Politik

Mehrere Korrekturen geplant Haupt-Stromtrassen sollen bleiben

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Masten einer Hochspannungsleitung bei Sehnde in der Region Hannover.

(Foto: dpa)

Beim Stromnetzausbau in Deutschland soll es trotz der Proteste in Bayern bei drei großen Trassen in den Süden bleiben. Allerdings sind insgesamt sieben Korrekturen geplant. Das geht aus dem überarbeiteten Plan hervor, den die Netzbetreiber vorstellen.

Beim Stromnetzausbau in Deutschland soll es trotz der Proteste in Bayern bei drei großen Trassen in den Süden bleiben, allerdings sind insgesamt sieben größere Korrekturen geplant. So soll die von CSU-Chef Horst Seehofer scharf kritisierte Ost-Süd-Trasse um 110 Kilometer Richtung Norden verlängert werden und bei Magdeburg beginnen, um mehr Windstrom nach Bayern transportieren zu können. Dies geht aus dem von den vier Übertragungsnetzbetreibern veröffentlichten Entwurf für den überarbeiteten Ausbauplan hervor.

In Bayern soll die Ost-Süd-Trasse nicht mehr in Meitingen bei Augsburg, sondern 30 Kilometer weiter westlich beim AKW Gundremmingen enden. Von dort soll der Strom auf untere Spannungsebenen verteilt werden.

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Die geplanten Stromtrassen werden oft auch als "Hauptschlagadern der Energiewende" bezeichnet.

(Foto: dpa)

Die geplante "Hauptschlagader der Energiewende", der in Schleswig-Holstein beginnende 800 Kilometer lange SuedLink, soll beim Abzweig nach Baden-Württemberg nun im Raum Wendlingen enden, um näher an die Industrieregion Stuttgart heranzurücken. Dafür soll in dem Land eine von Bünzwangen nach Goldshöfe geplante Trasse entfallen. Zum Abtransport von Windstrom aus Mecklenburg-Vorpommern sollen zudem Leitungen von 220 auf 380 Kilovolt verstärkt werden, und zwar bei den Trassen Pasewalk-Lubmin und Lubmin-Lüdershagen-Güstrow. Eine weitere Netzverstärkung ist von Hamburg/Nord nach Krümmel geplant. Bei Gütersloh in NRW soll auf eine Höchstspannungstrasse verzichtet werden, ebenso auf eine Trasse von Borken nach Gießen in Hessen. An der Nordsee soll eine Leitung zum Abtransport von Meeres-Windstrom östlich zum Einspeisepunkt Cloppenburg/Ost verlagert werden.

Nichts geht ohne Dialog

Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) 50 Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW setzen zudem auf einen direkten Dialog mit den lokal Betroffenen. Ein transparenter und auf Dialog ausgerichteter Prozess solle sicherstellen, "dass Trassenverläufe gefunden werden, die Auswirkungen auf Wohnumfeld, Landwirtschaft und Naturschutz möglichst gering halten", heißt es in der Erklärung. Zudem muss die Bundesnetzagentur die Vorschläge prüfen und genehmigen.

Hier die wesentlichen Ergebnisse

Auch in Zukunft bleibt der Zuwachs bei den Windkraftanlagen im Norden Deutschlands der stärkste Treiber des Netzausbaus. Veränderungen haben sich bei der regionalen Verteilung der Windkraft ergeben. Wobei sich gegenüber dem ersten Entwurf des NEP regional im Nordosten ein stärkerer Zuwachs ergibt.

  1. Verlagerung des Endpunkts der mittleren HGÜ-Verbindung C06 von Goldshöfe nach Raum Wendlingen mit Übernahme der netztechnischen Funktionalität der Leitung Bünzwangen - Goldshöfe (TNG 003: Neubau der 380-kV-Verbindung) und dem Verzicht auf Netzverstärkung (Projekte P163, M372, M373, M386) im östlichen Württemberg
     
  2. Verlagerung der Endpunkte der östlichen HGÜ-Verbindung auf Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt und Gundremmingen/Gundelfingen in Bayern; Einsparung der Leitung P124 von Wolmirstedt nach Klostermansfeld; Bundesbedarfsplangesetz (BBPlG)-Leitung P37: die Leitung Vieselbach-Mecklar wird nun auf der ganzen Länge notwendig
     
  3. Notwendigkeit einer 380-kV-Netzverstärkung von 220-kV Leitungen in Mecklenburg-Vorpommern: Pasewalk-Iven-Lubmin, Lubmin-Lüdershagen-Bentwisch-Güstrow (und Verstärkung der Berliner Kabelverbindung)
     
  4. Nordsee: Verlagerung von 1,8 GW Windkraft offshore von Halbemond nach Cloppenburg/Ost
     
  5. Verzicht auf die Leitung P107 M200 von Lüstringen nach Gütersloh
     
  6. Verzicht auf die Leitung P133 M253 von Borken nach Gießen
     
  7. Netzverstärkung P84 M367 und M368: von Hamburg/Nord nach Krümmel

Quelle: n-tv.de, ppo/dpa

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