Ratgeber

Öl ins Feuer Eigenheimzulage? Bitte nicht!

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Für eine Familie mit drei Kindern sind 20.000 Euro Zuschuss drin.

(Foto: imago/RelaXimages)

Geld allein macht nicht glücklich. Es gehören auch noch Immobilien und Grundstücke dazu, meinen viele Bürger. Das hat auch die Politik erkannt und möchte die Eigenheimzulage für Familien wiederbeleben. Keine so gute Idee.

Bundesbauministerin Barbara Hendricks hat es sicher gut gemeint. Möchte sie doch Familien mit einem Haushaltseinkommen von jährlich bis 70.000 Euro mit einem staatlichen Zuschuss von bis zu 20.000 Euro helfen, Wohneigentum zu ergattern. So soll auch die Otto-Normal-Familie die Möglichkeit bekommen, auf zum Teil sehr angespannten Wohnungsmärkten den Traum von der eigenen Immobilie zu verwirklichen. 

Doch was zunächst gut klingt, hat so seine Tücken. Denn insbesondere in gefragten Gebieten sind die Immobilienpreise in den letzten Jahren exorbitant gestiegen. Waren Wohnung oder Haus bereits vor der Preisexplosion für geringe und mittlere Einkommen kaum zu finanzieren, sind sie es jetzt erst recht nicht mehr. Daran ändert auch ein zunächst verlockend hoher Zuschuss nichts. Im Gegenteil, verführt dieser doch unter Umständen - gepaart mit den extrem niedrigen Hypothekenzinsen - dazu, sich beim Immobilieninvestment kräftig zu verheben. Denn sowohl die Preise, die niedrige Zinsbelastung als auch die Höhe des eigenen Einkommens sind nicht in Stein gemeißelt. Dies kann in der Zukunft zu einer äußert unguten Gemengelage für (zu) knapp kalkulierende Eigenheimbesitzer werden. Denn spätestens dann gilt: Wer den Wert des Geldes kennenlernen möchte, sollte versuchen, sich welches zu leihen.

Davon, dass eine wiederbelebte Eigenheimzulage nicht wirklich zu einer Entspannung am Markt führen würde, kann wohl ausgegangen werden. Insofern bestünde die Gefahr, dass sich einige Teilnehmer dazu verleiten lassen, bei einem Wettbieten mitzumachen, welches für sie nur schwer zu gewinnen sein dürfte.

Unklar bleibt, warum die Politik der Meinung ist, durch eine derartige Förderung noch mehr Geld in einen zumindest regional überhitzten Markt pumpen zu müssen. Vor allem vor dem Hintergrund, dass die Länder an der ebenfalls deutlich gestiegenen Grunderwerbsteuer üppig am Immobilienboom mitverdienen. 

Natürlich, Geldgeschenke kommen beim Wähler immer gut an und besonders Familien würden sich über die eine oder andere Gabe freuen. Aber muss es denn derzeit ausgerechnet die eigene Immobilie sein?

Besser wäre es doch, Familien pauschal großzügig steuerlich zu entlasten. Schließlich sind sie es, die für potenziellen Nachwuchs an der Steuer- und Rentenzahlerfront sorgen. Ob das derartige Plus beim Einkommen dann für Konsum, Bildung, Reisen oder aber fürs Wohnen - auch für steigende Mieten - verwendet würde, wäre so jedem selbst überlassen.         

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Quelle: n-tv.de

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