Ratgeber

Von 9999 auf nur 2000 Euro Anonymer Goldkauf drastisch eingeschränkt

Mit Gold hinterlegte Wertpapiere können eine gute Anlage sein. Foto: Sven Hoppe

Gold sollte man nur aus verlässlicher Quelle erwerben.

(Foto: dpa)

Die Deutschen besitzen jede Menge Gold. Wer seine Bestände anonym weiter aufstocken möchte, muss sich ranhalten - denn ab 2020 wird eine neue Obergrenze eingeführt. Dann wird bereits der Erwerb von Gold im Wert von über 2000 Euro per Personalausweis erfasst.

Wer sich mit Gold gegen Unbill in der Finanzwelt schützen möchte, wählt die physische Variante in Form von Schmuck, Barren oder Münzen. Denn nur diese versprechen im Krisenfall echten Schutz. Abgesehen davon gilt es auch, das Vermögen auf verschiedene Anlageklassen zu verteilen. Neben Aktien, Immobilien und Festverzinslichem gehören also auch Rohstoffe wie Gold ins Depot. Oder besser in den Tresor. Die Deutschen horten denn auch Gold im Wert von derzeit gut 350 Milliarden Euro.

Gold in USD
Gold in USD 1.716,49

Wer seine Bestände anonym weiter aufstocken möchte, muss sich aber ranhalten - denn ab Januar 2020 wird eine neue Obergrenze für sogenannte Tafelgeschäfte eingeführt, wozu unter anderem auch der Gold- und Silberkauf zählt. Verbraucher können dann Gold  & Co. nur noch bis zu einem Wert von 2000 Euro anonym erwerben. Zuvor war dies für bis zu 9999 Euro möglich. Größere Käufe erfordern eine Dokumentation des Personalausweises. So sieht es ein Gesetz zur Umsetzung der 4. EU-Geldwäscherichtlinie vor.

Terroristen, Steuerhinterzieher, Sparer

Die neue sogenannte Anonymitätsgrenze soll dem Terrorismus- und Geldwäscherisiko entgegenwirken. Unter anderem soll so auch der Zahlungsweg für Schwarzlohnzahlungen oder Steuerhinterziehung erschwert werden. Womit die Bundesregierung laut eigenen Bekundungen auf die Ergebnisse der ersten Nationalen Risikoanalyse auf die genannten Gefahren reagiert. Und so ganz nebenbei werden auch die Daten derer erfasst, die eben nicht uneingeschränkt an Euro & Co. glauben.

Aber nicht nur den genannten Schurken wird das Leben mit der Verschärfung des bereits geltenden Geldwäsche-Gesetzes erschwert. Auch Händler fürchten um ihr Geschäft. So auch Dominik Lochmann, Geschäftsführer des ESG Edelmetall-Service, der die Sache naturgemäß kritisch sieht: "Großsparer mit Anlagebeträgen von über 10.000 Euro müssen auch jetzt bereits namentlich von Edelmetallhändlern erfasst werden. Das neue Gesetz trifft also vor allem Menschen, die kleinere Investitionen tätigen wollen oder Edelmetalle als Geschenk zu Hochzeiten, Taufen oder ähnlichen Anlässen kaufen. Für Goldhändler bedeutet der Gesetzesbeschluss einen erheblichen Mehraufwand an Bürokratie, weshalb mit leicht steigenden Preisen zu rechnen ist. Wenn bereits Kleinkäufe von zwei 1-Unzen-Goldmünzen, wie dem Krügerrand, eine ausführliche Prüfung der Kunden einschließlich Dokumentation des Personalausweises erfordern, dauern diese Geschäftsvorfälle natürlich länger."

Mehrere Einkäufe an verschiedenen Tagen

In einer Branche, in der vorrangig mit Margen von unter einem Prozent gearbeitet wird, kratzt der neuerliche Eingriff bei Tafelgeschäften demnach an der Rentabilitätsgrenze. Sparer sind allerdings gut beraten, Edelmetalle nach wie vor nur bei Banken und im Fachhandel zu erwerben, um vor Fälschungen sicher zu sein. Wie man die erkennt, kann man hier nachlesen.

Wer sein Geld in größeren Summen auch im neuen Jahr dem Papiergeldsystem entziehen möchte und dazu auf Edelmetalle setzt, muss dann notgedrungen seinen Golderwerb auf mehrere Einkäufe an verschiedenen Tagen verteilen. Dass kann dann aber immerhin den Vorteil haben, dass ähnlich wie beim regelmäßigen Aktiensparen der sogenannte Cost-Average-Effekt zum tragen kommt. Hierunter versteht man die Tatsache, dass ein Anleger für einen gleich bleibenden Betrag bei fallenden Kursen mehr Anteile und bei steigenden Kursen weniger Anteile kaufen kann.

Quelle: ntv.de