Pressestimmen

Bertelsmann-Studie zur Zuwanderung "Flüchtlinge sind Steuerzahler von morgen"

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 An deutschen Stammtischen hält er sich hartnäckig: Der Glaube, dass Ausländer die Sozialsysteme belasten. Eine neue Studie der Bertelsmann-Stiftung räumt mit dem Vorurteil auf. Tatsächlich profitiert Deutschland von der Zuwanderung. Die Presse diskutiert.

"Wie jemand auf Ausländer reagiert, hängt oft von seinem persönlichen Erleben ab", kommentiert die Volksstimme aus Magdeburg und bezieht sich auf das Problem der Unterbringung von Flüchtlingen: "Wenn Behörden sich einen schlanken Fuß machen, indem sie Asylbewerber ohne größere Vorbereitung konzentriert in leere, heruntergekommene Plattenbauten einquartieren, ist es kein Wunder, wenn bei Anwohnern Ängste und Sorgen aufkommen."  Vor diesem Hintergrund würden wissenschaftliche Argumentationen verpuffen, so die Zeitung weiter: "Die Behörden müssten weit mehr Aufklärung bei der Bevölkerung leisten, bevor neue Heime entstehen. Abgesehen davon wäre es auch für die Zuwanderer viel besser, wenn sie auf einzelne Wohnungen verteilt werden würden. Integration und Verständigung könnten sich so viel schneller entwickeln. Das kostet zwar mehr Geld, doch die Investition würde sich lohnen."

Der Reutlinger General-Anzeiger zeigt sich von der Bertelsmann-Studie unbeeindruckt: "Was ist mit der Studie gesagt? Viel und nichts zugleich. Viel insofern, als mit diesen Zahlen schwarz auf weiß bewiesen werden kann, dass Deutschland nicht als Zahlmeister für jene Menschen verstanden werden kann, die aus den unterschiedlichsten Gründen nach Deutschland kommen, um hier ihr Glück zu suchen. Andererseits ist mit den vorgelegten Zahlen auch wiederum nichts gewonnen. Denn sie basieren auf nichts anderem, als auf den vorgefundenen Realitäten. Danach zahlt jeder Ausländer - wie jeder Deutsche auch - nach Recht und Gesetz seine Lohn- und Einkommensteuer sowie seine Sozialabgaben. Und umgekehrt erhält jeder Transferleistungen, wenn er die Bedingungen erfüllt. Dazu muss man  keine Statistik bemühen."

Das Darmstädter Echo hofft, die Studie könne zu einem sachlicheren Dialog über die Zuwanderungsthematik beitragen: "Übervolle Flüchtlingsheime, angeblicher 'Sozialtourismus' aus ärmeren EU-Ländern wie Rumänien und Bulgarien: Zuwanderung wird in Deutschland meist als Belastung empfunden. Kurzfristig mag das sogar stimmen. Die Anstrengungen, die der aktuelle Zustrom an Kriegsflüchtlingen den Kommunen abverlangt, sind enorm. Aber sie sind nicht zu unserem Schaden. Wem das Gebot der Mitmenschlichkeit nicht genügt, den überzeugen vielleicht  Zahlen: Für den deutschen Staat sind Zuwanderer langfristig ein gutes Geschäft. Sie zahlen mehr ein, als sie an Leistungen bekommen. Die Flüchtlinge von heute sind die Steuerzahler von morgen und die dringend benötigten Arbeitskräfte von übermorgen. Die Studie der Bertelsmann-Stiftung könnte dabei helfen, die Diskussion über Zuwanderung in Deutschland zu versachlichen."

"Volksmund tut nicht immer Wahrheit kund", kommentiert der Mannheimer Morgen. Die häufig zu vernehmenden Klagen über die Belastungen durch Ausländer seien nun widerlegt: "Richtig ist das genaue Gegenteil. Zum Glück haben Mannheimer Forscher nun nachgewiesen, dass Menschen anderer Nationalität hier unterm Strich höhere Summen an Steuern zahlen, als sie an Sozialleistungen beziehen. Rechnerisch bringt jeder Ausländer dem Staat pro Jahr 3300 Euro. Deutschland profitiert also nicht nur perspektivisch in puncto Fachkräftemangel und demografische Entwicklung von Zuwanderung, sondern bereits heute."

Zusammengestellt von Aljoscha Ilg.

Quelle: ntv.de