Politik

Raketenangriffe und Artillerie Ukraine meldet heftige Kämpfe

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Soldaten der ukrainischen Armee im heftig umkämpften Debalzewe.

(Foto: REUTERS)

In Kürze soll in der Ostukraine eine Waffenruhe in Kraft treten. Noch allerdings kämpfen Soldaten und Separatisten heftig um jeden Quadratmeter. Und wieder gibt es zahlreiche Tote und Verletzte.

Wenige Tage vor der vereinbarten Waffenruhe halten die Kämpfe in der Ostukraine nach Angaben der Regierung in Kiew unvermindert an. In den vergangenen 24 Stunden seien dabei acht Soldaten getötet und 34 weitere verletzt worden, sagte ein Armee-Sprecher.

Stellungen des Militärs seien in der Nacht "mit derselben Intensität wie zuvor" beschossen worden. Besonders heftig seien die Kämpfe in der Gegend von Debalzewe gewesen. Dort befindet sich ein Eisenbahnknotenpunkt, der die beiden wichtigsten Rebellengebiete miteinander verbindet. Der Ort wird von ukrainischen Soldaten gehalten. Sie wurden nach Angaben des Militärs von den prorussischen Separatisten mit Raketen und Artilleriegeschossen angegriffen.

Die Aufständischen sprachen von mindestens zehn Zivilisten, die durch Geschosse der Armee ums Leben gekommen seien. Separatistensprecher Eduard Bassurin zufolge wurden in den Großstädten Donezk und Luhansk je drei Einwohner getötet. Mehr als zwölf Menschen seien verletzt worden. Zudem wurden in Gorlowka vier Menschen getötet, wie Bassurin sagte. Die Armee betonte, keine Wohnviertel beschossen zu haben.

Die Staats- und Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs, der Ukraine und Russlands hatten sich erst am Donnerstag in Minsk auf einen Friedensplan verständigt. Dieser sieht unter anderem vor, dass in der Nacht von Samstag auf Sonntag eine Waffenruhe in Kraft treten soll. Ein Sprecher des Präsidialamts in Moskau sagte laut Meldung der Nachrichtenagentur RIA am Freitag, Russland gehe davon aus, dass die Vereinbarung umgesetzt werde. Die Teilnehmer des Minsker Gipfels stünden wegen der Ukraine-Krise in Kontakt und dürften sich in den kommenden Tagen wohl zu einem Telefonat verabreden.

"Kein Illusionen mehr"

Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrej Melnik, gibt dem Minsker Abkommen nur wenig Chancen. "Nach all den Rückschlägen der letzten Monate und Tage haben wir keine Illusionen mehr", sagte er im Deutschlandfunk. "Zu oft mussten wir erleben, dass alle Abkommen, die von Russland bis jetzt unterschrieben wurden, im Endeffekt nur ein Fetzen Papier geblieben sind." Die Ukraine habe viel mehr von dem Gipfel erwartet. "Aber letztendlich ist ein schlechter Frieden viel besser als ein guter Krieg."

Auch der Russlandbeauftragte der Bundesregierung, Gernot Erler, ist skeptisch. Es bestehe die Gefahr, dass Regierungstruppen und prorussische Separatisten bis zum Beginn der Feuerpause am Samstagabend dem Gegner noch Verluste beibringen wollen, sagte der SPD-Politiker im Bayerischen Rundfunk. Die Verbitterung darüber könne so groß werden, dass die Bereitschaft zum Waffenstillstand dann zu gering sei.

Insgesamt sei das in Minsk erzielte Verhandlungsergebnis aber zu loben, sagte Erler. "Es hat uns ein bisschen aus der Kriegslogik herausgeführt, die in den letzten Wochen im Vordergrund stand." Nach den Spekulationen über US-Waffenlieferungen an die prowestliche Regierung in Kiew habe nun wieder Politik die Priorität.

Quelle: ntv.de, ghö/rts/dpa

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