über wichtige Dinge reden als noch vor fünf Jahren. Regenerative Aktivitäten wie etwa "Seinen Gedanken nachgehen", "Ausschlafen" oder "sich in Ruhe pflegen" finden deutlich seltener statt als in den vergangenen Jahren.

Der Wunsch, seine Freizeit regelmäßig beim Sport, im Park, im Kino oder im Theater zu verbringen, sei mehr Fantasie als Realität, heißt es in der Studie. "Fast sämtliche von der Mehrheit der Bevölkerung ausgeübte Freizeitaktivitäten finden daheim statt." Einzige Ausnahmen seien die Nutzung des Smartphones sowie die mit dem Partner verbrachte Zeit. Doch auch diese Aktivitäten würden zunehmend zu Hause wahrgenommen.

"Der Freizeitalltag der Bundesbürger läuft recht routiniert ab", kommentiert Studienleiter Reinhardt die Ergebnisse. "Nach Feierabend wird sich auf dem Sofa entspannt, informiert und unterhalten. 'Passivität statt Aktivität' lautet das Motto. Außerhausaktivitäten sind dagegen das Highlight der Woche, wenn nicht sogar des Monats."

Quelle: n-tv.de, mmo

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