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Differenz von bis zu 102 Euro Kinderlose Frauen erhalten mehr Rente

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Karriere oder Kinder? Das ist nicht nur eine Frage des Willens.

(Foto: picture alliance / dpa)

Kinderlose Frauen haben einer Studie zufolge im Alter mehr Geld zur Verfügung als Mütter. Bis zum fünften Kind gilt: Je mehr Kinder eine Frau hat, desto weniger Rente bekommt sie. Befürworter der Mütterrente sehen sich bestätigt - und fordern Konsequenzen.

Kinderlose Frauen bekommen einem Zeitungsbericht zufolge durchschnittlich bis zu 102 Euro mehr Altersrente als Mütter. Die reguläre Rente der Mütter sinke mit jedem zusätzlichen Kind, schreibt die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf eine Statistik der Deutschen Rentenversicherung. Demnach steigt die Altersversorgung erst ab fünf und mehr Kindern wieder an - wegen der hohen Zahl der Kinderzuschläge.

Derzeit beziehen kinderlose Frauen den Angaben zufolge im Schnitt 684 Euro netto Altersrente. Bei Müttern mit einem Kind seien es 671 Euro, bei zwei Kindern noch 618 Euro. Mütter mit drei Kindern bekämen sogar nur noch 583 Euro netto, mit vier Kindern sinke die Rente nochmals leicht auf 582 Euro. Frauen mit fünf und mehr Kindern erhalten demnach durchschnittlich 633 Euro - also immer noch weniger als kinderlose Frauen.

Über die Zukunft der Rente gibt es innerhalb der Großen Koalition seit Wochen Streit. Die Mütterrente ist dabei nur ein strittiger Punkt von vielen. Dabei geht es allerdings erst einmal nur um die Gleichbehandlung von älteren und jüngeren Müttern. Während Frauen, die ihr Kind nach 1992 zur Welt gebracht haben, drei Entgeltpunkte für die Rente bekommen, sind es bei denjenigen Frauen, die in den Jahren zuvor Mutter geworden sind, nur zwei. CSU-Chef Horst Seehofer will deshalb eine Angleichung erreichen.

GroKo bei Mütterrente uneins

Laut Deutscher Rentenversicherung würde das älteren Müttern 30,45 Euro pro Monat und Kind zusätzlich bringen. Doch der Vorstoß ist umstritten - vor allem wegen der enormen Kosten. Diese lägen bei rund 6,5 Milliarden Euro pro Jahr. CDU und SPD sind deshalb schon jetzt klar gegen die Ausweitung der Mütterrente; ohne dass ein Angleich an die Renten von kinderlosen Frauen bisher überhaupt zum Thema gemacht worden wäre.

Bayerns Sozialministerin Emilia Müller wagt sich dennoch mit einer Forderung nach einer "vollen Mütterrente für alle" nach vorn. "Ich will, dass es bei der Rente fair und gerecht zugeht", sagte die CSU-Politikerin der "Bild"-Zeitung. "Das sind wir unseren Müttern schuldig. Die Zahlen belegen das." Noch im November will Sozialministerin Andrea Nahles ein neues Rentenkonzept vorstellen. Es ist fraglich, ob bis dahin eine Einigung bei der Mütterrente erzielt werden kann.

Quelle: n-tv.de, jug/dpa

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