Ratgeber

Wechselkennzeichen spart Geld Drei Autos, ein Nummernschild

Es ist ja schon ein bisschen ein Luxusproblem: Sie haben drei Autos, können aber immer nur mit einem fahren. Trotzdem stehen alle drei mit einem eigenen Kennzeichen rum und müssen einzeln versichert werden. Daran soll sich künftig etwas ändern.

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Einfach mehrere Autos mit einem Kennzeichen fahren - das spart zumindest die Schilderkosten.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Bundesregierung will ab kommendem Jahr so genannte Wechselkennzeichen einführen. Dann könnten unter einer Zulassungsnummer bis zu drei Pkw fahren. So verrückt, wie das auf den ersten Blick klingt, ist es gar nicht, denn in Österreich und der Schweiz ist dies schon seit Jahrzehnten möglich. In der Praxis bedeutet das, dass man nur noch ein Nummernschildpaar für bis zu drei Autos benötigt. Immer nur an dem Auto, das bewegt werden soll, haften die Nummerschilder.

Darüber hinaus soll sich das Wechselkennzeichen auch positiv in der Versicherungsprämie niederschlagen, da für die betroffenen Autos eine gemeinsame Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden kann. Wer also beispielsweise einen Geländewagen, ein Cabrio und einen Sportwagen hat, braucht künftig nur noch ein Kennzeichen und eine Haftpflichtversicherung, wenn er nie mehr als eins der Fahrzeuge gleichzeitig bewegen möchte. Teil- und Vollkaskoschutz müssen nach wie vor für jedes Fahrzeug einzeln abgeschlossen werden.

Einnahmeausfälle bei Versicherungen und Staat

Kfz-Versicherer befürchten einen noch schärferen Wettbewerb in der Branche. Außerdem führt die Regelung zu Einnahmeausfällen, da bestehende Policen für schon vorhandene Fahrzeuge wegfallen könnten und für neue Fahrzeuge gar keine neue Versicherung abgeschlossen werden muss. Intern gehen Branchenexperten durch die Neuregelung von einem Verlust von bis zu einer Milliarde Euro aus.

Einnahmeverluste fürchtet auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Dieser möchte sich nämlich nicht wie vorgesehen von der Kfz-Steuerberechnung pro Fahrzeug trennen. Der Bund erzielt mit der Einnahme der Kfz-Steuer etwa neun Milliarden Euro.

Eigentlich soll das Wechselkennzeichen auch für eine Belebung des Autohandels sorgen. Einer Studie des Instituts für Automobilwirtschaft prognostiziert eine zusätzliche Nachfrage von rund 80.000 bis 90.000 Fahrzeugen. Eine Umfrage im Auftrag des Internetportals "Mobile.de" hat ergeben, dass sich rund 30 Prozent der Deutschen den Kauf eines Zweitwagens vorstellen könnten, wenn dadurch keine zusätzlichen Steuern und Versicherungskosten anfallen würden. Mit diesen Rahmenbedingungen ist allerdings nicht zu rechnen.

Vergleichsrechner - Kfz-Versicherungen

Quelle: ntv.de

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