Ratgeber

Günstiger heizen Jetzt doch lieber in alte Ölheizung investieren?

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Ein Wechsel des Brenners hat vor allem Auswirkungen auf die Emissionen der Heizung, aber nahezu keine auf die Effizienz der Heizung und die Heizkosten.

(Foto: imago images/Panthermedia)

Verglichen mit Gas ist Öl derzeit ein Schnäppchen. Und in so manchem Keller steht auch noch eine entsprechende Heizung. Die sollte langfristig eigentlich ausgetauscht werden. Doch angesichts der aktuellen Großwetterlage denkt so mancher darüber nach, an der Ölheizung festzuhalten.

Die Ölheizung ist zuletzt etwas aus der Mode gekommen. Wärmegewinnung aus anderen Energieträgern schien deutlich attraktiver. Und auch klimafreundlicher. So soll der Anteil fossilen Öls bei der Wärmeversorgung denn auch reduziert werden. Dazu muss die Quote erneuerbarer Energien ausgebaut und die Energieeffizienz erhöht werden. Soweit der Plan.

Doch aus dem Hut zaubern lassen sich Wärmepumpen, Solaranlagen und Co. eben auch nicht. Und kostspielig ist die Umstellung auch noch. Gas, ebenfalls ein fossiler Brennstoff, ist heute und wohl auch noch etwas länger nur sehr teuer zu haben. Wer mit Öl heizt, kommt hingegen derzeit deutlich günstiger weg.

In der Praxis spielen Ölheizungen trotz zukünftig strengerer Auflagen in der Versorgung nach wie vor eine große Rolle. Laut der Deutschen Energie-Agentur (DENA) kommt in gut einem Fünftel aller deutschen Gebäude Öl zum Einsatz. Nach Erhebungen der Schornsteinfeger sind rund 5.426.000 Ölheizungen installiert, von denen jedoch nur 12 Prozent effiziente Brennwertgeräte sind. Was schlecht für die Umwelt und den Verbrauch ist.

Rückwärtsgewandt in die Zukunft

Angesichts der aktuellen Großwetterlage mag mancher vorübergehend auf die Zukunft pfeifen und doch damit liebäugeln, in seine alte Ölheizung zu investieren und derart halbwegs kostengünstig die Bude warm zu haben. Zum Beispiel durch die Modernisierung einer älteren Heizung mit einer neuen Öl-Brennwertheizung. Der Wirkungsgrad einer Heizung mit einem alten Konstanttemperaturkessel liegt bei bis zu 70 Prozent, der einer Öl-Brennwertheizung bei bis zu 100 Prozent. Doch die Sache ist teuer. Inklusive Einbau muss mit 8000 - 10.000 Euro gerechnet werden. Dafür kann dann aber auch mit einer Verbrauchsreduzierung von bis zu 30 Prozent gerechnet werden.

Und entgegen dem landläufigen Verständnis dürfen Hauseigentümer bis Ende 2025 ohne Weiteres auch eine neue Ölheizung einbauen. Noch länger gilt das für Gebäude, in denen keine alternative Wärmeerzeugung zu Öl möglich ist, beispielsweise in Regionen ohne flächendeckende Gasversorgung. In diesem Fall sieht das Klimaschutzpaket Ausnahmeregelungen vor und es dürfen Ölheizungen auch über das Jahr 2026 hinaus eingebaut werden. Dann ist dies auch dann erlaubt, wenn sich für eine Hybridheizung entschieden wird. Also ein Modell, das mit Öl und einer erneuerbaren Energie arbeitet. Zum Beispiel Sonnenenergie, die über Solarthermie- oder Fotovoltaikanlage im Haushalt genutzt wird.

Wer bereits eine Brennwertanlage im Keller stehen hat, kann darüber nachdenken, den alten Brenner gegen ein neues Öl-Gebläse-Modell auszutauschen. So ein Wechsel hat aber vor allem Auswirkungen auf die Emissionen der Heizung, aber nahezu keine auf die Effizienz der Heizung und die Heizkosten. Für einen hochwertigen Brenner muss mit Kosten inklusive Montage von rund 2000 Euro gerechnet werden. Der Austausch eines alten Brenners als Modernisierungsmaßnahme ist in vielen Fällen laut Experten wirtschaftlich nicht sinnvoll. Im Falle eines Schadens oder bei hoher Rußbildung muss der Brenner für die Ölheizung aber ohnehin getauscht werden.

Auch ältere Ölheizungen dürfen weiterlaufen

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Ältere Heizungen müssen zudem nach 30 Jahren laut den Vorgaben des Gebäudeenergiegesetz (GEG) ohnehin zwingend ausgetauscht werden. Die Austauschpflicht gilt allerdings nur für Heizungen mit einem Konstanttemperaturkessel und einer Nennleistung von 4 bis 400 kW. Brennwertkessel oder Niedertemperaturkessel sind hingegen von einem Austausch nicht betroffen. Ausgenommen von der Austauschpflicht sind davon abgesehen auch Eigentümer von Ein- oder Zweifamilienhäusern, die ihr Haus seit 1. Februar 2002 selbst bewohnen. Zumindest, sofern das Gebäude nicht mehr als zwei Wohnungen aufweist.

Experten raten dennoch zum Umstieg auf regenerative Heiztechniken. Der Umwelt zuliebe. Im Gegenzug werden derartige Investitionen aber auch vom Staat gefördert - im Gegensatz zu reinen Ölheizungen. Nach Erhebungen der Verbraucherzentrale müssen Hausbesitzer für die Installation einer Wärmepumpe 17.000 bis 32.000 Euro investieren. Die sind für den Altbau aber oft keine Option. Ein Scheitholz-Vergaserkessel kostet 13.000 bis 15.000 Euro ist. Der Einbau einer Pelletheizung ist für 25.000 bis 28.000 Euro zu haben - das Heizen mit Holz ist allerdings auch schlecht für die Umwelt.

(Dieser Artikel wurde am Mittwoch, 26. Oktober 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de

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