Politik

Kein schneller Einsatz Kampf gegen IS könnte drei Jahre dauern

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Bislang wird die kurdische Armee in ihrem Kampf gegen den IS aus der Luft und auch schon durch erste Waffenlieferungen unterstützt.

(Foto: Reuters)

Der vom US-Verteidigungsministerium geplante Einsatz gegen die IS könnte bis zu drei Jahre in Anspruch nehmen. Unter Berufung auf US-Regierungsbeamte ist von einem Drei-Stufen-Plan die Rede, an dem sich auch Deutschland beteiligen soll.

Die USA hatten vergangene Woche auf dem Nato-Gipfel in Wales überraschend eine internationale Allianz gegen den Islamischen Staat (IS) angeregt. Der Gruppe der zehn Staaten soll sich neben den USA und Großbritannien auch Deutschland anschließen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat offenbar entsprechende Zusagen an Obama gemacht. Unklar ist bislang, wie der Einsatz gegen den IS unter der Führung Washingtons und Londons aussehen soll. US-Präsident Barack Obama hatte lediglich angedeutet, die Dschihadistenorganisation solle im Irak und in Syrien geschwächt und schließlich zerstört werden, ohne Bodentruppen einzusetzen.

Nach Angaben der "New York Times", ist aber nicht mit einem schnellen Erfolg bei diesem Einsatz zu rechnen. Im US-Verteidigungsministerium sei von bis zu drei Jahren die Rede. Das Blatt berichtete unter Berufung auf Regierungsbeamte von einem Drei-Stufen-Plan. Die erste Phase habe mit Luftschlägen bereits begonnen. Danach sollen Anstrengungen intensiviert werden, das irakische Militär sowie kurdische Kämpfer zu beraten, auszubilden oder mit Waffen zu unterstützen. In der dritten Phase soll der IS innerhalb Syriens zerstört werden. Dies könnte nach Schätzungen der Planer des Pentagon bis zu 36 Monate dauern und erst nach dem Ende von Obamas Amtszeit beendet sein, berichtete das Blatt weiter. Der US-Präsident hat für Mittwoch eine Rede über den Kampf gegen die radikalen Islamisten angekündigt.

Obama zeigte sich nach dem Gipfel optimistisch, dass es gelingen werde, eine "breite Koalition" gegen den IS zu bilden. Der neuen Allianz sollen neben den USA, Großbritannien und Deutschland auch Frankreich, Italien, Australien, Dänemark, Kanada, Polen und die Türkei angehören. Wie die Staaten sich im Einzelnen an dem Bündnis beteiligen, sollen sie noch vor der UN-Vollversammlung in der letzten Septemberwoche entscheiden.

Merkel übernimmt "Verantwortung"

"Deutschland hat hier Verantwortung übernommen", sagte Merkel nach dem Zehner-Treffen. Das Parlament hat sie offenbar nicht über ihre Absichten unterrichtet. Es sei nur darum gegangen, sich zu koordinieren, sagte Merkel nach dem Treffen in Wales.

Die Oppositionsparteien forderten von Merkel rasche Aufklärung darüber, welche Zusagen sie in Wales gemacht hat. Die Linke sprach hinsichtlich "Merkels Alleingang" von einer "Missachtung des Bundestags". Parteichefin Katja Kipping sagte: "Effektiv hat Merkel Deutschland im Alleingang zum Teil einer Kriegskoalition gemacht. Ich hätte von der Kanzlerin erwartet, dass sie vor so einer weitreichenden Entscheidung das Parlament konsultiert." Ähnlich hatten sich auch die Grünen geäußert.

Quelle: ntv.de, ppo/AFP/dpa