Ratgeber

Straftäter mit tunesischen Wurzeln Deutschland darf abschieben

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Mourad T. klagte sich bis vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg.

(Foto: dpa)

Deutschland darf einen straffälligen Tunesier abschieben, der in der Bundesrepublik aufgewachsen ist. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat jetzt im Falle des 28-jährigen Mourad T., entschieden, dass seine Beschwerde gegen das Ausweisungsverfahren unbegründet war.

Der Mann war seit 1999 mehrfach strafrechtlich verurteilt worden, zuletzt 2003 wegen gefährlicher Körperverletzung und Nötigung. Ein Gericht verhängte deswegen schließlich eine Jugendstrafe von insgesamt vier Jahren. Aufgrund dieser Verurteilung ordnete die Stadt Bielefeld im März 2004 seine Ausweisung nach Tunesien an. Versuche, dagegen vor deutschen Gerichten anzugehen, blieben erfolglos.

Mourad T. berief sich bei seiner Beschwerde auf Artikel 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention. Darin ist das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens festgelegt. Nach Angaben seiner Verteidiger lebt die komplette Familie des jungen Mannes in Deutschland. Er selbst soll nicht arabisch sprechen und keinerlei Verbindungen zu Tunesien haben.

Quelle: ntv.de, dpa