Politik

"Keine Zukunft in der Bundeswehr" Spezialeinheiten brauchen sofort G36-Ersatz

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Bundeswehrsoldaten mit dem vollautomatischen Infanteriegewehr G36.

(Foto: dpa)

Die Diskussion ist beendet: Die Bundeswehr braucht neue Sturmgewehre oder zumindest müssen die vorhandenen Gewehre nachgerüstet werden. Das kann dauern. Einige Soldaten brauchen aber eine schnelle Lösung.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hält die Standardwaffe der Bundeswehr, das Sturmgewehr G36, wegen massiver Probleme bei der Treffsicherheit für unbrauchbar. "Dieses Gewehr, so wie es konstruiert ist, hat in der Bundeswehr keine Zukunft", sagte die CDU-Politikerin im Verteidigungsausschuss des Bundestags.

Bei der Truppe sind zurzeit rund 167.000 dieser Gewehre in Gebrauch. Ein Ersatz für das Gewehr könnte allerdings bis zu zehn Jahre dauern. Nach Untersuchungen sinkt die Trefferquote des G36 bei extremer Erhitzung von den erforderlichen 90 Prozent auf 7 Prozent.

Von der Leyen ließ offen, ob sich die Bundeswehr auch mit einer überarbeiteten Version des Gewehrs zufriedengeben könnte. Diese Möglichkeit hatte der Hersteller Heckler & Koch am Sonntag ins Gespräch gebracht. Spezialeinheiten und Soldaten im Einsatz bräuchten allerdings "sofort" Ersatz, so die Verteidigungsministerin. Die Neubeschaffung eines Sturmgewehrs kann nach Einschätzung externer Gutachter bis zu zehn Jahre dauern. Wie schnell eine Überarbeitung möglich wäre, ist unklar.

Nun müsse zunächst geprüft werden, welche Anforderungen die Bundeswehr an ihre neue Waffe habe. Dabei sei nicht nur die Schussgenauigkeit ausschlaggebend, sondern auch, dass das Gewehr in staubiger Umgebung noch funktioniert und einiges Weitere.

Schadenersatz kann die Bundeswehr von Heckler & Koch wohl nicht verlangen. Das G36 erfülle die Anforderungen, die bei der Bestellung 1996 festgelegt wurden, so von der Leyen.

Die Linkspartei kritisiert die späte Reaktion des Verteidigungsministeriums. Probleme seien seit 2010 bekannt gewesen, sagte der Abgeordnete Jan van Aken. Doch immer, wenn ein Bericht Probleme festgehalten habe, sei die einzige Antwort das Ministerium gewesen, die Sache weiter zu untersuchen. Und im November 2011, zwei Tage nachdem der Staatssekretär einen dieser Berichte erhalten hatte, habe das Ministerium weitere 13.000 Gewehre bestellt. "Das Geld ist jetzt weg", so van Aken.

Quelle: n-tv.de, che/ghö/dpa