Politik

Marco Rubio Diesen Mann muss Clinton fürchten

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Marco Rubio

(Foto: AP)

Er ist jung und hat eine Geschichte, die seine politische Botschaft plausibel macht: Marco Rubio. Für Hillary Clinton kann dieser Mann zum Problem werden.

Der Vorwahlkampf in den USA ist noch lange nicht in der heißen Phase, noch haben nicht einmal alle Kandidaten offiziell ihre Hüte in den Ring geworfen. Dennoch haben die Demokraten schon jetzt Angst vor einem der republikanischen Bewerber: Marco Rubio.

Strategen aus dem Umfeld der demokratischen Bewerberin Hillary Clinton erinnern laut "New York Times" daran, dass die ehemalige US-Außenministerin bereits einmal gegen einen ähnlichen Kandidaten verloren hat: 2008, in den Vorwahlen gegen Barack Obama.

Sollte Rubio die republikanischen Primaries überstehen, wäre er für Clinton eine echte Herausforderung: Rubio ist 43, Clinton 67, noch vor der Präsidentschaftswahl wird sie ihren 69. Geburtstag feiern. Als Sohn kubanischer Einwanderer kann Rubio zudem eine Wählergruppe gewinnen, die immer wichtiger wird: hispanische Amerikaner. Selbst Ex-Präsident Bill Clinton denkt der Zeitung zufolge mit Sorge daran, dass Rubio Kandidat der Republikaner werden könnte.

Denn Rubio hat einen weiteren Vorzug, der ihn auch von seinen republikanischen Mitbewerbern abhebt: Er kann eine Aufsteiger-Geschichte erzählen. Damit bringt er seine Biografie und seine Vision plausibel in Übereinstimmung.

"Er hat eine kraftvolle Geschichte"

Barack Obama ist dies bei der Wahl von 2008 exzellent gelungen. Er bot eine faszinierende Geschichte des Aufstiegs an und verband sie mit der Vision von Chancen für alle. An der Kombination von persönlicher Geschichte und Vision, die er auf die Formel von "Hope" und "Change" brachte, scheiterten seine Mitbewerber: Hillary Clinton in den Vorwahlen der Demokraten, John McCain in der Präsidentschaftswahl 2008, Mitt Romney 2012. Sie alle hatten keine annähernd so guten Erzählungen im Angebot, mit denen sie ihre Visionen plausibel machen konnten.

Denn die Vision allein treibt keinen Amerikaner zur Wahl, sie ist ohnehin immer die gleiche: Jeder kann es schaffen. Der Haken ist, dass diese Vision immer schwächer wird. Je mehr Amerikaner erleben, dass das Aufstiegsversprechen sich nicht erfüllt, desto wichtiger wird in Wahlkämpfen die persönliche Geschichte der Kandidaten. Er oder sie muss kompensieren, dass der Amerikanische Traum an Bindekraft verloren hat.

Für die Präsidentschaftswahl im nächsten Jahr heißt das, dass der Kandidat die besten Chancen hat, der die überzeugendste Geschichte erzählen kann (sofern er ausreichend Geld zur Verfügung hat, sich Gehör zu verschaffen). Rubio sei ein guter Redner, sagt Patti Solis Doyle, die 2008 Clintons Wahlkampf geleitet hatte. "Er ist jung. Er kann die Leute motivieren. Er hat eine kraftvolle Geschichte."

Das Bewerberfeld der Republikaner ist groß: Im Rennen sind neben Rubio bislang die Senatoren Ted Cruz und Rand Paul sowie Ex-Gouverneur Mike Huckabee, der Neurochirurg Ben Carson und die Ex-Chefin des IT-Konzerns Hewlett-Packard, Carly Fiorina. Die Bewerbung des früheren Gouverneurs von Florida, Jeb Bush, ist nur deshalb noch nicht offiziell, weil Bush es dann nicht mehr so leicht hätte, Geldspenden für seinen Wahlkampf einzuwerben. Der Gouverneur von Wisconsin, Scott Walker, will seine Bewerbung Ende Juni verkünden.

Bei den Demokraten gilt Clinton als große Favoritin. Gegen sie tritt der für US-Verhältnisse weit links stehende Senator Bernie Sanders an. Weitere Bewerbungen dürften folgen.

Anfang 2016 beginnen die Vorwahlen. Die eigentliche Präsidentschaftswahl ist am 8. November 2016.

Quelle: ntv.de