Politik

Hollande: "Das ist ein Kriegsakt" IS droht mit weiterem Terror

Der Islamische Staat übernimmt die Verantwortung für die Attentate in Paris mit mehr als 120 Toten - und kündigt zugleich weitere Gewalt an. Frankreichs Präsident Hollande spricht von einem "Kriegsakt" durch eine terroristische Armee.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat Frankreich mit weiteren Anschlägen gedroht. "Dieser Überfall ist nur der erste Tropfen Regen und eine Warnung", heißt es in einer im Internet verbreiteten Botschaft im Namen des IS. "Frankreich und jene, die seinem Pfad folgen, wissen, dass sie ganz oben auf der Liste der Ziele des Islamischen Staates stehen und dass der Geruch des Todes ihre Nasen nicht verlassen wird, solange sie ihren Kreuzzug fortführen, es wagen, unseren Propheten zu beleidigen [...], stolz darauf sind, gegen den Islam Krieg zu führen und die Muslime im Land des Kalifats mit ihren Flugzeugen anzugreifen", heißt es weiter.

n-tv berichtet den ganzen Tag live aus Paris. In stündlichen Sondersendungen informieren wir Sie über die neusten Erkenntnisse und Hintergründe zu den Anschlägen. Unsere Kollegen von RTL berichten in einer Spezialausgabe von RTL aktuell um 18:45 Uhr über den Terror in Frankreich.

Zugleich bekannte sich der IS zu den Anschlägen in Paris. "Acht Brüder" mit Sprengstoffgürteln und Sturmgewehren hätten einen "gesegneten Angriff" auf das "Kreuzzug-Frankreich" verübt. Die Angriffsziele seien "bewusst im Herzen von Paris ausgewählt" worden. Das Schreiben war zunächst nicht verifizierbar.

Sollten die Angriffe in Paris tatsächlich auf das Konto des Islamischen Staates gehen, wäre dies die erste koordinierte Attacke der Terrormiliz in der westlichen Welt. Die französische Luftwaffe fliegt seit dem 27. September 2015 Luftangriffe auf Einrichtungen der Terrormiliz Islamischer Staat in Syrien.

Kurz zuvor hatte bereits der französische Präsident François Hollande den Islamischen Staat für die Anschläge verantwortlich gemacht. "Das ist ein Kriegsakt, der von einer terroristischen Armee, dem IS, verübt wurde", sagte Hollande in Paris. Der Staatschef kündigte eine dreitätige Staatstrauer an.

Die Tat sei "von außerhalb" geplant worden, sagte der Präsident weiter. Die Beteiligung von Mittätern in Frankreich sollten die Ermittlungen klären. "Alle Maßnahmen sind getroffen worden, um unsere Mitbürger und unser Staatsgebiet zu schützen." Für Montag berief Hollande den Kongress, also beide Kammern des französischen Parlaments, zu einer Sondersitzung nach Versailles ein.

Frankreich beteiligt sich mit Luftangriffen am Kampf gegen den Islamischen Staat in Syrien und im Irak. Einer der Täter in der Konzerthalle Bataclan soll sein Handeln nach Zeugenangaben mit den Luftangriffen in Syrien begründet haben.

Paris war am Freitagabend von einer Anschlagserie erschüttert worden. An sechs Orten in der Metropole zündeten Attentäter Sprengsätze oder feuerten in Menschenmengen. Mindestens 128 Menschen wurden ermordet, mehr als 180 verletzt, viele von ihnen schwer. Auch acht Angreifer kamen ums Leben. Es war zunächst unklar, ob sich noch weitere auf der Flucht befanden.

Versammlungen verboten

Hollande hatte sich zum Zeitpunkt der Anschläge im Stade de France aufgehalten, wo die französische Fußball-Nationalmannschaft gegen das DFB-Team spielte. Der Präsident wurde noch während des Spiels aus dem Stadion gebracht.

In einer Fernsehansprache kurz nach den Anschlägen verhängte Hollande erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg den Ausnahmezustand über das ganze Land. Er sprach von einer noch nie dagewesenen Serie terroristischer Anschläge.

Auf Basis des Ausnahmezustandes verhängte die Polizeipräfektur von Paris für die französische Hauptstadt ein öffentliches Versammlungsverbot. Die Anordnung für den Großraum Paris gilt demnach bis 12.00 Uhr am kommenden Donnerstag.

Quelle: n-tv.de, mli/dpa/rts/AFP