Politik

Hilfe nur gegen Reformen Weidmann mahnt Tsipras

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(Foto: picture alliance / dpa)

Bundesbankpräsident Weidmann warnt die nächste griechische Regierung: Sie solle keine Versprechungen machen, die sich das Land nicht leisten könne. Auch für deutsche Anleger hat Weidmann einen Tipp.

Nach dem Wahlsieg der Linkspartei Syriza in Griechenland pocht Bundesbankpräsident Jens Weidmann auf die Umsetzung der vereinbarten Reformen.

"Klar ist, dass Griechenland auch weiterhin auf Unterstützung durch ein Hilfsprogramm angewiesen sein wird. Und das heißt natürlich auch, dass es ein solches Programm nur geben kann, wenn auch die Verabredungen eingehalten werden", sagte er am Sonntagabend in der ARD.

"Ich hoffe, dass die neue griechische Regierung keine illusionären Versprechungen macht, die sich das Land nicht leisten kann." Entscheidend sei, dass die öffentlichen Finanzen Griechenlands dauerhaft tragfähig würden. "Solange das nicht der Fall ist, würde auch ein Schuldenschnitt nur eine kurze Atempause gewähren", so Weidmann.

Prognosen sagen einen deutlichen Wahlsieg von Syriza voraus. Parteichef Alexis Tsipras dürfte damit Ministerpräsident werden - möglicherweise sogar mit einer absoluten Mehrheit.

"Nur Dinge kaufen, die man versteht"

Forderungen nach einem weiteren Schuldenschnitt für Griechenland begegnete Weidmann mit Skepsis. Es hätten bereits private und staatliche Gläubiger auf Forderungen verzichtet, und ohne eine nachhaltige Finanzsituation bleibe jeder weitere Schuldenschnitt Kosmetik, sagte er.

Laut Weidmann hat die EZB nach dem jüngsten Beschluss zu monatlichen Anleihekäufen von 60 Milliarden Euro "ihr Pulver weitgehend verschossen". Den deutschen Sparern riet der Bundesbank-Präsident angesichts weiter sinkender Zinsen davon ab, sich bedenkenlos auf Renditejagd zu begeben. "Wichtig ist sicherlich, dass man sich in Erinnerung ruft, dass höhere Zinsen immer mit höheren Risiken verbunden sind. Wichtig ist auch, dass man nur Dinge kauft, die man auch versteht", sagte er. Zudem sei es gut, die Anlagen zu diversifizieren und "nicht alle Eier in einen Korb zu legen".

Quelle: ntv.de, hvo/dpa/DJ