Politik

Kommandoeinsatz im Feindesgebiet US-Soldaten töten IS-Führer in Syrien

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In Syrien kontrolliert der selbst ernannte Islamische Staat große Gebiete. (Im Bild die Stadt Rakka) Einsätze dort sind auch für das US-Militär riskant.

(Foto: AP)

Ein riskanter Einsatz von US-Elitesoldaten in der IS-Hochburg Deir al-Sor läuft nicht nach Plan. Es kommt zu einem Gefecht. Statt ihre Zielperson zu verhaften, töten die Amerikaner ihn. Das Pentagon spricht dennoch von einem Erfolg.

US-Eliteeinheiten haben nach Pentagon-Angaben einen hochrangigen Führer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien getötet. Der als Abu Sajjaf bezeichnete Mann sei unter anderem für Öl-, Gas- und andere finanzielle Operationen des IS zuständig gewesen, teilte Verteidigungsminister Ashton Carter mit.

Demzufolge sollte Abu Sajjaf bei der Operation in den frühen Morgenstunden in der östlichen Stadt Deir al-Sor gefangen genommen werden. Er habe dann jedoch Gegenwehr geleistet und sei dabei getötet worden. Wie Carter weiter mitteilte, wurde Abu Sajjafs Frau in Gewahrsam genommen. Die als Um Sajjaf bezeichnete Irakerin stehe im Verdacht, eine wichtige Rolle bei IS-Terroraktivitäten gespielt zu haben.

Dem Pentagonchef zufolge wurde die Operation von US-Präsident Barack Obama nach einstimmiger Empfehlung seiner Sicherheitsberater angeordnet. Der Einsatz sei mit Zustimmung der irakischen Regierung und unter Beachtung des Völkerrechts ausgeführt worden. Damit sei ein weiterer "bedeutender Schlag" gegen die Terrormiliz gelungen.

Computerdaten erbeutet

US-Medien berichteten weiter unter Berufung auf Militär-Quellen, dass die Elite-Soldaten mit Hubschraubern zum Einsatzort gebracht worden seien. Zuvor habe es heftige Luftangriffe auf die als IS-Hochburg bekannte Stadt gegeben. Bei dem Einsatz der Soldaten sei es dann zu einem Gefecht gekommen, bei dem "etwa ein Dutzend" IS-Kämpfer getötet worden seien, wie der Nachrichtensender CNN berichtet. Über mögliche Verluste des US-Militär wurde nichts bekannt.

CNN zufolge konnten die USA bei dem riskanten Einsatz nicht nur einen der wichtigsten Manager der IS-Finanzen ausschalten, sondern auch wertvolle Computerdaten und Kommunikationsausrüstung erbeuten.

Quelle: ntv.de, mbo/rts/dpa