Ratgeber

Finanzamt hält Hand auf Bitcoin-Gewinne bei der Steuer angeben?

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Kryptowährungen sind mit Fremdwährungen oder Devisen vergleichbar, deren Gewinne besteuert werden ...

(Foto: imago/Science Photo Library)

Sind Gewinne aus Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ether bei der Einkommensteuer anzugeben? Sollte man meinen, denn immer wenn der Rubel rollt, möchte der Staat mitverdienen. Ein Urteil schafft Klarheit.

Kryptowährungen wie Bitcoin sind kein gesetzliches Zahlungsmittel. Dennoch kann so einiges mit ihnen bezahlt werden. Anleger, die in diese Zahlungssysteme investieren, müssen allerdings aufpassen: Wenn sie innerhalb eines Jahres an- und verkaufen, müssen sie Gewinne in der Einkommensteuererklärung angeben.

Aber anders als Wertpapiere unterliegt der Gewinn von Krypto-Geld nicht der Abgeltungssteuer, sondern wird vom Fiskus als privates Veräußerungsgeschäft gewertet. Gleiches gilt etwa bei Antiquitäten, Immobilien oder auch Kunstwerken. Derlei Vermögensgegenstände sind in der Steuererklärung als "Sonstige Einkünfte" zu deklarieren. Der Gewinn wird dann mit dem jeweiligen persönlichen Einkommensteuersatz versteuert. Verluste können hingegen mit Gewinnen aus anderen Veräußerungsgeschäften verrechnet werden. Jene, die selber schürfen (Mining), müssen die Gewinne hingegen wie solche aus einem Gewerbebetrieb versteuern.

"Wie bei anderen Wirtschaftsgütern auch, unterliegen Gewinne aus dem Verkauf von Bitcoins und Co. der Steuer", sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler.

Verkauf zählt als privates Veräußerungsgeschäft

Dies bestätigt ein aktueller Beschluss des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg. Geklagt hatte ein Ehepaar, das im Jahr 2017 mit dem Handel von Kryptowährungen auf einer Handelsplattform Gewinne erzielt hatte. Die Gewinne erklärte das Paar in seiner Einkommensteuererklärung. Das Finanzamt bewertete dies als privates Veräußerungsgeschäft und setzte entsprechend Einkommensteuer fest.

Dagegen legte das Ehepaar Einspruch ein und beantragte die Aussetzung der Vollziehung. Allerdings ohne Erfolg, denn das Finanzgericht Berlin-Brandenburg bestätigte die Ansicht der Finanzbeamten. Kryptowährungen seien grundsätzlich mit Fremdwährungen oder Devisen vergleichbar, deren Gewinne ebenfalls besteuert werden ( Az.: 13 V 13100/19).

Ratschlag: Einnahmen gut dokumentieren

Anleger, die mit Kryptowährungen Gewinne einfahren, sollten an eine lückenlose Dokumentation der Einnahmen denken und diese in der Einkommensteuererklärung angeben, rät Klocke. Sonst könne der Verdacht der Steuerhinterziehung entstehen.

Das Finanzamt kann Angaben auch überprüfen, erinnert Klocke. Denn Kryptowährungen basieren auf der Blockchain, einer auf verschiedene Rechner verteilten Datenbank, die digitale Transaktionen dokumentiert. Zudem gelte auf den Online-Handelsplattformen eine Identifikationspflicht.

Quelle: ntv.de, awi/dpa