Ratgeber

Immobilien sind gefragt Bereitschaft zur privaten Altersvorsorge sinkt

Altersvorsorge heißt: regelmäßig Geld zurücklegen. Doch angesichts anhaltend niedriger Sparzinsen sinkt einer Studie zufolge die Bereitschaft der Deutschen, mehr in die eigene Altersvorsorge zu investieren. Lediglich Betongold ist gefragt.

Für Sparer ist der lebenslange Garantiezins ein wichtiger Grund für den Abschluss einer Lebensversicherung, für die Versicherungen wegen der aktuellen Mini-Zinsen an den Kapitalmärkten eine Last. Foto: Mascha Brichta

Gut zwei Drittel aller Befragten geben an, ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung als "ideale Form der Alterssicherung" zu sehen.

(Foto: dpa)

Die anhaltend niedrigen Sparzinsen hinterlassen Spuren bei der Bereitschaft der Bundesbürger für Ihre Rente zu sparen. Knapp die Hälfte aller Berufstätigen will ihre diesbezüglichen Anstrengungen aktuell nicht weiter erhöhen, wie aus einer repräsentativen Untersuchung hervorgeht, welche die Postbank nun vorstellte. Seit 2003 sei der Kreis derjenigen, die nicht mehr vermehrt vorsorgen wollten, damit um 60 Prozent gestiegen.

Doch die Niedrigzinsphase hat auch eine andere Seite: Bei denen, die noch vermehrt vorsorgen wollen, sind Immobilien gefragter denn je.

Als beliebteste Geldanlage für den Lebensabend hat sich nach Angaben des Instituts inzwischen klar der Immobilienerwerb für den Eigenbedarf etabliert. Ein Drittel der Berufstätigen mit eigenen Vorsorgeplänen setze nun auf Wohnungen oder Häuser für den Selbstbezug. "Die eigenen vier Wände sind inzwischen mit weitem Abstand die beliebteste Form in Deutschland, für das Alter vorzusorgen", erklärte Dieter Pfeiffenberger, bei der Postbank verantwortlich für den Bereich Immobilienfinanzierung. Das ist fast die Hälfte mehr als noch vor fünf Jahren. Gründe sind die vergleichsweise günstigen Finanzierungsmöglichkeiten und der Gedanke an das mietfreie Wohnen im Alter.

Auf den Plätzen zwei und drei der Beliebtheitsskala beim Vorsorgeausbau liegen hinter dem Eigenheim zwei weitere Formen des "Betongolds": Der Abschluss eines Bausparvertrages sowie der Erwerb von Immobilien zur Vermietung.

Andere Vorsorgemodelle wie etwa Lebensversicherungen haben nach Angaben der Postbank dagegen vor allem durch die Niedrigzins-Phase an Ansehen verloren. Nur fünf Prozent der Berufstätigen in Deutschland planten derzeit, klassische Lebensversicherungen mit einer Kapitalauszahlung als weiteres Element im Rahmen ihrer privaten Vorsorge abzuschließen.

Für seine jährliche Studie zur Altersvorsorge beauftragte die Postbank das Institut für Demoskopie Allensbach. Es befragte 1553 Deutsche über 16 Jahren zu ihrem Anlageverhalten.

Quelle: ntv.de, awi/AFP