Politik

Luftangriffe oder mehr Waffen USA loten Militäreinsatz in Syrien aus

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Dass die USA mit Luftangriffen in den Syrienkrieg eingreifen, ist eine mögliche Option.

(Foto: picture alliance / dpa)

Entgegen den Warnungen Russlands plant US-Präsident Barack Obama offenbar, stärker in den Syrienkrieg einzugreifen als bisher. Doch das Risiko, bei Luftangriffen auch russisches Militär zu treffen, ist groß. Und die Kluft zwischen beiden Staaten ist schon jetzt tief.

US-Präsident Barack Obama und seine engsten Berater werden nach Angaben aus Regierungskreisen wohl noch in dieser Woche weitere militärische Optionen in Syrien abwägen. Es sei ein Treffen für Freitag geplant, sagten Regierungsvertreter, die namentlich nicht genannt werden wollten. Nach den jüngsten heftigen Angriffen des syrischen und russischen Militärs auf Aleppo seien Stimmen laut geworden, dass sich die USA stärker militärisch engagieren müssten.

Eine Option sieht demnach Luftangriffe auf syrische Militärstützpunkte, Luftabwehrstellungen und Munitionsdepots vor. Allerdings berge dies die Gefahr, dass auch Einheiten des syrischen Verbündeten Russland unter Beschuss kommen könnten. Obama wolle aber eine direkte Konfrontation mit den Russen vermeiden. Eine Alternative besteht Regierungsvertretern zufolge darin, von den USA unterstützte Rebellen mit moderneren Waffen auszurüsten. Das US-Präsidialamt wollte sich zunächst nicht äußern.

Wenig Hoffnung auf Entspannung

Erst in der vergangenen Woche hatte Russland die USA erneut vor den Folgen möglicher Luftangriffe in Syrien gewarnt. Moskau habe Luftabwehrraketen zum Schutz seiner Streitkräfte und Stützpunkte in dem Bürgerkriegsland stationiert, hatte Außenminister Sergej Lawrow dem Staatsfernsehen gesagt. "Das ist ein sehr gefährliches Spiel", meinte Lawrow und warf Washington vor, im September absichtlich syrische Soldaten bombardiert zu haben. Die USA hatten den Vorfall mit zahlreichen Toten als Versehen bezeichnet.

"Das kann man schwerlich einen Irrtum nennen", hatte Lawrow erklärt. Die Positionen von Regierungstruppen und Kämpfern der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) seien lange bekannt gewesen, sagte er. Überdies hielt Lawrow den USA vor, nicht genug im Kampf gegen Terroristen in Syrien zu unternehmen. Die USA fliegen an der Spitze einer internationalen Koalition Luftangriffe gegen den IS in Syrien. Russland unterstützt die syrische Armee militärisch.

Lawrow und US-Außenminister John Kerry wollen am Samstag im schweizerischen Lausanne über die Lage in Syrien beraten. Aus US-Regierungskreisen verlautete aber, es gebe wenig Hoffnung auf diplomatische Fortschritte.

Quelle: ntv.de, jug/rts/dpa