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Unterlassungserklärung abgegeben Lidl-Müsli muss Verpackung ändern

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Die 400 Gramm Bircher Müsli füllen nur etwa die Hälfte der Dose.

(Foto: VZHH )

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Noch letzten Monat bekam das Bircher Müsli von Lidl den Titel "Mogelpackung des Monats" verliehen, da der Hersteller eine Verpackung verwendet, die nur zur Hälfte mit Ware gefüllt ist. Die Verbraucherzentrale Hamburg sorgt nun dafür, dass die Luftnummer ein Ende hat.

Im Juli bekam das Bircher Müsli der Lidl-Eigenmarke Crownfield den Titel "Mogelpackung des Monats" von der Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH) verliehen. Laut der Verbraucherschützer verkaufte Lidl sein Müsli in einer rund 18 Zentimeter hohen, zylinderförmigen Dose, die aus einem festen Verbundmaterial hergestellt ist, durch das man nicht hindurchsehen kann. Verbraucher können weder in die Dose schauen noch die Inhaltshöhe erkennen oder erfühlen. Die 400 Gramm Bircher Müsli füllen nur ungefähr die Hälfte der Dose. Der Rest ist pure Luft. Und das sind nach den Messungen der Verbraucherschützer rund 9 bis 10 Zentimeter der Dosenhöhe.

Damit ist nun Schluss. Nachdem die Verbraucherzentrale den Discounter zunächst abgemahnt und anschließend verklagt hatte, gab das Unternehmen eine strafbewehrte Unterlassungserklärung ab. Die Dose des "Crownfield Bircher Müsli" darf demnach nicht mehr mit so wenig Inhalt verkauft werden. "Lidl muss die Luft aus seinem Müsli lassen", freut sich Armin Valet von der VZHH. Die bisherige Verpackung ist laut Valet nicht nur ärgerlich für Verbraucher, sondern auch für die Umwelt. Denn ohne Not werden mit solchen Luftpackungen wertvolle Ressourcen verschwendet.

Aufbrauchfrist bis Ende November gewährt

Laut Lebensmittelinformationsverordnung dürfen Informationen, zum Beispiel zur Menge des Lebensmittels, nicht irreführend sein. Auch das Mess- und Eichgesetz verbietet Packungen, "wenn sie ihrer Gestaltung und Befüllung nach eine größere Füllmenge vortäuschen, als in ihnen enthalten ist". Deshalb hat die Verbraucherzentrale den Discounter im Februar 2022 abgemahnt und aufgefordert, das Müsli in dieser Aufmachung nicht weiterzuverkaufen.

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Die VZHH hat Lidl eine großzügige Aufbrauchfrist bis Ende November gewährt. Bis dahin dürfen die überdimensionierten Packungen mit dem an sich einwandfreien Lebensmittel weiter verkauft werden. "Wir wollen nicht, dass die Cerealien auf dem Müll landen, nur weil die Packung nicht voll genug ist", erläutert Valet das Vorgehen. Nach Kenntnisstand der Verbraucherschützer hat der Discounter aber bereits gegengesteuert und lässt 470 statt 400 Gramm Müsli pro Dose abfüllen.

Wer sich beim Einkauf hinters Licht geführt fühlt, kann die Verbraucherzentrale Hamburg darüber informieren und den Fall unter vzhh.de/luftpackung-melden schildern.

(Dieser Artikel wurde am Donnerstag, 04. August 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, awi

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