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Hunderte Luftangriffe Allianz will IS-Vormarsch gestoppt haben

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Die Außenminister der Anti-IS-Allianz haben sich in Brüssel auf weitere Schritte geeinigt.

(Foto: AP)

Wie erfolgreich sind die Luftschläge gegen den Terrorstaat im Norden des Irak und Syriens? Die Außenminister der Anti-IS-Allianz zeigen sich zufrieden mit den ersten Ergebnissen. Allerdings räumen auch sie ein: Der Kampf könnte noch lange dauern.

Seit August werfen die USA und verbündete Staaten Bomben auf die Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat und unterstützen Einheiten am Boden. Nun haben sich zum ersten Mal die Außenminister der 60 Allianz-Staaten in Brüssel getroffen und ein positives Zwischenfazit gezogen. Der Vormarsch der Miliz in Syrien und dem Irak sei gestoppt worden, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung.

Die Koalition habe rund 1000 Luftangriffe gegen IS-Stellungen geflogen und damit die Führung sowie die Fähigkeiten der Gruppe geschwächt, sagte US-Außenminister John Kerry. Und während irakische und kurdische Verbände bereits Widerstand gegen die IS-Kämpfer leisteten, kämen nun auch sunnitische Einheiten an Bord. Kerry betonte allerdings, dass der Kampf gegen die Extremistengruppe Jahre dauern könnte.

Der syrische Präsident Barschar al-Assad widersprach der optimistischen Darstellung. Die Angriffe der Allianz seien weitgehend nutzlos. "Man kann Terrorismus nicht durch Luftangriffe beenden", sagte er in einem Interview mit dem französischen Magazin "Paris-Match". Dazu seien gleichzeitig agierende Bodentruppen unerlässlich. Nach zwei Monaten Luftangriffen der Koalition unter Führung der USA habe es "keine wirklichen Ergebnisse" gegeben. Die Luftangriffe "hätten uns sicher geholfen, wenn sie ernsthaft und wirksam gewesen wären", sagte Assad. Die syrische Armee kämpfe am Boden gegen den IS und habe "keine Veränderung" festgestellt, auch weil die Türkei die Islamisten in der Region nach wie vor direkt unterstütze.

Möglicherweise greift auch die Nato in den Kampf gegen den IS ein. Die irakische Regierung will das Bündnis um Hilfe bei der Ausbildung von Truppen bitten. Unklar ist, ob das Training im Irak oder im Ausland stattfinden soll.

Auch die Bundesregierung will ihre Unterstützung ausweiten. Derzeit werde ermittelt, wie Deutschland kurdische Peschmerga-Kämpfer im Norden des Irak mit Ausbildung und Training unterstützen könne, sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Wahrscheinlich sei eine Zusammenarbeit mit anderen europäischen Staaten. Steinmeier erwartet, dass Deutschland "noch vor Weihnachten" Entscheidungen dazu treffen werde.

Der "Spiegel" hatte am Wochenende berichtet, Deutschland plane zusammen mit Italien, den Niederlanden und skandinavischen Ländern, in Erbil eines von vier Trainingszentren im Nordirak zu eröffnen. Bis zu hundert Bundeswehrsoldaten könnten dem Bericht zufolge dort kurdische Kämpfer ausbilden.

Quelle: n-tv.de, che/dpa/rts/AFP

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