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Den Rundfunkbeitrag muss jeder Haushalt zahlen.
Den Rundfunkbeitrag muss jeder Haushalt zahlen.(Foto: picture alliance / Britta Peders)
Sonntag, 20. August 2017

21 Euro im Monat: ARD und ZDF fordern höhere Gebühren

Egal ob man einen Fernseher hat - jeder Haushalt in Deutschland muss einen Rundfunkbeitrag zahlen. Und der soll wieder steigen, geht es nach dem Willen der öffentlich-rechtlichen Sender. Ihre Begründung: Dann können sie besser sparen.

Die öffentlich-rechtlichen Medien in Deutschland wollen ihre Gebühren erhöhen. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung". Demnach sollen die Gebühren schrittweise von heute monatlich 17,50 Euro auf 21 Euro im Jahr 2029 steigen. Offenbar wollen die Medienanstalten von ARD, ZDF und Deutschlandradio im September den für sie zuständigen Bundesländern eine automatische Anpassung der Rundfunkbeiträge vorschlagen.

Dem Bericht zufolge hatten die Bundesländer dagegen gefordert, dass die Beiträge stabil bleiben sollten. Die Kommission KEF, die für die Ermittlung des Finanzbedarfs zuständig ist, habe sogar dafür plädiert, den Beitrag um 30 Cent auf 17,20 Euro zu senken.

Die öffentlich-rechtlichen Medienanstalten begründen eine Beitragserhöhung offenbar damit, dass sie sonst ihr Einsparvolumen von 2,2 Milliarden Euro bis zum Jahr 2024 nicht bewältigen könnten. Zugleich versprechen sie, durch eine radikale Strukturreform künftig koordinierter und effizienter zu wirtschaften. "Kooperation wird zum verpflichtenden Prinzip", sagte ARD-Generalsekretärin Susanne Pfab der FAS. Die ARD werde künftig mehr zentrale Aufgaben übernehmen. "Das wird eine Zeitenwende."

Die Ersparnisse aus einer stärkeren Zentralisierung sollen allerdings nicht den Zuschauern zugutekommen. Vielmehr sollten sie "umgeschichtet in die Vielfalt neuer Angebote des digitalen Medienwandels" werden, wie es in einem Grundsatzpapier heißt.

Seit 2013 muss jeder Haushalt in Deutschland den Beitrag zahlen - ganz unabhängig davon, ob es in dem Haushalt überhaupt einen Fernseher gibt oder Menschen, die öffentlich-rechtliche Sender schauen. Die Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag - der früheren GEZ-Gebühr - lagen im vergangenen Jahr bei rund 7,98 Milliarden Euro. Im April 2015 war der Beitrag von zuvor 17,98 Euro auf 17,50 Euro gesenkt worden.

Quelle: n-tv.de

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