Politik

Asien-Pazifik-Gipfel beginnt Japan und China reden wieder

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Dass sich die beiden überhaupt die Hand schütteln, ist das Entscheidende - dass der Händedruck zwischen Japans Premier Abe (l.) und Chinas Präsident Xi eher frostig wirkt, ist angesichts des zurückliegenden Streits beider Länder kein Wunder.

(Foto: dpa)

Wird der Asien-Pazifik-Gipfel ein Gipfel der Verständigung? Die Regierungschefs von China und Japan machen es vor: Nach jahrelanger Funkstille reden sie wieder miteinander. Auch Obama und Putin sind in Peking. Ein informelles Treffen scheint möglich.

Der Pazifik-Raum ist für über die Hälfte der Weltwirtschaftsleistung verantwortlich - und die Konjunktur soll weiter brummen. Vor allem darum geht es auf dem Asien-Pazifik-Gipfel (Apec) in Peking, der nun begonnen hat. Das ist natürlich Chefsache und so finden sich zurzeit in Peking alle wichtigen Leute der Weltregion ein - neben den Regierungschefs ostasiatischer Länder sind auch US-Präsident Obama und Kremlchef Putin angereist.

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Putin ist auch da: Russland und China einigten sich bereits auf umfangreichere Gaslieferungen.

(Foto: AP)

Mit Spannung wird erwartet, ob die beiden sich zu einem informellen Treffen zurückziehen - es ist nicht ausgeschlossen, dass so auch wieder Bewegung in die Ukraine-Krise und in das angespannte Verhältnis beider Länder kommt. Die erste Schlagzeile schreiben aber China und Japan: Allein dadurch, dass die Vertreter beider Staaten wieder miteinander reden.

Nach zwei Jahren Eiszeit wegen des erbitterten Streits über eine Inselgruppe empfing der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping erstmals den japanischen Regierungschef Shinzo Abe. Auch an der ersten Wirtschaftsschlagzeile ist China beteiligt. Das Land einigte sich mit Südkorea auf einen bilateralen Freihandelspakt, der die Integration in der Region voranbringen soll.

Das Spitzentreffen zwischen Xi und Abe signalisiert ein Tauwetter in den frostigen Beziehungen zwischen China und Japan. Wegen des Streits um die chinesisch Diaoyu und japanisch Senkaku genannten Insel im Ostchinesischen Meer und chinesischen Vorwürfen über japanische Verbrechen vor und während des Zweiten Weltkriegs ist das Verhältnis stark angespannt. Bisher hatte Xi dem langgehegten Wunsch Abes nach einem Treffen immer eine Absage erteilt.

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Obama trifft in Peking ein und begrüßt Chinas Außenminister Wang Yi.

(Foto: imago/Xinhua)

China bekommt mehr russisches Gas

Russland hat in Peking bereits das erste Abkommen unter Dach und Fach gebracht. Der Staatskonzern Gazprom unterzeichnete bereits am Sonntag ein Gasabkommen mit China. Über den Umfang wurde zunächst nichts mitgeteilt. Erst im Mai hatte Russland mit China einen Vertrag über die Lieferung von 38 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr über eine neue östliche Pipeline abgeschlossen. Dieses Geschäft wurde auf einen Wert von rund 400 Milliarden Dollar geschätzt.

Etwas später meldeten auch die USA ein Verhandlungsergebnis. Obama gab eine umfassende Visavereinbarung mit China bekannt. Befristete Einreisegenehmigungen für Touristen und Geschäftsleute beider Länder sollen künftig bis zu zehn Jahre statt nur ein Jahr gültig sein. Visa für Studenten sollen fünf Jahre gelten. Die Zahl der chinesischen Besucher in den USA könnte von 1,8 Millionen pro Jahr auf das Vierfache steigen.

Im Mittelpunkt der Gespräche der Staats- und Regierungschefs der Pazifik-Anrainer, die am Abend zusammenkommen wollten, stehen der Ausbau der Kooperation, eine engere wirtschaftliche Integration sowie die Neuordnung des Handels. Der Wirtschaftsraum stellt fast die Hälfte des Handels und 57 Prozent der Wirtschaftsleistung der Welt dar. Seit Olympia 2008 hat es in Peking keine internationale Veranstaltung von dieser Größe und Bedeutung mehr gegeben.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa/rts