Politik

Geheimdienst schwört Aufklärung Ukrainisches Bauteil in iranischer Drohne entdeckt

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Die 5,67 Meter lange Drohne Mohajer-6 kann zur Aufklärung eingesetzt werden, ist aber auch mit sogenannten Gleitbomben ausgerüstet.

(Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Bei seinem Angriff auf die Ukraine setzt Russland seit einiger Zeit auch auf iranische Drohnen. Ein Exemplar des Modells Mohajer-6 nimmt der ukrainische Militärgeheimdienst nach dem erfolgreichen Abschuss auseinander. Darin findet er viele westliche Bauteile - und eines aus der Heimat.

Der ukrainische Militärgeheimdienst HUR hat bei der Untersuchung einer abgeschossenen iranischen Drohne des Modells Mohajer-6 herausgefunden, dass auch ein ukrainisches Bauelement verarbeitet wurde. Wegen der Sanktionen gegen den Iran waren darin auch Haushaltsgegenstände verbaut. Daher sei die Kampf- und Aufklärungsdrohne von schlechterer Qualität, teilt der HRU auf Telegram mit.

Die Mohajer-6 wurde demnach am 23. September über dem Schwarzen Meer abgeschossen. Drei Viertel der verbauten Komponenten sollen aus US-Produktion stammen. Weitere Bauteile seien japanischer, chinesischer, österreichischer, schwedischer und ukrainischer Herkunft. Es handele sich nur um ein einziges ukrainisches Bauteil, "aber es ist vorhanden", wird ein Geheimdienstler zitiert. "Wir werden herausfinden, wie es in den Iran gelangt ist."

Sanktionen auch in Russland ein Problem

Bereits im Mai war gemeldet worden, dass aufgrund der westlichen Sanktionen auch der russischen Rüstungsindustrie Bau- und Ersatzteile für Panzer und Raketen ausgehen. Unter Berufung auf ukrainische Quellen gab US-Handelsministerin Gina Raimondo bei einer Anhörung im US-Senat an, dass Halbleiter aus Geschirrspülern und Kühlschränken in russischer Militärausrüstung entdeckt wurden. Die NATO vermutet inzwischen, dass Russland einen erheblichen Teil seiner präzisionsgelenkten Munition verbraucht hat und kaum noch Nachschub produzieren kann - daher mutmaßlich der Einsatz iranischer Drohnen.

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Trotz seiner freundschaftlichen Beziehungen zu Russland bestreitet der Iran allerdings, dass er der russischen Armee Drohnen für den Einsatz im Krieg gegen die Ukraine verkauft hat. "Wir dementieren die Vorwürfe diesbezüglich und sind auch bereit, dies in bilateralen technischen Treffen mit Kiew zu besprechen und auszuräumen", wurde zuletzt iranische Außenminister Hussein Amirabdollahian zitiert.

Erkenntnisse der ukrainischen Führung und der US-Regierung zeichnen ein anderes Bild. Nach eigenen Angaben hat das ukrainische Militär seit Mitte September mehr als 300 Kamikaze-Drohnen vom Typ Schahed-136 abgeschossen, die Russland im Iran gekauft haben soll. Laut der US-Regierung werden die russischen Truppen bei den Drohnenangriffen sogar von iranischen Militärs auf der annektierten Krim unterstützt.

(Dieser Artikel wurde am Samstag, 29. Oktober 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, chr/jug

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