Politik

Aserbaidschan und Armenien Papst bereist im Sommer Konflikt-Staaten

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Ein armenischer Kämpfer in der Stadt Askeran im umstrittenen Berg-Karabach

(Foto: AP)

Wenige Tage nach Bekanntgabe der Waffenruhe zwischen Armenien und Aserbaidschan kündigt der Papst einen Besuch in beiden Ländern an. Russland will die Kaukasus-Staaten weiterhin mit Waffen versorgen, um so Einfluss auf die Kriegsparteien zu nehmen.

Ungeachtet der jüngsten Gefechte zwischen Armenien und Aserbaidschan will Papst Franziskus in diesem Jahr beide Kaukasus-Staaten besuchen- Er begibt sich dabei auf politisch schwieriges Terrain. Der 79-Jährige besucht vom 24. bis 26. Juni Armenien, auf Einladung des Oberhauptes der dortigen apostolischen Kirche, Karekin II., wie der Vatikan mitteilte.

Es ist die erste Papstreise in die Kaukasusrepublik seit 2001, als Johannes Paul II. aus Anlass der Christianisierung Armeniens vor 1700 Jahren nach Eriwan gereist war. Die Visite gilt auch mit Blick auf die Türkei und die Verfolgung der Armenier im Osmanischen Reich vor 100 Jahren als politisch heikel. Als Franziskus vor einem Jahr diesbezüglich vom "ersten Genozid des 20. Jahrhunderts" gesprochen hatte, gab es wütende Reaktionen aus Ankara.

Auf Einladung der religiösen Obrigkeiten in Georgien und Aserbaidschan werde der Papst auch diese beiden Länder vom 30. September bis 2. Oktober bereisen, so der Vatikan weiter. Der seit Jahrzehnten schwelende Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan war am vergangenen Wochenende mit schweren Kämpfen wieder aufgeflammt, bei denen mehr als 80 Menschen starben.

Medwedew hält an Waffenexporten fest

Russlands Ministerpräsident Dmitri Medwedew verteidigte derweil die Waffenlieferungen seines Landes an die verfeindeten Kaukasus-Staaten. Wenn Russland nicht liefere, würden andere Verkäufer diesen Platz einnehmen, sagte er dem Fernsehsender Rossija-1. So behalte Russland aber auch eine gewisse Kontrolle über das Kräfteverhältnis in der Region.

Russland unternahm große diplomatische Anstrengungen, um die jüngsten Gefechte wieder zu beenden. Medwedew sagte der Agentur Interfax zufolge, der Konflikt sollte besser eingefroren bleiben, als mit Blutvergießen gelöst zu werden.

Russland ist die traditionelle Schutzmacht des christlichen Armeniens und hat dort Soldaten stationiert. Zugleich hat Moskau in den letzten Jahren bei der massiven Aufrüstung des muslimischen Aserbaidschans geholfen. Medwedew wies angebliche Vorwürfe des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zurück, Russland sei in dem Konflikt parteiisch. Erdogan gieße damit nur Öl ins Feuer, sagte er.

Quelle: n-tv.de, shu/dpa

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