Ratgeber

Anlagekonzept fürs Leben Gemütlich satte Rendite einfahren

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Mit dem Pantoffel-Portfolio kann sich der Anleger über satte Renditen freuen.

(Foto: imago stock&people)

Geldanlegen muss keine Wissenschaft sein, denn es gibt auch Konzepte, die bequem, rentabel und vergleichsweise sicher sind. Zum Beispiel das von Finanztest entwickelte Pantoffel-Portfolio. Das hätte sich auch in den letzten 30 Jahren gelohnt.

Die Börse lief ja bekanntermaßen in den letzten Jahren alles andere als schlecht. Analog dazu sind die Zinsen, die es für Fest- Tagesgeld und Sparbuch gibt, auf Talfahrt. Konsequenterweise wird massiv für Anlagen in Aktien getrommelt. Besonders Investments via Aktien-Indexfonds (ETFs) stehen auch bei Laien hoch im Kurs.

Und tatsächlich haben sich die meisten ETFs gut geschlagen in den letzten Jahren. Die wirkliche Bewährungsprobe für die Produkte steht allerdings noch aus, denn der letzte gravierende Kurseinbruch an den Börsen dieser Welt ist lange her.

Das weiß auch Finanztest. Das von den Experten der Zeitschrift entwickelte Pantoffel-Portfolio gibt es zwar auch bereits seit sechs Jahren, größere Turbulenzen sind aber seit Bestehen der Anlageidee ausgeblieben. Das Konzept dabei ist denkbar einfach:  Grundsätzlich setzt sich jede "Pantoffel" aus einem sicheren und einem riskanten, chancenreichen Teil zusammen: einer Anlage in Aktien und einer Anlage in festverzinsliche Wertpapiere. Realisiert wird diese Strategie durch den Kauf von meist nur einem Aktien-Indexfonds und Tages- und/oder Festgeld oder auch einem europäischen Renten-ETF. 

Anspassen nicht vergessen

Lediglich das Mischverhältnis variiert zwischen den jeweiligen Anteilen. Für die defensive Variante liegt der Aktienanteil bei 25 Prozent, in Festverzinslichem werden hingegen 75 Prozent investiert. Wer es ausgewogen mag, wählt den 50:50-Mix. Der mutigere Anleger legt 75 Prozent in Aktien und nur 25 Prozent in Tages- Festgeld oder Rentenpapieren an. Durch die zu erwartenden unterschiedlichen Entwicklungen der beiden Anlageklassen sollte das Depot nicht ganz aus dem Blick gelassen werden. Deshalb sollte dieses einmal jährlich durch Zu- oder Verkäufe wieder in die gewählte Balance gebracht werden.

Darüber hinaus sorgt diese antizyklische Anpassung für eine zusätzliche Risikominimierung der Anlage. Der Einfachheit halber wird der Aktienanteil lediglich in einen weltweit anlegenden ETF auf den MSCI World angelegt. Die derart bisher erzielten Renditen mit bis zu 8 Prozent in den letzten sechs Jahren können sich durchaus sehen lassen.  

Anlagezeitraum zwischen 1989 und 2019

Nun wollte Finanztest wissen, wie sich die verschiedenen Varianten des Pantoffel-Portfolios in der längeren Vergangenheit bewährt hätte und hat 30 Jahre zurückgeschaut. Denn zwischen 1989 und 2019 gab es den einen oder anderen saftigen Crash, mit Kurseinbrüchen von bis zu über 50 Prozent.

Ergebnis: Trotz aller Börsengewitter, das Pantoffel-Portfolio hält. Zumindest dann, wenn die Anlage konsequent gehalten und auch rebalanciert wurde. Dann war bei der defensiven Variante mit einer Einmalanlage eine durchschnittliche Rendite von jährlich (p.a.) 4,4 Prozent zu holen. Die ausgewogene Pantoffel konnte mit 5,3 Prozent p.a. performen und die Offensive mit 5,8 Prozent.

Zum Vergleich: Ein reiner Aktien-ETF auf den MSCI World hat in den letzten 30 Jahren eine Rendite von 6,0 Prozent p.a. erzielt. Beim Tagesgeld waren es aber immerhin auch 3,3, Prozent p.a.

Wer hingegen mit einem monatlichen Sparplan in die verschiedenen Pantoffel-Modelle investiert hat, konnte sich über 3,5, 5,0, beziehungsweise 5,9 Prozent Rendite freuen. 

Kleiner Wermutstropfen: Unerwähnt in den Berechnungen blieb, das die Inflationsrate im Betrachtungszeitraum bei rund 1,8 Prozent p.a. lag. Diese ist dann zur Ermittlung der Realrendite von den oben genannten Werten abzuziehen.  

Quelle: n-tv.de, awi

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