Politik

Erste Hinweise auf Attentäter Verdächtiger von Brüssel war am Vorabend in Paris

Die französischen Ermittler haben erste Erkenntnisse darüber, wer die Anschläge in Paris verübt hat. Einer der Männer soll ein französischer Dschihad-Rückkehrer sein. In Belgien nimmt die Polizei derweil einen Verdächtigen fest, der sich am Vorabend in Paris aufgehalten hatte.

Nach den Anschlägen von Paris haben belgische Anti-Terror-Ermittler eine Person festgenommen, die am Freitagabend in der französischen Hauptstadt war. Das bestätigte der belgische Premierminister Charles Michel nach einem Großeinsatz der Polizei im Brüsseler Stadtteil Molenbeek.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Brüssel haben die Pariser Behörden in vier konkreten Fällen um Amtshilfe gebeten. Unter anderem sei es dabei um Informationen zu einem in Belgien angemeldeten und ausgeliehenen Mietwagen gegangen, der in der Nähe der Pariser Konzerthalle "Bataclan" gefunden worden war.

Schwer bewaffnete Polizisten durchsuchten in Molenbeek mehrere Wohnungen. Mehrere Menschen wurden festgenommen. Der Brüsseler Stadtteil war nach Anschlägen schon häufiger Schauplatz von Polizei-Razzien, etwa nach einem Anschlag auf einen Thalys-Hochgeschwindigkeitszug im August.

Die Nachrichtenagentur AFP zitierte derweil Ermittlerkreise, nach denen einer der Angreifer der Pariser Konzerthalle Bataclan identifiziert wurde. Demnach handelt es sich um einen Franzosen, der dem Geheimdienst bekannt war. Die Zeitung "Le Figaro" schreibt, der Mann sei ein Dschihadist, der aus einem Kampfgebiet im Nahen Osten zurückgekehrt sei. "Le Monde" schreibt, er sei um die 30 Jahre alt.

Einem Reuters-Bericht zufolge stammte er aus dem Pariser Vorort Courcouronnes im Süden der französischen Hauptstadt. Die Gemeinde liegt in der Nähe von Juvisy-sur-Orge, der Heimat von Amedy Coulibaly - dem Mann, der an den Charlie-Hebdo-Angriffen beteiligt war.

Syrer über Griechenland eingereist

Von einem zweiten Attentäter wird angenommen, dass er syrischer Staatsbürger ist. In der Nähe des Mannes, der zu den Angreifern rund um das Stade de France gehörte, ist nach Angaben aus Polizeikreisen ein syrischer Pass gefunden worden.

Die Ermittler sollen in diesem Fall gemeinsam mit französischen und ausländischen Geheimdiensten derzeit einer "syrischen Spur" nachgehen. Es ist aber noch nicht sicher, ob der Pass dem Attentäter gehörte.

Das griechische Ministerium für Bürgerschutz teilte mit, der Inhaber des Passes sei "am 3. Oktober nach den Regelungen der EU auf der Insel Leros als Flüchtling registriert worden". Durch welche Länder die Person durch Europa weitergereist ist, wisse Athen nicht.

IS bekennt sich zu Attentaten

Ein weiterer Pass in der Nähe der Anschlagsorte rund um das Stadion weist einen ägyptischen Staatsbürger aus. Auch in diesem Fall ist noch nicht gesichert, dass das Dokument einem Attentäter zugeordnet werden kann.

Am Vormittag hatte sich die Terrormiliz Islamischer Staat bereits zu der Anschlagsserie bekannt und mit weiteren Aktionen gedroht. "Dieser Überfall ist nur der erste Tropfen Regen und eine Warnung", heißt es in einer im Internet verbreiteten Botschaft im Namen des IS.

Paris war am Freitagabend von einer Anschlagserie erschüttert worden. An sechs Orten in der Metropole zündeten Attentäter Sprengsätze oder feuerten in Menschenmengen. Mindestens 128 Menschen wurden ermordet, mehr als 180 verletzt, viele von ihnen schwer. Auch sieben Angreifer kamen ums Leben. Es war zunächst unklar, ob sich noch weitere auf der Flucht befanden.

Quelle: n-tv.de, jog/AFP/dpa

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