Politik

Baden-Württemberger verhaftet Kamen die Kalaschnikows aus Deutschland?

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Die Attentäter schossen in Paris wahllos auf die Gäste mehrerer Restaurants und Bars.

(Foto: REUTERS)

Vier Kalaschnikows, mit denen die Attentäter in Paris ihre Opfer ermordeten, stammen möglicherweise aus Deutschland. Ein Araber aus Paris soll sie einem Bericht zufolge über das Internet gekauft haben. Die Spur führt nach Baden-Württemberg.

Bei den islamistischen Anschlägen in Paris sind laut einem Zeitungsbericht auch Waffen verwendet worden, die von einem Waffenhändler aus Deutschland stammen sollen. Das legten Unterlagen der Staatsanwaltschaft und deutscher Ermittlungsbehörden nahe, berichtet die "Bild"-Zeitung. Demnach sollen Anfang November vier Kalaschnikows über das Internet bei einem Waffenhändler in Deutschland bestellt worden sein. Bei den Waffen habe es sich um zwei Sturmgewehre vom Typ AK 47 aus chinesischer Produktion und zwei Sturmgewehre vom Typ Zastava M70 aus jugoslawischer Produktion gehandelt. Die Staatsanwaltschaft selbst wollte den Bericht bislang nicht bestätigen.

  Die vier Waffen sollen am 7. November verkauft worden sein, schreibt die "Bild". Der Käufer sei mutmaßlich arabischer Herkunft gewesen. Die Ermittlungen in dem Fall führt dem Bericht zufolge die Staatsanwaltschaft Stuttgart. Sie habe auch den Generalbundesanwalt eingeschaltet. Französische Ermittler gingen davon aus, dass die Waffen am 13. November bei den Anschlägen in Paris benutzt worden sein sollen, bei denen 130 Menschen getötet wurden.

Die Ermittlungen der deutschen Behörden sollen sich laut "Bild" gegen den 34-jährigen Sascha W. aus dem baden-württembergischen Magstadt richten, der im Verdacht stehe, die Waffen verkauft zu haben. Der Beschuldigte sei bereits Anfang dieses Jahres ins Visier der Ermittlungsbehörden geraten. In einem Verfahren ermittelten laut "Bild" die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und das Zollfahndungsamt Frankfurt am Main gegen mehrere Verdächtige, die auf illegalen Plattformen im Internet mit Waffen, Waffenteilen und Munition gehandelt hätten.

Waffen im "Darknet" verkauft

Die Fahnder hätten Sascha W. nach Polizeiangaben in der Zeit vom 14. August bis 18. November offenbar acht Fälle illegalen Waffenhandels nachweisen können, schreibt die "Bild". Der Verdacht der Ermittler gegen den Beschuldigten erstrecke sich dabei offenbar unter anderem auf den Tatvorwurf, Schreckschusswaffen mit selbst hergestellten Teilen zu illegalen scharfen Waffen umgebaut zu haben.

Anschließend soll er sie demnach im sogenannten Darknet verkauft haben - einem verborgenen Teil des Internets. W. habe dafür offenbar eine eigene Handelsplattform mit dem Namen "DW Guns" genutzt.

Sascha W. sei nach einem Haftbefehl des Amtsgerichts Böblingen am vergangenen Montag verhaftet worden. Bei einer Hausdurchsuchung entdeckte die Polizei nach "Bild"-Informationen 16 weitere Schusswaffen. Der Beschuldigte sitze nach seiner Festnahme derzeit in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim.

Erst am Mittwoch sei Spezialisten der Polizei bei der Auswertung von W.s Handy die ganze Dimension des illegalen Waffenhandels klar geworden, heißt es. Vier E-Mails auf dem Smartphone von Sascha W. sollen demnach den Verkauf der vier Kalaschnikow-Sturmgewehre an einen Araber in Paris belegen.

Quelle: ntv.de, hul/AFP