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Wegen Rentenerhöhung 51.000 Senioren werden 2020 steuerpflichtig

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Wer eine Einkommensteuerklärung abgeben muss, muss nicht in jedem Fall Steuern zahlen.

(Foto: imago/Christian Ohde)

Eben noch durften sich Rentner in Deutschland über eine Erhöhung ihrer Bezüge freuen, da wird bekannt, dass die Steuerbelastung der Ruheständler innerhalb von zehn Jahren teilweise um das Fünffache gestiegen ist. Zudem werden im neuen Jahr insgesamt rund 5 Millionen Senioren steuerpflichtig sein.

Durch die Rentenerhöhung im kommenden Juli müssen voraussichtlich rund 51.000 Rentnerinnen und Rentner erstmals Steuern zahlen. Demnach werden 2020 insgesamt rund 5,12 Millionen Senioren steuerpflichtig sein - fast jeder vierte Rentner.

Das geht aus der Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage des Linken-Rentenexperten Matthias W. Birkwald hervor, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Mittwoch) berichtete zuerst darüber. Nach einer vorläufigen offiziellen Prognose könnten die Renten zum 1. Juli 2020 in Westdeutschland um 3,15 Prozent und in Ostdeutschland um 3,92 Prozent steigen.

Fällig wird die Steuer allerdings nur, wenn die Gesamteinkünfte eines Rentners über dem für das entsprechende Jahr gültigen Grundfreibetrag (2020: 9408 Euro, für Ehepartner zusammen gilt der doppelte Wert) liegen. Zu beachten ist, dass mit Einkünften nicht nur die gesetzliche Rente, sondern alle Einnahmen gemeint sind. Also unter anderem auch Mieteinnahmen, Bezüge aus einer Betriebs-, Riester- oder Privatrente und Kapitalerträge.

Freibetrag wird kontinuierlich reduziert

Die Zahl der steuerpflichtigen Rentner steigt kontinuierlich. Bis 2005 galt bei der Einkommensteuer ein Freibetrag von 50 Prozent der Rente. Seitdem steigt der Besteuerungsanteil der Rente um zunächst jährlich zwei Prozentpunkte. Bis zu diesem Jahr sank der Freibetrag auf 22 Prozent. Wer 2040 in Rente gehen wird, muss dann auf seine gesamten Renteneinkünfte Steuern zahlen.

Im Gegenzug können seit 2005 Rentenbeiträge mehr und mehr vom steuerpflichtigen Einkommen abgezogen werden. Bis 2025 werden die Beiträge für den Aufbau der Altersversorgung steuerfrei sein. Hintergrund für die dynamische Rentenbesteuerung ist die Umstellung der Besteuerung auf ein nachgelagertes System. Birkwald forderte unter anderem die Anhebung des Grundfreibetrags auf 12.600 Euro. "Niedrige Renten müssen steuerfrei bleiben", sagte er.

Rentenbeiträge von der Steuer absetzen

In welcher Höhe dann tatsächlich Steuern anfallen, hängt nicht zuletzt davon ab, welche Ausgaben beim Finanzamt steuerlich geltend gemacht werden können. Den analog zum noch werktätigen Steuerzahler haben auch Rentner die Möglichkeit, diverse Kosten in der Steuererklärung abzusetzen. Dazu zählen etwa Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge, die Kirchensteuer, Spenden, Beiträge zu Versicherungen wie einer Unfall- oder Haftpflichtversicherung und auch Gesundheitsausgaben. Gleiches gilt für die Kosten, die Rentnern entstehen, wenn sie sich die komplexe Materie von einem Lohnsteuerhilfeverein oder einem Steuerberater erklären lassen, beziehungsweise dort prüfen lassen möchten, ob denn eine Steuerpflicht vorliegt.

Quelle: n-tv.de, awi/dpa