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Ältestenrat bewilligt Firewall Bundestags-IT bietet Einfallstore für Hacker

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"Unkontrollierter Einsatz von Endgeräten": Die Mischnutzung von Smartphones und Tablets reißt Löcher in die IT-Sicherheit des Bundestages.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wie sicher sind die Computer deutscher Spitzenpolitiker? Knapp zwei Jahre nach der großen Cyberattacke auf das deutsche Parlament klaffen im IT-System offenbar noch immer eklatante Lücken. Ein Geheimbericht listet die größten Schwachstellen auf.

Die IT-Infrastruktur des Deutschen Bundestages weist Medienberichten zufolge weiterhin zahlreiche Sicherheitslücken auf, über die sich Hacker Zugang verschaffen könnten. Als Risiko gelte beispielsweise die hohe Zahl an Tablets und Smartphones, die von Abgeordneten und deren Mitarbeitern genutzt werden, berichten der NDR und die "Süddeutsche Zeitung".

Die Berichte stützen sich auf eine bislang geheim gehaltene Analyse einer IT-Sicherheitsfirma im Auftrag der Bundestagsverwaltung. Diese sei im Februar fertiggestellt worden und enthält offenbar Hinweise auf gravierende Schwachstellen.

Im Bundestagswahljahr 2017 befürchten Politiker eine ausländische Einflussnahme, zum Beispiel durch die Veröffentlichung von E-Mails mit sensiblem Inhalt aus gehackten Netzwerken. Einige der von den IT-Experten aufgelisteten Einfallstore für Hacker dürften nach Angaben der zuständigen Kommission des Bundestags über den Wahlkampf hinaus bestehen bleiben.

Bei den Tablets und Smartphones werde moniert, dass sie nicht zentral verwaltet werden, was die Autoren der Analyse als "unkontrollierten Einsatz von Endgeräten" werten würden, berichtete die SZ. Zudem werde die Installation von Apps nicht standardmäßig verhindert. Über ein solches Geräte-Management könnte die Verwaltung festlegen, welche Apps erlaubt sind und welche nicht.

Bundestag vier Tage offline

Der Analyse zufolge könnten Hacker besonders leicht in das Bundestagsnetz eindringen, wenn sie eines der Geräte infizieren, die von Abgeordneten auch privat eingesetzt werden. Ein anderes Problem im Zusammenhang mit Firewall-Systemen habe der Bundestag dem Bericht zufolge dagegen bereits erkannt. So habe der Ältestenrat eine neue Firewall für 470.000 Euro bewilligt.

Im Jahr 2015 war der Bundestag bereits einmal Ziel eines Hacker-Angriffs gewesen. Anschließend mussten Server und Netzwerke mehrere Tage lang für Reparaturarbeiten komplett abgeschaltet werden. Damals sollen erhebliche Datenmengen abgegriffen worden sein. Zu welchem Zweck die Täter in das IS-System des Parlaments eingedrungen waren, blieb unklar. Der Verfassungsschutz übernahm die Ermittlungen. Angeblich führten die Spuren nach Russland.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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