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Bei Stoßzeiten überfordert Lernplattformen streiken zum Lockdown-Start

In Bayern fiel die ohnehin störanfällige Lernplattform Mebis am Morgen aus.

In Bayern fiel die ohnehin störanfällige Lernplattform Mebis am Morgen aus.

(Foto: picture alliance/dpa)

Schülerinnen und Schüler sollen während des Lockdowns von zu Hause aus lernen. Doch just zum Start der neuen Corona-Maßnahmen fallen die Online-Lernplattformen aus - und zwar gleich in mehreren Bundesländern.

In mehreren Bundesländern sind zum Start des Lockdowns die digitalen Lernplattformen ausgefallen. Mit dem Wechsel vieler Schülerinnen und Schüler in den Distanzunterricht traten auf mehreren Online-Portalen, über welche die Schülerinnen und Schüler mit Aufgaben und Unterrichtsmaterial versorgt werden sollen, Probleme auf.

In Bayern fiel die ohnehin störanfällige Lernplattform Mebis am Mittwochmorgen aus. Nach dem Einloggen wurden Wartezeiten von bis zu 15 Minuten angezeigt, doch der Nutzer gelangte auch danach nicht auf die gewünschte Webseite. "Aktuell melden sich sehr viele Nutzerinnen und Nutzer gleichzeitig an der Lernplattform an. Dadurch kommt es leider zu langen Wartezeiten. Alle anderen Mebis-Teilangebote stehen voll zur Verfügung", hieß es auf der Webseite. Bei Mebis hatte es in der Vergangenheit immer wieder Probleme gegeben. Bayerns Kultusminister Michael Piazolo von den Freien Wählern steht in der Kritik, weil die Lernplattform zu Stoßzeiten nach wie vor immer wieder in die Knie geht.

Auch im Saarland fiel die Lernplattform für Tausende Schüler und Lehrer zeitweise aus. Sie sei wegen der vielen Zugriffe wahrscheinlich überlastet gewesen, sagte ein Sprecher des Bildungsministeriums in Saarbrücken. Im Laufe des Vormittags sei die Plattform "Online Schule Saarland" wieder erreichbar gewesen. Es werde daran gearbeitet, dass sich dieses Problem nicht wiederhole. Auf die Plattform mit Unterrichtsstoff und anderen Lernmaterialien können rund 300 Schulen und andere pädagogische Einrichtungen zugreifen, angemeldet sind rund 70.000 Schüler und 8700 Lehrer.

Probleme auch in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern

Auch in Berlin gab es am Morgen Probleme mit der digitalen Plattform Lernraum. Etliche Schüler wie Lehrer, die das System für das schulische Lernen von zu Hause aus nutzen wollen, konnten sich dort heute nicht anmelden, wie Nutzer unter anderem in sozialen Netzwerken berichteten. Bei anderen funktionierte das nur mit Verzögerung. "Die Senatsbildungsverwaltung und die zuständigen externen Dienstleister arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung", sagte ein Sprecher. Der Lernraum wird vom Berliner Senat als datensicheres System empfohlen und wurde seit Beginn der Pandemie im Frühjahr stetig ausgebaut und weiterentwickelt. Aktuell haben dort laut Bildungsverwaltung 108.000 Nutzer einen aktiven Account.

In Mecklenburg-Vorpommern brach der Server für die Lernplattform der Schulen unter der Last der Zugriffe ebenfalls zusammen. Der Zugriff der Schulen auf das Lernmanagementsystem sei am Mittwoch sprunghaft angestiegen, sagte ein Sprecher des Bildungsministeriums in Schwerin. Diese "enorme Nutzung" habe dazu geführt, dass die Server, auf denen "itslearning" laufe, an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen seien und die Arbeit mit dem System zeitweise nicht möglich gewesen sei. "Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung, um schnellstmöglich zusätzliche Serverkapazitäten zur Verfügung zu stellen und damit das System zu stabilisieren", erklärte der Sprecher. Mehr als 300 Schulen in MV haben demnach bislang einen Zugang zu der Lernplattform.

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie sind deutschlandweit die Schulen geschlossen oder der Präsenzpflicht ausgesetzt worden. Die meisten Schülerinnen und Schüler erhalten Distanzunterricht, das heißt, sie sollen unter Anleitung von zuhause aus lernen. Dazu werden sie von Schulen unter anderem über digitale Lernplattformen der Länder mit Aufgaben und Unterrichtsmaterial versorgt.

Quelle: ntv.de, ysc/dpa